. Entschließung des Bundesrates zu Diabetes

Länder fordern einen Nationalen Diabetesplan

Die Länder Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Thüringen machen sich für einen Nationalen Diabetesplan stark. Dazu wurde federführend vom Land Schleswig-Holstein am vergangenen Freitag ein Antrag beim Bundesrat eingebracht.

Länder stärken Prävention: Noch in diesem Jahr soll ein Nationaler Diabetesplan erstellt werden.

Nach der ergangenen Entschließung des Bundesrates wurden die weiteren Beratungen zunächst in die Ausschüsse überwiesen. Laut Entschließungsantrag soll der Bundesrat die Bundesregierung auffordern, noch in diesem Jahr den Entwurf für ein Bundespräventionsgesetz vorzulegen. 

Diabetes-Prävention und Stärkung der Selbsthilfe von Länder gefordert

„Diabetes hat nicht nur für die Betroffenen weitreichende Folgen, sondern auch für unser gesamtes Gesundheitssystem. Der Entwicklung mit immer mehr Erkrankten müssen wir eine gemeinsame und starke Strategie entgegensetzen. Wir wollen die Umsetzung eines Nationalen Diabetesplans mit einer gezielten Präventionsoffensive und der Stärkung von Früherkennung und Selbsthilfe“, sagte Schleswig-Holsteins Gesundheitsministerin Kristin Alheit 

Mit dem Bundesratsantrag bitten die zustimmenden Länder die Bundesregierung:

  1. zügig den Entwurf eines Bundespräventionsgesetzes vorzulegen, das zukünftig und nachhaltig als strukturelle und finanzielle Sicherung für Prävention und Gesundheitsförderung dienen kann.
  2. einen Nationalen Diabetesplan vorzulegen, der ein Konzept enthält, das sowohl Präventionsstrategien, Früherkennungsmaßnahmen und Vorschläge für neue Versorgungsmodelle als auch die Stärkung der Selbsthilfe beschreibt. Im Einzelnen sind, unter Berücksichtigung der Vorgaben eines Bundespräventionsgesetzes und der Erfahrungen bei der Umsetzung des Nationalen Krebsplans, die folgenden Aspekte für alle Bevölkerungsgruppen zu berücksichtigen: Primäre Prävention des Diabetes stärken, Früherkennung des Typ2-Diabetes intensivieren, Epidemiologische Datenlage verbessern, Versorgungsstrukturen und sozialmedizinische Nachsorge qualitativ sichern, Patientenschulung und Patientenselbstbefähigung ausbauen, auch für Kinder und Jugendliche im Setting Kindertagesstätte und Schule 
  3. die Bundesländer sowie die Akteure im Gesundheitswesen in den Planungsprozess weitreichend einzubeziehen. ?Die Erkenntnisse aus der Umsetzung des Nationalen Gesundheitszieles „Diabetes mellitus Typ 2: Erkrankungsrisiko senken,  Erkrankte früh erkennen und behandeln“ sind dabei zu berücksichtigen.

Deutschland hinkt in Sachen Diabetes-Prävention hinterher

In dem Bundesratsantrag verweisen die beteiligten Länder darauf, dass das Gesundheitssystem vor einer großen Herausforderung steht, da die Behandlung des Diabetes und der Folgeerkrankungen angesichts der demographischen Entwicklung ohne Qualitätseinbußen nur noch eingeschränkt finanzierbar sein wird. „Ein nachhaltiger Ansatz muss vor allem die Gesundheitsförderung und Prävention in den Fokus nehmen“, so Alheit. Ein von WHO, EU und UN geforderter Diabetesplan, der insbesondere Präventionsmaßnahmen sowie die Stärkung der Selbsthilfe zu beinhalten hat, sei in 17 EU-Ländern bereits umgesetzt worden. In Deutschland stehe diese Umsetzung noch aus.

Foto: Minerva Studio - Fotolia.com

Autor: Cornelia Wanke

Weitere Nachrichten zum Thema Diabetes

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
Dass körperliche Inaktivität, hoher Alkoholkonsum, Rauchen und Bluthochdruck Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen sind, ist bekannt - wie ungleich diese innerhalb Deutschlands verteilt sind, jedoch weniger. Eine Studie zeigt, dass Menschen aus dem Ostteil des Landes ein ungünstigeres Risikoprofil aufweisen.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Für Menschen mit Behinderung sind Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe nach wie vor nicht selbstverständlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Ulla Schmidt, MdB und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, darüber gesprochen, was getan werden muss, um die Situation von Betroffenen zu verbessern.
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.
Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern der Homöopathie sind verhärtet. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Homöopathie-Kritikerin Dr. med. Natalie Grams über wissenschaftliche Prinzipien und den verbreiteten Wunsch nach medizinischen Alternativen gesprochen.