. Allergien

Lebensmittel-Allergie oder Lebensmittel-Unverträglichkeit?

Etwa jeder Fünfte in Deutschland verträgt bestimmte Lebensmittel nicht. Ob eine Lebensmittel-Allergie oder eine Lebensmittel-Unverträglichkeit die Beschwerden auslöst, klärt nur eine gründliche Diagnostik.
Lebensmittelallergie

Antikörper-Test gibt Auskunft, ob eine Lebensmittel-Allergie vorliegt

Nach dem Essen grummelt der Bauch, juckt es im Mund oder die Luft wird knapp - drei bis vier Prozent der Menschen hierzulande leiden an einer Lebensmittelallergie. Nahrungsmittelallergien werden bei Erwachsenen vor allem durch Nüsse, Erdnüsse, Sellerie und Getreide, bei Säuglingen und Kleinkindern durch Kuhmilch, Hühnereier und zunehmend auch durch Soja hervorgerufen.

Die Betroffenen leiden nach dem Verzehr entsprechender Lebensmittel an Magen- und Darmproblemen wie Durchfall, Erbrechen oder Verstopfung. Die Reaktion kann bis hin zu einem allergischen Schock reichen, heißt es weiter in einer Pressemitteilung des Infozentrums für Prävention und Früherkennung (IPF).

Bluttest gibt Auskunft über Lebensmittelallergie

Bei einer Lebensmittelallergie reagiert das Immunsystem des Körpers auf bestimmte Eiweiße in Nahrungsmitteln. Beim Versuch, diese Allergene abzuwehren, bildet der Organismus spezifische Antikörper (IgE-Antikörper). Diese Immunoglobuline E arbeiten eigentlich mit anderen Abwehrzellen zusammen, um den Organismus vor bedrohlichen Fremdstoffen (Antigene) zu schützen. Sie verbinden sich mit den Antigenen und lösen so die körpereigene Abwehr aus. Richten sich die IgE gegen eigentlich harmlose Antigene, etwa Erdnuss-Proteine, reagiert der Körper mit einer Allergie.

Obwohl die IgE-Antikörper lediglich 0,1 Prozent aller Immunglobuline im Blut ausmachen, können Mediziner sie zur Diagnostik nutzen. Beim Verdacht auf eine Allergie testen sie die Gesamtkonzentration der IgE-Antikörper im Blut. Erhöhte Werte sprechen dafür, dass Symptome wie etwa Verdauungsbeschwerden auf eine Allergie zurückgehen.

Lebensmittel-Allergie oder Lebensmittel-Unverträglichkeit?

Fehlen die IgE-Antikörper, handelt es sich in der Regel um eine Lebensmittel-Unverträglichkeit, etwa gegen Milchzucker (Laktose) oder Fruchtzucker (Fruktose). Eine allergische Schockreaktion müssen diese Patienten nicht befürchten.

Menschen, die auf Pollen allergisch reagieren, können verstärkt an Lebensmittelallergien leiden. Experten sprechen von pollenassoziierten Lebensmittelallergien oder Kreuzallergien. Wem etwa Birkenpollen zusetzen, der verträgt unter Umständen auch keine Äpfel. Nicht immer wissen Betroffene, woher diese Symptome kommen. Bluttests schaffen auch in diesen Fällen Klarheit.

Spezifische IgE-Antikörper (sIgE) im Serum geben Auskunft darüber, welche Stoffe genau eine Allergie auslösen. Neben der Allergiequelle können die Mediziner auch ermitteln, welche Eiweißbausteine genau die allergische Reaktion auslösen. Kommen diese Allergene in mehreren Pflanzen und Lebensmitteln vor, reagieren Betroffene unter Umständen auf sie alle allergisch.

Foto: Kitty/Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Nahrungsmittelallergie

Weitere Nachrichten zum Thema Lebensmittelallergie

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Lebensmittelallergien nehmen in den Industrieländern zu. Kinder sind stärker betroffen als Erwachsene. Bei Reaktionen auf Kuhmilch und Hühnerei kann die Allergie aber bis zum Schulalter wieder verschwinden, Allergien gegen Erdnüsse oder Fisch bleiben indes oft bestehen. Zum Tag der Lebensmittelallergien am 21. Juni sprachen wir mit Prof. Regina Treudler, Leiterin des Leipziger Interdisziplinären Centrums für Allergologie (LICA) am Universitätsklinikum Leipzig.
. Weitere Nachrichten
Stress löst bei der Fruchtfliege (Drosophila melanogaster) einen depressionsartigen Zustand aus. Dieser ließ sich durch Lithium oder Zucker beheben. Dies ergab eine Studie von Neurobiologen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender

KommRum e.V., Schnackenburgstr. 4, 12159 Berlin-Friedenau
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.
Kinder, Job – und Reha? Mit der „Berufsbegleitenden Rehabilitation“ passt alles unter einen Hut, meint Christoph Gensch von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Im Interview verrät der Reha-Experte, was es mit dem neuen Modellprojekt auf sich hat.