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Lebenserwartung: US-Studie zeigt krasses Gefälle zwischen Arm und Reich

Nicht alle Amerikaner sind gleich: Bewohner von armen Landstrichen sterben im Schnitt rund 20 Jahre früher als Bewohner aus wohlhabenden Regionen. Das zeigt eine neue Studie aus den USA.
USA: In manchen Regionen ist die Lebenserwartung so niedrig wie in Ostafrika

USA: In manchen Regionen ist die Lebenserwartung so niedrig wie in Ostafrika

Amerika – das Land der Träume? Eine neue Studie zeigt, dass die Ungleichheit in der Lebenserwartung in den letzten drei Jahrzehnten gewachsen ist. Ob jemand alt wird oder jung stirbt, hängt demnach von Einkommen, Bildung - und Wohnort ab. Wie die Wissenschaftler von der Universität Washington (Seattle) und der niederländischen Erasmus-Universität im Fachmagazin JAMA Internal Medicine berichten sterben die Bewohner von armen Landstrichen im Schnitt rund 20 Jahre früher als Bewohner aus wohlhabenden Regionen.

Die Kluft wird größer

Wird der durchschnittliche US-Bürger heute rund 79,1 Jahre alt – werden Bewohner bestimmter Landkreise in Nord- und Süddakota, Mississippi, Kentucky oder West Virginia im Mittel gerade mal 66 bis 68 Jahre alt. Dagegen liegt die Lebenserwartung in reicheren Gebieten, etwa entlang der Küsten Kaliforniens und Floridas oder in Metropolregionen wie New York, Boston und Washington bei 82 bis 85 Jahren.

Diese Ungleichheit ist laut den Autoren um Laura Dwyer-Lindgren in den letzten 35 Jahren weiter gewachsen. Im Owsley County, Kentucky, ist beispielsweise die Lebenserwartung eines neu geborenen Kindes von 72,4 Jahre im Jahr 1980 auf heute 70,2 Jahre gesunken. In vielen Landkreisen im Süden stagniert mittlerweile die Lebenserwartung, wohingegen sie an der West- und Ostküste weiter steigt.

Armut erhöht auch in Deutschland das Sterberisiko

Die Schere zwischen Arm und Reich, zwischen Kranken und Gesunden klaffe immer weiter auseinander, warnen die Autoren. Dieser Trend müsse dringend beendet werden. Doch ob das unter Milliardär Donald Trump passieren wird, ist fraglich. Die Studie kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der US-Präsident Obamacare abschaffen werden will. Für Millionen Amerikaner wird eine medizinische Behandlung dann unerschwinglich.

Die USA sind mit dem Armuts-/Gesundheitsproblem aber nicht alleine. Arme sterben auch anderswo früher als Reiche. In England leben die reichsten rund 19 Jahre länger als die ärmsten Mitbürger, in Deutschland kann dieser Unterschied im Schnitt elf Jahre betragen.

Foto: © yobab - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
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