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Künstliche Befruchtung: Krebs-Risiko bei tiefgefrorenen Embryonen

Entsteht ein Kind durch künstliche Befruchtung, hat das keinen Einfluss auf sein Krebsrisiko. Eine dänische Studie zeigt aber, dass es eine Ausnahme bei tiefgefrorenen Embryonen gibt.
Künstliche Befruchtung, In-Vitro-Fertilisation, ICSI, Kinderwunschbehandlung, Eizelle

Kinder, die im Reagenzglas entstanden, haben kein generell erhöhtes Krebsrisiko

Entsteht ein Kind durch künstliche Befruchtung, hat das keinen Einfluss auf sein Krebsrisiko. Eine dänische Studie zeigt aber, das es eine Ausnahme bei tiefgefrorenen Embryonen gibt.

Dänemark ist eines der Länder mit der weltweit höchsten Rate an assistierten Reproduktionsverfahren. Im Jahr 2018 ist dort rund jedes zehnte Kind mithilfe einer Fertilitätsbehandlung entstanden, heißt es im Fachmagazin In-Vitro-Fertilisation. Wenig sei bislang zu den Langzeitfolgen bei den Kindern bekannt.

Mehr als 1 Million Kinder beobachtet

Marie Hargreave, Doktorandin am Forschungszentrum der Dänischen Krebsgesellschaft in Kopenhagen und Kollegen analysierten das Risiko für Krebs im Kindesalter im Vergleich von durch künstliche Befruchtung und natürlich entstandenen Kindern. Ihre Analyse umfasste mehr als 1 Million Kinder, die zwischen dem 1. Januar 1996 und dem 31. Dezember 2012 in Dänemark geboren wurden.

Die Mütter, die zuvor eine Fertilitätsbehandlung erhielten, nahmen Medikamente wie Clomifen, Gonadotropin, Gonadotropin freisetzende Hormon-Analoga, humanes Choriongonadotropin, Progesteron und Östrogen ein. Bei ihnen wurden die In-vitro-Fertilisation, die intracytoplasmische Spermieninjektion oder der Transfer von gefrorenen Embryonen durchgeführt.

 

Künstliche Befruchtung: Krebs-Risiko bei tiefgefrorenen Embryonen

Bei  2.217 Kindern wurde zwischen 1996 und 2015 Krebs diagnostiziert. Die Medikamententherapien und das IVF- und ICSI-Verfahren ergaben kein erhöhtes Risiko. Die Forscher stellten aber, fest dass die Verwendung von gefrorenen Embryonen mit einem 2,4 mal erhöhten Risiko für Krebs im Kindesalter verbunden war. Das höhere Risiko war laut der Forscher hauptsächlich auf ein erhöhtes Risiko für Leukämie und Tumoren des sympathischen Nervensystems zurückzuführen.

Hargreave erklärte, dass der Transfer von gefrorenen Embryonen sich von anderen Arten der Behandlung sowohl in der Anwendung von Fruchtbarkeitsmedikamenten als auch in der Anwendung von Kryoprotektiva sowie beim Einfrieren und Auftauen von Embryonen unterscheide.

Höheres Geburtsgewicht

Aus  tiefgefrorenen Embryonen entstandene Kinder kamen vergleichsweise später zur Welt und hatten eine höheres durchschnittliches Geburtsgewicht im Vergleich zu Kindern, die nach einem Transfer frischer Embryos entstanden.

"Dies legt nahe, dass Techniken, die die Kryokonservierung beinhalten, Veränderungen im sich entwickelnden Embryo hervorrufen und möglicherweise das intrauterine Wachstum beeinflussen", so die Forscher. Übermäßiges Wachstum des Fetus führt möglicherweise zu epigenetischen Veränderungen und steht mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung.

Auch wenn die  Ergebnisse zutreffen sollten, sei es wichtig zu betonen, dass das erhöhte Risiko sehr gering ist, bilanzierte Hargreave. Dazu kommt, dass die Rate der Krebserkrankungen in der Kohorte sehr gering war, was die Belastbarkeit der Daten einschränkt. Die Studie erschien im Fachmagazin Jama.

Foto: koya979/adobe.com

 

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