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06.11.2020

Krone, Brücke oder Implantat? Hohe Kosten beim Zahnersatz begrenzen

Zahnersatz kann teuer werden. Bei Kronen, Brücken oder Implantaten müssen oft hohe Summen als Eigenanteil selbst bezahlt werden. Wie lassen die sich begrenzen?
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Hochwertiger Zahnersatz ist teuer, denn die Kasse zahlt meist nur einen kleinen Teil der Kosten

Zahnersatz kann teuer werden. Bei Kronen, Brücken, Prothesen oder Implantaten müssen oft hohe Summen als Eigenanteil selbst bezahlt werden. Eine umfangreiche Aufklärung über die Behandlung und die anfallenden Kosten ist deshalb wichtig. Denn Patienten fühlen sich nicht immer gut und ausreichend über die Leistungen der Krankenkassen und der tatsächlichen Kosten der Zahnärzte informiert.

"Beim Zahnersatz gibt es mehrere Versorgungsmöglichkeiten", heißt es bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Hilfreich sind in dem Fall drei Kostenaufstellungen: für die Basisversorgung, eine mittlere Versorgung sowie die optimale Lösung. Die Verbraucherschützer geben noch weitere Tipps, wie sich Kosten begrenzen lassen.

Extra-Kostenvoranschlag für Material und Labor

Festzuschuss für Zahnersatz kennen: Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen einen Anteil der Kosten für die Basislösung, die sogenannte Regelversorgung. Dieser Festzuschuss wurde zum 1. Oktober 2020 von 50 auf 60 Prozent erhöht. Wer andere Leistungen möchte als die Regelversorgung, muss die Mehrkosten dafür selbst zahlen. In einem solchen Fall wird die Leistung auch bei gesetzlich Versicherten nach der privaten Gebührenordnung für Zahnärzte abgerechnet.

Heil- und Kostenplan prüfen: Rät der Zahnarzt gesetzlich Versicherten zu Zahnersatzleistungen, muss er die geplante Behandlung und voraussichtlichen Kosten in einen Heil- und Kostenplan eintragen und diesen den Patienten aushändigen. Die veranschlagten Kosten darin müssen so genau wie möglich angegeben werden. Die Kasse prüft diese Vorlage und gibt ihr Okay für eine Behandlung. Bei einem umfangreichen Zahnersatz sollten Patienten zur persönlichen Kostenkontrolle nach einem Extra-Kostenvoranschlag für Material- und Laborkosten fragen. Die können nämlich recht hoch sein.

 

Krone, Brücke, Implantat? Hohe Kosten beim Zahnersatz begrenzen

Steigerungssatz beachten: In der privaten Gebührenordnung wird für jede zahnärztliche Leistung je nach Aufwand und Schwierigkeitsgrad ein Steigerungssatz festgelegt, der den Preis entscheidend mitbestimmt. Der Faktor 2,3 ist für durchschnittliche Leistungen angesetzt. Ein Überschreiten des 3,5-fachen Steigerungssatzes ist nur mit gesonderter Vereinbarung möglich. Wenn eine Leistung im Vergleich zum einfachen Steigerungssatz etwa siebenmal so teuer ausfällt, wird der Rechnungsbetrag deutlich teurer.

Krone, Brücke oder Implantat? Hohe Kosten beim Zahnersatz begrenzen lassen sich auch, indem Patienten eine Zweite Meinung einholen. Werden hohe Beträge für Zahnersatz kalkuliert oder sollen mehrere Zähne gezogen werden, ist es sinnvoll, die Meinung eines anderen Arztes zum Behandlungs- und Kostenplan einzuholen. Diese Zweitmeinung sowie die Erstellung eines zweiten Heil- und Kostenplans sind für gesetzlich Versicherte kostenlos.

Bonus und Härtefallregel beachten

Bonusregelung beachten: Regelmäßige Zahnarztbesuche werden von den gesetzlichen Krankenkassen mit einem Bonus belohnt. Wer in den letzten fünf beziehungsweise zehn Jahren mindestens einmal jährlich zur Kontrolle beim Zahnarzt war, kann ein finanzielles Extra in Anspruch nehmen. Die Kassen übernehmen bei einer Behandlung dann 70 beziehungsweise 75 Prozent der Regelversorgung.

Härtefallregelung anwenden: Gesetzlich Versicherte mit einem niedrigen Bruttoeinkommen bis zu 1.274 Euro erhalten statt 60 Prozent die kompletten Kosten für die Regelversorgung beim Zahnersatz erstattet. Die Übernahme der Kosten müssen sie bei der Krankenkasse beantragen. Mehr Informationen gibt es unter www.verbraucherzentrale.nrw/kostenfalle-zahn.

Foto: Adobe Stock/fovito

Autor: bab
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