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30.08.2018

Längere Urlaube könnten das Leben verlängern

Längere Urlaube könnten das Leben verlängern. Das ist das Ergebnis einer Langzeit-Studie, die auf dem Kongress der European Society of Cardiology (ESC) 2018 vorgestellt wurde.
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Genug Urlaub ist wichtig, um Arbeits-Stress effektiv abzubauen

Längere Urlaube könnten das Leben verlängern. Das ist das Ergebnis einer Langzeit-Studie, die jetzt auf dem ESC-Kongress in München vorgestellt wurde. Die Untersuchung umfasste 1.222 männliche Führungskräfte, die im Alter von 40 bis 56 Jahren in die 1974/1975 gestartete Helsinki Businessmen Study aufgenommen wurden.

Die Teilnehmer hatten mindestens einen Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen. Dazu zählten Rauchen, Bluthochdruck, hoher Cholesterinspiegel, erhöhte Triglyzerid-Werte, Glukose-Intoleranz oder Übergewicht. Sie wurden nun für 5 Jahre in eine Kontrollgruppe (610 Männer) oder eine Interventionsgruppe (612 Männer) eingeteilt.

Langzeit-Studie mit Führungskräften

Die Interventionsgruppe erhielt alle vier Monate mündliche und schriftliche Gesundheitstipps, also sich ausreichend zu bewegen, sich gesund zu ernähren, ein gesundes Gewicht anzupeilen und mit dem Rauchen aufzuhören. Wenn die Ratschläge allein nicht wirksam waren, erhielten die Männer Medikamente wie Blutdruck- und Cholesterin-Senker. Die Männer in der Kontrollgruppe erhielten die übliche Gesundheitsversorgung.

Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen lag nach fünf Jahren in der Interventionsgruppe um 46 Prozent niedriger als in der Kontrollgruppe. Bei einer nach 15 Jahren anberaumten Nachuntersuchung (1989) gab es in der Interventionsgruppe aber mehr Todesfälle als in der Kontrollgruppe. Die aktuelle Untersuchung nahm nun 40 Jahre nach Beginn der Studie - also im Jahr 2014 - noch einmal eine Nachuntersuchung vor und schaute sich zuvor nicht ausgewertete Basisdaten zu Arbeitsbelastung, Schlaf und Urlaub mit an.

 

Längere Urlaube könnten das Leben verlängern

Ergebnis: Kürzere Urlaube waren mit überhöhten Todesfällen in der Interventionsgruppe verbunden. In der Interventionsgruppe hatten Männer, die drei Wochen oder weniger Jahresurlaub nahmen, eine um 37 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, in den Jahren 1974 bis 2004 zu sterben als diejenigen, die mehr als drei Wochen am Stück Ferien machten. Längere Ferien könnten also das Leben verlängern.

Studien-Autor Prof. Timo Strandberg von der Universität Helsinki sagte: "In unserer Studie arbeiteten Männer mit kürzeren Urlauben mehr und schliefen weniger als diejenigen, die längere Ferien nahmen." Ein gutes Stress-Management gehörte in den 1970er Jahren noch nicht zur Präventivmedizin, heute ist es Bestandteil der ärztlichen Empfehlungen für Personen mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 

Arbeitsstress im Urlaub abbauen

Es könne sein, dass die Gesundheitsempfehlungen die Teilnehmer aus der Interventionsgruppe zusätzlich unter Stress gesetzt haben. Daraus ließe sich aber nicht folgern, dasss Gesundheitserziehung schädlich sei. Strandberg: "Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Stressreduzierung ein wesentlicher Bestandteil von Programmen zur Senkung des Risikos von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist." Ein ansonsten gesunder Lebensstil könne die durch die Arbeit entstehende Stress-Belastung nicht ausgleichen. Vielmehr sei Urlaub eine gute Möglichkeit, Stress abzubauen. Die Studie wurde vom Fachmagazin Journal of Nutrition, Health & Aging zur Veröffentlichung angenommen.

Foto: jenny sturm/Fotolia.com

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