Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Lebensmittelkeime immer öfter antibiotikaresistent

Auf Lebensmitteln finden sich immer öfter Krankheitserreger, die gegen gängige Antibiotika resistent sind. Das berichten Behörden der EU. Zu den resistenten Lebensmittelkeimen gehören Salmonellen und Campylobacter-Bakterien.
Lebensmittelkeime immer öfter antibiotikaresistent

Multisesistente Keime finden sich oft auf Masthähnchen.

Der kürzlich veröffentlichte Bericht der EU-Behörden für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und Krankheitsprävention (ECDC) zu Antibiotikaresistenzen klingt alarmierend. Demnach sind die am häufigsten auf Lebensmitteln zu findenden Krankheitserreger, Campylobacter und Salmonellen, bereits in sehr hohem Maße resistent gegen Antibiotika. Aufgrund der fortschreitenden Resistenzen stünden „für die Behandlung einiger der häufigsten lebensmittelbedingten Infektionen zunehmend weniger Optionen zur Verfügung“, so die Mitteilung der EFSA. Die Behörden schätzen die Entwicklung als „besorgniserregend“ ein.

Entwicklung von Antibiotikaresistenzen „besorgniserregend“

In ganz Europa schreite die Verbreitung multiresistenter Salmonella-Isolate voran, und mehrere EU-Staaten hätten eine hohe Resistenz von Campylobacter-Isolaten gegenüber dem antimikrobiellen Wirkstoff Ciprofloxacin zu verzeichnen. Die Behandlungsmöglichkeiten würden dadurch immer geringer werden. Die Behörden gehen davon aus, dass ein großer Teil der Infektionen mit Lebensmittelkeimen bei Menschen „auf den Umgang, die Zubereitung und den Verzehr von Hähnchenfleisch zurückzuführen ist.“

Es sei zu bemerken, dass die Resistenzquoten von Campylobacter bei Masthähnchen genauso hoch sind wie bei Menschen. Als resistent gegenüber verschiedenen Antibiotika zeigten sich besonders auch Infektionen mit Salmonellen. So sind mittlerweile 73 Prozent der auf Puten gefundenen Salmonellen-isolate resistent gegen mehrere Antibiotika. In dem EU-Report wurden auch die Resistenzen von Escherichia coli und Enterokokken sowie des Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) dargestellt.

 

Zu viele Antibiotika in der Landwirtschaft

Der Zusammenhang mit dem hohen Antibiotika-Einsatz in der konventionellen Landwirtschaft liegt auf der Hand. In Deutschland werden in der Tierhaltung mittlerweile mehr als doppelt so viele Antibiotika verbraucht wie in der Humanmedizin – eine Entwicklung, die nicht ohne Folgen bleiben kann. Aber auch der Antibiotika-Einsatz bei Menschen fördert Resistenzen.

Häufig werden Antibiotika unnötigerweise verschrieben, beispielsweise bei Virusinfektionen, bei denen sie überhaupt keine Wirkung haben, kritisiert die ECDC. In den seltensten Fällen würden Ärzte zudem ermitteln, welchen Keim sie bekämpfen wollen, und stattdessen mit Breitbandantibiotika auch für die Krankheit nicht verantwortliche Bakterien töten. So können sich Resistenzen schneller entwickeln und verbreiten.

Foto: © Printemps - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Antibiotikaresistenzen

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten

Wer ins Krankenhaus geht, ohne Notfallpatient zu sein, kann sich die Klinik aussuchen. Am wichtigsten sind Patienten dabei Hygiene und Sauberkeit. Erst auf Platz zwei folgt die Spezialisierung auf bestimmte Fachgebiete. Ob die Klinik groß oder klein ist, spielt kaum eine Rolle. Das sind zentrale Ergebnisse einer Studie im Auftrag der Hamburger Asklepios-Kliniken zu planbaren Behandlungen im Krankenhaus.

 
Kliniken
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin