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LDL-Cholesterin ist nicht gleich HDL-Cholesterin

Donnerstag, 14. Juli 2022 – Autor:
Cholesterin hat einen schlechten Ruf. Dabei ist das Lipid unverzichtbar für viele Stoffwechselprozesse, etwa für die Bildung von Hormonen. Und es gibt Unterschiede: Für die Gefäßverkalkung ist nicht das HDL, sondern das LDL-Cholesterin von Bedeutung.
Sehr Hohes LDL-Cholesterin lässt sich mit der Ernährung nur geringfügig beeinflussen

Sehr hohes LDL-Cholesterin lässt sich mit der Ernährung nur geringfügig beeinflussen – Foto: © DAK-Gesundheit/Wigger

Cholesterin wird zu 80 Prozent von unserem Körper selbst gebildet, nur der restliche Teil wird über die Nahrung aufgenommen. Das Lipid (Fett) wird für viele Stoffwechselprozesse benötigt, beispielsweise für die Bildung von Hormonen. Dennoch hat Cholesterin einen schlechten Ruf. Denn zu viel Cholesterin im Blut kann sich an den Gefäßwänden anlagern und dort zur Gefäßverkalkungen führen. Allerdings ist Cholesterin ist nicht gleich Cholesterin.

Hohe LDL-Werte sind schlecht für die Gesundheit

Man unterscheidet zwischen Low-Density-Lipoproteine (LDL) und High-Density-Lipoproteine (HDL). Bei der gefürchteten Arteriosklerose spielt nur das LDL-Cholesterin die wesentliche Rolle. Inzwischen weiß man, wie das LDL-Cholesterin die Ablagerungen in den Gefäßen (Plaques) begünstigt. Darüber hinaus ist belegt, dass hohe LDL-Cholesterinspiegel unmittelbar mit dem Herzinfarktrisiko und der Sterblichkeit durch Herz-Kreislauferkrankungen verbunden sind.

Das Tückische: Erhöhte LDL-Cholesterinwerte bleiben oft lange unbemerkt und verursachen keine Schmerzen. Damit können sich die Fette über einen längeren Zeitraum in den Gefäßen ablagern. Hier schädigt das LDL gleich doppelt: Einmal weil sie die Gefäße verengen, was bis zum kompletten Gefäßverschluss führen kann. Zum anderen rufen Plaques Entzündungsreaktionen hervor, die die Gefäßwände zusätzlich schädigen. Mit der Zeit werden die Gefäßwände zunehmend enger und starrer. Die Gefahr, dass sich die dass Ablagerungen einreißen und sich gefährliche Blutgerinnsel bilden, steigt.

 

Cholesterinsenker verringern Krankheitslast

Eine wichtige Maßnahme zur Vorbeugung und Behandlung ist die regelmäßige Messung und die Kenntnis des eigenen Cholesterinwertes, insbesondere des LDL-Cholesterinwertes.

Ist der LDL-Wert zu hoch, sollte er laut Leietlinien medikamentös gesenkt werden. „Sehr gut dokumentiert ist dabei der cholesterinsenkende Effekt von Medikamenten aus der Gruppe der Statine. Deren Einnahme geht zugleich mit einer Verringerung des Herz-Kreislaufrisikos einher“, berichtet die Deutsche Herzstiftung auf ihrer Internetseite.

Umstellung der Ernährung reicht bei hohen Werten nicht

„Bei rechtzeitiger Cholesterinsenkung ist die Atherosklerose verhinderbar“, sagt Prof. Ulrich Laufs vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung e.V. „Wer früh mit dem Kontrollieren des Cholesterins und des Blutdrucks beginnt – und falls nötig gegensteuert – ist gesundheitlich klar im Vorteil.“

Eine gesunde Ernährung mit mehr pflanzlichen und weniger tierischen Fetten kann sich nach Angaben der Herzstiftung auch positiv auf die LDL-Blutfettwerte auswirken. Allerdings dürfe der Effekt nicht überschätzt werden. Bei höheren Cholesterinwerten genüge es eben nicht, die Ernährung umzustellen. „Generell weiß man inzwischen, dass die LDL-Cholesterinspiegel im Blut wesentlich von der genetisch bestimmten Regulation in der Leber abhängig sind“, schreibt die Stiftung  – „und nicht in erster Linie von der Nahrungsaufnahme.“

Hauptkategorien: Medizin , Umwelt und Ernährung
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