. Sport

Langsames Joggen ist gesünder

Immer mehr Studien zeigen, dass Sport vor allem dann gesund ist, wenn er in Maßen betrieben wird. Auch eine aktuelle Studie bestätigt das. Demnach ist langsames Joggen gesünder als schnelles. „Raser“ hingegen tun sich nichts Gutes.
Langsam Joggen ist gesund

Beim Joggen sollte man es nicht übertreiben

Joggen ist gesund, aber nur, wenn man es nicht übertreibt. Das ist das Ergebnis der Copenhagen City Heart Study. Die Forscher konnten zeigen, dass Jogger ihr Leben vor allem dann verlängern können, wenn sie maximal zweieinhalb Stunden pro Woche langsam laufen. Wer mehr und intensiver trainiert, wandelt die Vorteile hingegen leicht in Nachteile um und kann seiner Gesundheit dauerhaft schaden.

Für ihre Studie beobachteten die Forscher um Peter Schnohr vom Frederiksberg Hospital in Kopenhagen über zehn Jahre lang 1098 gesunde Jogger und 413 „Bewegungsmuffel“. Die Forscher fanden heraus, dass Joggen vor allem dann gesund ist, wenn man zwischen einer und zweieinhalb Stunden pro Woche läuft. Jogger, die das berücksichtigten, konnten in der Studie ihr Mortalitätsrisiko gegenüber Nichtläufern um 71 Prozent reduzieren. Und sogar bei einer Laufzeit von weniger als einer Stunde pro Woche reduzierte sich das Sterberisiko bereits um ein Drittel.  

Zu schnelles Joggen kann schaden

Jogger, die über zweieinhalb Stunden trainierten, brauchten die gesundheitlichen Vorteile gegenüber Unsportlichen hingegen wieder auf. Offenbar kann zu intensives Training den positiven Effekt des Joggens umkehren. Auch das Tempo spielt eine große Rolle für die Gesundheit. Es zeigte sich, dass langsames Joggen das Sterberisiko um über 60 Prozent senken konnte, während schnellere Läufer sogar schlechter abschnitten als Nichtläufer. Die Intensiv-Sportler schadeten sich also mehr, als wenn sie ganz auf Sport verzichtet hätten.

Wurden in die Studie andere Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht, Tabak- und Alkoholkonsum, Bildung und Diabetes einbezogen, kamen die Unterschiede sogar noch deutlicher zum Vorschein. Nun war das Mortalitätsrisiko bei den Joggern, die langsam trainierten, um 78 Prozent reduziert, bei den Läufern mit den höchsten Trainingsleistungen kehrte sich der Effekt jedoch wieder um: Sie hatten ein fast doppelt so hohes Sterberisiko wie Nichtläufer.

Ergebnisse motivieren, mit Sport zu beginnen

Nach Meinung der Studienautoren müssten die Ergebnisse ihrer Analyse auch Nichtsportler motivieren, sich mehr zu bewegen, da es gar nicht viel Aufwand benötige, um seiner Gesundheit etwas Gutes zu tun. Der Studie zufolge reicht ein dreimaliges Lauftraining pro Woche von insgesamt einer bis zwei Stunden aus, um deutliche gesundheitliche Effekte zu erzielen. Wer es hingegen beim Joggen übertreibt, schadet seiner Gesundheit eher.

Foto: © Martinan - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin

Weitere Nachrichten zum Thema Sport

| Viele Fitnessstudios in Deutschland werben mit EMS, einer Trainingsmethode, bei dem die Muskeln während der Übungen zusätzlich mit elektrischem Strom stimuliert werden. Nun warnen Neurophysiologen vor möglichen Muskel- und Nierenschäden durch die Methode.
| Wer nicht ausreichend trainiert ist, sollte nicht an einem Marathon teilnehmen. Die ungewohnte Belastung gefährdet nicht nur das Herz, sondern besonders stark auch die Nieren. Sogar ein akutes Nierenversagen könnte die Folge sein.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Nicht nur junge Menschen, auch viele Senioren trinken mehr Alkohol, als ihnen guttut. Daran etwas zu ändern, ist für ältere Menschen oft besonders schwer. Dennoch lohnt es sich auch im Alter, dem Alkoholkonsum zu entsagen oder ihn zumindest zu reduzieren.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Für Menschen mit Behinderung sind Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe nach wie vor nicht selbstverständlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Ulla Schmidt, MdB und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, darüber gesprochen, was getan werden muss, um die Situation von Betroffenen zu verbessern.