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28.01.2015

Laumann fordert flächendeckend faire Löhne

Was verdienen Pflegekräfte in Deutschland? Und ist das genug? Staatssekretär Karl-Josef Laumann, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, hat gestern gemeinsam mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) in Berlin die Studie "Was man in den Pflegeberufen in Deutschland verdient" vorgestellt.

Junge Menschen in die Pflege - das geht nur mit fairen Löhnen!

Allen Unkenrufen zum Trotz belegt die Studie, dass man als Pflegekraft in Deutschland ein ganz gutes Geld verdienen kann. „Es bestehen aber je nach Region deutliche Unterschiede und man verdient als Krankenpfleger eher gut und als Altenpfleger deutlich schlechter“, heißt es hierzu in einer Pressemitteilung. Ein Problem ist auch, dass die meisten Pflegekräfte Teilzeit arbeiten: „Nur rund jede zweite beschäftigte Pflegefachkraft eine Vollzeitstelle. Bei den Helferberufen in der Pflege liegt die Teilzeitquote teilweise sogar deutlich über 70 Prozent“, so der Pflegebeauftragte.

Ohne faire Löhne können junge Menschen kaum für Pflegeberuf begeistert werden

Staatssekretär Laumann fordert angesichts dieser Zahlen, dass alle Beteiligten die richtigen Konsequenzen ziehen: "Wenn in allen Bundesländern die Fachkräfte der Altenpflege im Vergleich zu anderen Fachkräften in ähnlichen Bereichen bis zu 19 Prozent weniger verdienen, läuft etwas falsch. Wir brauchen in der Altenpflege endlich flächendeckend faire und angemessene Löhne, die von den Sozialpartnern in Tarifverträgen vereinbart werden.“ Käme man nicht zu flächendeckenden angemessenen Löhnen, werde es immer schwieriger, junge Menschen für diesen „wichtigen und anspruchsvollen Beruf“ zu begeistern, so Laumann. „Und die brauchen wir für eine menschenwürdige Pflege in unserem Land.“ Der Pflegebeauftragte schlug vor, dass es künftig den Pflegekassen möglich sein sollte, von allen Trägern der Pflegeeinrichtungen den Nachweis zu verlangen, ob tatsächlich auch angemessene Löhne bezahlt werden. „Die hierfür nötige Gesetzesänderung sollten wir im Pflegestärkungsgesetz II verankern. Vor allem aber brauchen wir starke Gewerkschaften, die für die Pflegekräfte eintreten und die für einen anständigen Tarifvertrag und für einen fairen Lohn kämpfen. Das ist nicht Sache der Politik."

 

Studie zeigt auch Gründe für hohe Teilzeitquote in der Pflege

Auch die Tatsache, dass Fachkräfte der Altenpflege im Vergleich zu Fachkräften der Krankenpflege in allen Bundesländern erheblich weniger verdienen würden, zeige Handlungsbedarf. "In den ostdeutschen Bundesländern haben die Fachkräfte der Altenpflege durchschnittlich fast 30 Prozent weniger Einkommen, im Westen rund 18 Prozent. Fachkräfte der Altenpflege verdienen teilweise weniger als ein Krankenpflege-Helfer im Krankenhaus.“ Diese Lohnschere ist laut Laumann nicht vernünftig zu begründen. „Um diesen unhaltbaren Zustand zu beenden, brauchen wir endlich die generalistische Pflegeausbildung. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – dieser Grundsatz muss auch für den Pflegeberuf insgesamt gelten", forderte Laumann.

Für den Pflegebeauftragten zeigt die Untersuchung auch wichtige Erkenntnisse im Hinblick auf den befürchteten Fachkräftemangel: "Sie liefert erstmals auch belastbare Erkenntnisse über die Gründe für die hohe Teilzeitquote“, sagte er. So seien in den westdeutschen Bundesländern vor allem persönliche und familiäre Gründe wie zum Beispiel das Fehlen von Kinderbetreuungsplätzen ausschlaggebend. Dagegen arbeiteten in den neuen Bundesländern viele nur deshalb in Teilzeit, weil sie keine Vollzeitstelle finden. Laumann weiter: „Unfreiwillige Teilzeit passt nicht mit der Klage über den Fachkräftemangel zusammen.“ Dem müsse und könne man entgegenwirken. 

Foto: Fotolia - Alexander Raths

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Pflege
 

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