Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
10.05.2017

Lebenserwartung: US-Studie zeigt krasses Gefälle zwischen Arm und Reich

Nicht alle Amerikaner sind gleich: Bewohner von armen Landstrichen sterben im Schnitt rund 20 Jahre früher als Bewohner aus wohlhabenden Regionen. Das zeigt eine neue Studie aus den USA.
USA: In manchen Regionen ist die Lebenserwartung so niedrig wie in Ostafrika

USA: In manchen Regionen ist die Lebenserwartung so niedrig wie in Ostafrika

Amerika – das Land der Träume? Eine neue Studie zeigt, dass die Ungleichheit in der Lebenserwartung in den letzten drei Jahrzehnten gewachsen ist. Ob jemand alt wird oder jung stirbt, hängt demnach von Einkommen, Bildung - und Wohnort ab. Wie die Wissenschaftler von der Universität Washington (Seattle) und der niederländischen Erasmus-Universität im Fachmagazin JAMA Internal Medicine berichten sterben die Bewohner von armen Landstrichen im Schnitt rund 20 Jahre früher als Bewohner aus wohlhabenden Regionen.

Die Kluft wird größer

Wird der durchschnittliche US-Bürger heute rund 79,1 Jahre alt – werden Bewohner bestimmter Landkreise in Nord- und Süddakota, Mississippi, Kentucky oder West Virginia im Mittel gerade mal 66 bis 68 Jahre alt. Dagegen liegt die Lebenserwartung in reicheren Gebieten, etwa entlang der Küsten Kaliforniens und Floridas oder in Metropolregionen wie New York, Boston und Washington bei 82 bis 85 Jahren.

Diese Ungleichheit ist laut den Autoren um Laura Dwyer-Lindgren in den letzten 35 Jahren weiter gewachsen. Im Owsley County, Kentucky, ist beispielsweise die Lebenserwartung eines neu geborenen Kindes von 72,4 Jahre im Jahr 1980 auf heute 70,2 Jahre gesunken. In vielen Landkreisen im Süden stagniert mittlerweile die Lebenserwartung, wohingegen sie an der West- und Ostküste weiter steigt.

 

Armut erhöht auch in Deutschland das Sterberisiko

Die Schere zwischen Arm und Reich, zwischen Kranken und Gesunden klaffe immer weiter auseinander, warnen die Autoren. Dieser Trend müsse dringend beendet werden. Doch ob das unter Milliardär Donald Trump passieren wird, ist fraglich. Die Studie kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der US-Präsident Obamacare abschaffen werden will. Für Millionen Amerikaner wird eine medizinische Behandlung dann unerschwinglich.

Die USA sind mit dem Armuts-/Gesundheitsproblem aber nicht alleine. Arme sterben auch anderswo früher als Reiche. In England leben die reichsten rund 19 Jahre länger als die ärmsten Mitbürger, in Deutschland kann dieser Unterschied im Schnitt elf Jahre betragen.

Foto: © yobab - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Demografie
 

Weitere Nachrichten zum Thema Lebenserwartung

29.04.2018

Seit der deutschen Wiedervereinigung ist die Lebenserwartung in Ostdeutschland gestiegen. Glaubte man jedenfalls bislang. Demografieforscher sind nun zu einem etwas anderen Ergebnis gekommen.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Alkohol ist ein Zellgift, das offenbar auch Herzrhythmusstörungen auslösen kann. Eine aktuelle Studie des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zeigt, dass sich selbst bei ansonsten gesunden Menschen das Risiko für Vorhofflimmern signifikant erhöht. Demnach haben schon kleine Mengen einen negativen Effekt.

Schwere Unfälle oder Tumor-Erkrankungen können das Gesicht massiv entstellen. Dank computerassistierter Techniken kann der langwierige und sehr belastende Zeitraum für die Wiederherstellung des Gesichts abgekürzt werden. Meist muss nur noch einmal operiert werden – auch weil Implantate mittels 3-D-Drucker schnell und patientenindividuell hergestellt werden können.

Weil Corona so oft asymptomatisch verläuft, kann über die Dunkelziffer nur spekuliert werden. Licht ins Dunkel bringt nun eine Studie Helmholtz Zentrums München. Danach waren in zweiten Corona-Welle waren drei- bis viermal mehr Kinder in Bayern mit SARS-CoV-2 infiziert, als über PCR-Tests gemeldet.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin