. Depression

Kurzzeit-Therapie verringert Depressionen bei Brustkrebspatientinnen

Über 20 Prozent der Brustkrebspatientinnen leiden zusätzlich unter Depressionen. Eine spezielle Kurzzeit-Therapie könnte ihnen effektiv helfen. Das zeigt eine Studie von Forschern aus Mainz und Leipzig.
Psychotherapie für Brustkrebspatientinnen mit Depressionen

Viele Brustkrebspatientinnen leiden unter Depressionen

Die Diagnose Brustkrebs ist für die Betroffenen meistens ein Schock. Häufig folgen dann langwierige und belastende Behandlungen, Schmerzen und Erschöpfung können die Folgen sein. Kein Wunder also, dass jede fünfte Brustkrebspatientin eine Depression entwickelt. Das bedeutet dann eine zusätzliche Belastung, denn diese Patientinnen sind, wenn sie keine Behandlung erhalten, länger arbeitsunfähig, haben eine niedrigere Lebensqualität, und es kann sich sogar die Prognose für die Krebsbehandlung verschlechtern.

Eine spezielle Kurzzeit-Psychotherapie kann Brustkrebspatientinnen effektiv gegen ihre Depressionen helfen. Das berichteten Forscher der Universitäten Mainz und Leipzig auf dem Deutschen Kongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, der am 9. März 2013 in Heidelberg stattfand.

Brustkrebs: Depressionen werden bei der Behandlung oft vernachlässigt

Nach Angaben der Wissenschaftler sind Depressionen die häufigste seelische Begleiterkrankung bei Brustkrebs. „Dennoch werden die seelischen Nöte bei der Behandlung des Tumors häufig außer Acht gelassen“, erklärte Manfred Beutel, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz im Vorfeld des Kongresses.

An der Studie nahmen 157 Patientinnen mit Brustkrebs teil. Während eine Hälfte der Teilnehmerinnen über einen Zeitraum von 20 Wochen einmal pro Woche eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie erhielt, wurde die andere Hälfte an ihre Hausärzte verwiesen und über Beratungsstellen informiert. Die Patientinnen, die zur Therapiegruppe gehörten, wurden von den Psychotherapeuten über ihre Depression aufgeklärt und entwickelten gemeinsam mit ihnen passende Strategien, wie sie die mit ihrer Krebserkrankung verbundenen Depressionen besser bewältigen können.

Frühzeitige Behandlung sinnvoll

Die psychtherapeutische Behandlung erwies sich als erfolgreich. Bei 57 Prozent der Patientinnen, die eine Psychotherapie erhielten, bildeten sich die Depressionssymptome zurück. In der Vergleichsgruppe war dies nur bei 33 Prozent der Fall. „Damit hat sich die Kurzzeit-Psychotherapie als sehr wirksam bei der Behandlung von Depressionen bei Brustkrebspatientinnen erwiesen“, so Beutel. Allerdings sei es wichtig, dass die Behandlung möglichst frühzeitig erfolgt, bevor eine Depression chronisch wird.

Betroffene können sich bei ihrem Hausarzt, Krebsberatungsstellen oder psychosomatische Kliniken über die Möglichkeit einer Psychotherapie informieren. Das Forscherteam weist allerdings darauf hin, dass die getrennten Versorgungssektoren immer noch eine Hürde darstellten, dass Patientinnen eine angemessene Behandlung erhalten. Sie fordern daher, dass somatische und psychosomatische Medizin besser zusammenarbeiten.

Foto: © Ambrophoto - Fotolia.com

Autor:

Weitere Nachrichten zum Thema Brustkrebs

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Die Hälfte der pflegenden Angehörigen hat Gewalt durch den Pflegebedürftigen erlebt, 40 Prozent haben selbst Gewalt ausgeübt. Das Thema ernstzunehmen fordert das Zentrum für Qualität in der Pflege.
Vom späten Nachmittag bis frühen Abend erleben etwa 20 Prozent der Patienten, die an einer Alzheimerdemenz leiden, eine Zunahme ihrer Symptome wie Aggressivität, Verwirrung, Angst oder Orientierungslosigkeit. Forscher haben nun die Ursachen für diesen Zusammenhang genauer untersucht.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Interviews
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.