. AOK Onkologie Report

Krebs wird noch zu selten in Tumorzentren behandelt

Die Behandlung in spezialisierten Zentren ist ein Grund, warum die Krebssterblichkeit gesunken ist. Der AOK Onkologie Report zeigt allerdings: Noch immer werden viele Patienten nicht in zertifizierten Tumorzentren behandelt.
Krebs wird noch zu selten in Tumorzentren behandelt

Krebszentren garantieren eine verlässliche Versorgungsqualität

Brustkrebs ist eine Art Vorreiter. Die Mehrzahl der Frauen mit Brustkrebs wird heute in zertifizierten interdisziplinären Brustzentren behandelt: 81 Prozent weist der Onkologie-Report der AOK Rheinland/Hamburg aus, der auf einer breiten Auswertung von Fallzahlen beruht. Bei anderen Krebserkrankungen besteht jedoch noch großer Handlungsbedarf. So wurde laut AOK Onkologie Report im Jahr 2011 nur jede dritte Patientin und jeder dritte Patient mit Darmkrebs in einem Zentrum behandelt, bei den Lungenkrebserkrankten fand sogar nur eine von fünf Behandlungen in einem spezialisierten und zertifizierten Zentrum statt.

„Krebserkrankungen müssen in dafür spezialisierten und zertifizierten Zentren behandelt werden, denn dort können sie am besten und am erfolgreichsten behandelt werden“, sagte Günter Wältermann, Vorsitzender des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg. „Derzeit ist der Anteil der in zertifizierten Zentren behandelten Patienten bei vielen Krebserkrankungen noch viel zu niedrig.“

Nur jeder fünfte Lungenkrebspatient wird in einem Lungenkrebszentrum behandelt

In der Tat bieten interdisziplinäre Tumorzentren die besten Voraussetzungen für hohe Kompetenz, große Erfahrung bei Operationen sowie ein aktuelles Wissen bei der medikamentösen Behandlung, die neben der Operation immer bedeutender wird.

Die Chefärztin des Brustzentrums Niederrhein aus Mönchengladbach Prof. Dr. Ulrike Nitz erklärte, dass durch die Versorgung in Brustzentren die Brustkrebssterblichkeit gesenkt werde. Aber auch die Brustzentren sollten ihre Fähigkeiten und ihr Aufgabenspektrum weiterentwickelt. „Insbesondere muss bei Frauen mit metastasiertem Mammakarzinom die Versorgungsqualität weiter angehoben werden“, forderte die Brustkrebsspezialistin. „Ein Eckpfeiler in der Behandlung onkologischer Patientinnen und Patienten ist auch die psychoonkologische Betreuung“, sagt Prof. Dr. Ulrike Nitz. „Sie muss noch breiter angeboten werden. Eine Krebserkrankung ist eine besondere psychische Belastung für die Erkrankten ebenso wie für Angehörige und Freunde.“

Brustkrebszentren werden seit 2003 nach dem Zertifizierungssystem der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) Brustkrebszentren überprüft und als solche anerkannt.

 

Zertifizierte Tumorzentren in Deutschland

Mittlerweile gibt es zu einer ganzen Reihe weiterer Krebsarten Schwerpunktzentren. Listen aller zertifizierten Zentren für die Behandlung von Krebserkrankungen in Deutschland sind auf der Internetseite der Deutschen Krebsgesellschaft zu finden. http://www.krebsgesellschaft.de/wub_zertifizierte_zentren_uebersicht.html

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