Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Lauterbach sichert Flüchtlingen aus der Ukraine medizinische Versorgung zu

Samstag, 5. März 2022 – Autor:
Menschen, die vor dem Krieg aus der Ukraine nach Deutschland fliehen, sollen eine angemessene medizinische Versorgung bekommen. Das versprach Bundesgesundheitsminister am Donnerstag. Der entsprechende Rechtsrahmen zum Versicherungsschutz muss aber noch geschaffen werden.
Tausende Menschen aus der Ukraine fliehen derzeit nach Deutschland. Ihre medizinische Versorgung muss noch gesetzlich geregelt werden.

Tausende Menschen aus der Ukraine fliehen derzeit nach Deutschland. Ihre medizinische Versorgung muss noch gesetzlich geregelt werden. – Foto: © Adobe Stock/dwiangga

Die Bundesregierung will Flüchtenden aus der Ukraine umfangreiche medizinische Hilfe anbieten. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Donnerstag in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses des Bundestages an. So werde ein allgemeines Impfangebot vorbereitet, das nicht nur die Impfung gegen Corona umfasse. Zudem werde die Versorgung von Versehrten und Verletzten und anderen Patienten aus der Ukraine in Krankenhäusern vorbereitet.

Medizinische Versorgung wird von drei Ministerien koordiniert

Lauterbach erklärte, es sei mit einer großen Zahl an Flüchtlingen zu rechnen. Der Minister versicherte, die Flüchtlinge seien nicht nur willkommen, sondern würden auch „angemessen medizinisch versorgt.“

In der KBV-Veranstaltung „Im PraxisCheck“ konkretisierte Lauterbach, dass er im Austausch mit dem Innenministerium und dem Auswärtigen Amt stehe, um die medizinische Versorgung der Flüchtlinge zu koordinieren. Der entsprechende Rechtsrahmen werde geschaffen. Zudem werde auch die Finanzierung der Hilfe unbürokratisch organisiert.

 

KBV fordert Versicherungsschutz für Geflüchtete aus der Ukraine

Der Chef der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) Dr. Andreas Gassen versicherte dem Minister, dass die Praxen bereitstünden, die Flüchtlinge medizinisch zu versorgen. „Wir werden alles unternehmen, damit die gebeutelten Menschen zumindest eine gute medizinische Versorgung bekommen.“

Die Vertreterversammlung der KBV bat den Gesetzgeber unterdessen darum, bundesweit die notwendigen Rahmenbedingungen zum „Versicherungsschutz der Geflüchteten zu schaffen.“ Man sei bereit, die Bundesregierung dabei in jeder möglichen Hinsicht zu unterstützen.

Medizinische Bedarfsgüter in Ukraine knapp

Die Bundesregierung plant zudem umfangreiche Hilfe für die Menschen in der Ukraine. Dort sind bereits Arzneimittel und anderes medizinisches Material knapp. Lauterbach sagte am Donnerstag, derzeit könnten beispielsweise viele Diabetiker in der Ukraine nicht mit Insulin versorgt werden. Das größte Insulin-Lager sei im Krieg offensichtlich gezielt zerstört worden.

Um die Versorgung mit medizinischen Bedarfsgütern zu organisieren, sei Deutschland im stetigen Kontakt mit ukrainischen Stellen, erklärte Lauterbach. Es gehe etwa um Verbandsmittel, Arzneimittel, Injektionsmittel oder konkret Schmerzmittel. Der Minister verwies außerdem auf die Krisenstäbe, die im Auswärtigen Amt, auf Ebene der EU-Kommission und der G7 eingerichtet worden seien und die Hilfe koordinierten.

Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Flüchtlinge , Krankenkassen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Ukraine

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten
Viele gesundheitsbewusste Verbraucher wissen genauso wie Diabetiker um die dick- und krankmachende Wirkung von Zucker. Deshalb richtet sich deren Hoffnung auf Süßstoffe. Doch obwohl sie zuckerfrei und zumindest kalorienarm sind, machen auch sie offenbar dick.


Ist die Infektion abgeklungen, ist Covid-19 für viele Patienten keineswegs vorbei – es geht nur anders weiter. Die AOK hat ein neues Beratungsportal geschaltet: damit Long-Covid-Patienten diese neue Krankheit besser verstehen und leichter mit ihr umgehen können.
 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin