Anzeige
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Anzeige
20.03.2018

Krebssterblichkeit sinkt – zwei Krebsarten widersetzen sich dem Trend

Die Krebssterblichkeit in Europa ist weiter am Sinken. Besonders Darmkrebs verläuft seltener tödlich. Doch bei zwei Krebsarten steigt die Sterblichkeit, wie ein internationales Forscherteam jetzt berichtet.
Krebssterblichkeit, Europa

Weniger Todesfälle, bessere Heilungsraten: Altersbereinigt sterben in Europa immer weniger Menschen an Krebs

Die Überlebenschancen bei Krebs verbessern sich weiter. Das berichtet ein internationales Forscherteam jetzt im Fachmagazin Studie Annals of Oncology.

Demnach wird die Krebssterblichkeit in der EU in diesem Jahr weiter sinken. Dies gilt vor allem für eine Tumorentität: Für Darmkrebs sagen die Forscher sieben Prozent weniger Todesfälle im Vergleich zum Jahr 2012 voraus. Die sinkende Darmkrebssterblichkeit sei eine wahre Erfolgsstory, schreibt das Autorenteam um Prof. Dr. Carlo La Vecchia von der Universität Milan, Italien.

Die zwei Ausreißer heißen Lungenkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs

Die Forscher hatten WHO-Daten zu Krebstodesursachen von 1970 bis 2012 aus der EU analysiert und zudem Auswertungen von sechs Mitgliedstaaten vorgenommen: Frankreich, Deutschland, Polen, Italien, Spanien und Großbritannien. Danach nimmt die Darmkrebssterblichkeit seit 1993 kontinuierlich ab. Auch an anderen Krebsformen wie etwa Eierstockkrebs, Magen- Blasen und Prostatakrebs werden – altersbereinigt - weniger Europäer sterben, prognostiziert das Forscherteam. Jedoch gibt es zwei Ausnahmen: Lungenkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Hier nehme die Krebssterblichkeit sogar zu. Die Autoren erklären diesen Anstieg mit der wachsenden Zahl von Raucherinnen.

Gefälle zwischen Männern und Frauen

An Lungenkrebs werden laut Prognose wohl 32 von 100.000 Männer und 15 von 100.000 Frauen sterben – das ist die höchste Krebssterblichkeitsrate unter allen Tumorentitäten. Zwar ist die Lungenkrebssterblichkeit bei Männern gesunken, bei Frauen nimmt sie jedoch zu.

Auch bei Bauchspeicheldrüsenkrebs gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Während die Sterblichkeit bei Männern stabil bleibt, werden offenbar mehr Frauen am Pankreaskarzinom versterben (+ 2,8%). Für Frauen in der EU sagen die Forscher rund 90.000 Todesfälle voraus. „Damit werden fast genauso viele Frauen an Pankreaskarzinom wie an Brustkrebs sterben“, sagt La Vecchia mit Blick auf die 92.000 erwarteten Brustkrebstodesfälle in Europa.

Brustkrebs ist zwar viel häufiger als Bauchspeicheldrüsenkrebs. Doch das Verhältnis zwischen Überlebens- und Sterberate ist nahezu umgekehrt. Brustkrebs hat heute Heilungsraten von 85 Prozent, während die Überlebenswahrscheinlichkeit bei Bauchspeicheldrüsenkrebs gerade mal 5 Prozent beträgt. Grund ist, dass dieser aggressive Krebs fast immer zu spät entdeckt wird.

Nach der Analyse werden in 2018 knapp insgesamt 1,4 Millionen Menschen an Krebs sterben. Rechnet man heraus, dass die Europäer immer älter werden bedeutet das gegenüber 2012, dass 10 Prozent weniger Männer und 5 Prozent weniger Frauen einem Krebsleiden erliegen.

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krebs , Darmkrebs , Lungenkrebs
 

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Noch nie haben sich in Deutschland so viele Menschen nach Zeckenbissen im Grünen mit Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) angesteckt wie 2020 – und Experten befürchten eine weiter steigende Tendenz. Neu ist: Die nur durch Zecken übertragene und im schlimmsten Fall tödliche Form der Hirnhautentzündung wandert Richtung Norden – und tritt in der Natur verstärkt in größeren Höhen auf.

Der Corona-Lockdown bremst uns bei sportlichen Aktivitäten aus und verändert unsere Ernährungsgewohnheiten. Das zeigt eine Umfrage unter Studenten in Bayern. Fast jeder Dritte aß mehr als in der Vor-Corona-Zeit – und viele aßen mehr „Ungesundes“. Die Zahl der Schritte, die man pro Tag geht, sank um eine Zahl in vierstelliger Größe.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin