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Krebsmediziner treffen sich auf Deutsch-Arabischem Krebskongress

Ab Donnerstag treffen sich Krebsmediziner auf dem Deutsch-Arabischen Krebskongress in Berlin. Im Mittelpunkt stehen genetische und soziokulturelle Unterschiede zwischen deutschen und arabischen Patienten.
Deutsch-Arabische Krebskongress in Berlin: Intensivierung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit soll Behandlungserfolge verbessern

Deutsch-Arabische Krebskongress in Berlin: Intensivierung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit soll Behandlungserfolge verbessern

Dass der Deutsch-Arabische Krebskongress mitten in der Flüchtlingskrise stattfinden wird, konnte wohl niemand ahnen. Schon zum zweiten Mal veranstalten die Berliner Charité und die Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft das Treffen, um – wie es heißt, „die Zusammenarbeit im Rahmen wissenschaftlicher und klinischer Forschungsprojekte zu intensivieren.“ Auf dem Programm am Donnerstag und Freitag stehen biomedizinische Forschung, chirurgische und medikamentöse Behandlungsoptionen sowie die Beratung der Patienten. Dabei sollen auch Unterschiede der soziokulturellen Hintergründe und Gesundheitssysteme erörtert werden.

Mit vergleichender Forschung Wissenslücken schließen

Doch in erster Linie soll es um die Unterschiede zwischen der arabischen und der europäischen Bevölkerung bezüglich Krebsentstehung und Therapieansprechen gehen. „Bisher gibt es schon Forschungsergebnisse über Unterschiede zwischen europäisch- und asiatischstämmigen Menschen in der Entwicklung von Krankheiten und über Krankheitsfaktoren auf molekularer Ebene“, erklärt der wissenschaftliche Leiter des Kongresses Prof. Ulrich Keilholz vom Comprehensive Cancer Center der Charité. Über arabische- und afrikanische Bevölkerungen sei in dieser Hinsicht dagegen nur wenig bekannt. Deshalb setzen deutsche und arabische Wissenschaftler nun auf vergleichende Forschungsprojekte, die die genetischen Unterschiede in den Blick nehmen. Komparative Forschung heißt das im Fachjargon.

Von Darmkrebs ist zum Beispiel bekannt, dass die arabische Bevölkerung in deutlich früherem Lebensalter daran erkrankt. Gleichzeitig sind aber die Behandlungserfolge bei arabischen Patienten selbst in fortgeschrittenen Krankheitsstadien auffällig gut. Die Wissenschaftler vermuten, dass entweder genetische Faktoren oder Umweltbedingungen dazu beitragen, dass die Erkrankung früher auftritt und sich anders verhält. „Was jetzt fehlt, sind vergleichende Studien, die die Unterschiede in der molekularen Tumorentstehung untersuchen“, sagt Krebsmediziner Ulrich Keilholz, der mit dem Kongress nun genau solche multidimensionalen Forschungsprojekte vorantreiben will. Seiner Ansicht nach könnte ein Verständnis über die Unterschiede erhebliche Konsequenzen für Frühdiagnostik und Behandlung des Darmkrebses haben. Auch für die Weiterentwicklung der personalisierten Medizin spielten vergleichende Forschungsprojekte eine entscheidende Rolle.

 

Liga der Arabischen Staaten unterstützt den Deutsch-Arabischen Krebskongress

Der Deutsch-Arabische Krebskongress in Berlin steht unter dem Motto „Shaping Future Health. Cancer Diagnostics and Treatment“ und wird von der IHK Berlin, Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie sowie der Liga der Arabischen Staaten unterstützt. Aus den arabischen Ländern werden Redner aus Ägypten, Oman und Saudi-Arabien erwartet. Mit dem zweiten Kongress am 29. und 30. Oktober will man an den Erfolg des ersten Treffens vor einem Jahr anknüpfen, auf dem die „German Arab Cancer Society“ gegründet wurde.

Foto: © alexlmx - Fotolia.com

Hauptkategorien: Berlin , Medizin
 

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