. Krebsprävention

Krebs vorbeugen mit Sport

Rund 500.000 Menschen in Deutschland werden jährlich mit der Diagnose Krebs konfrontiert. Wissenschaftler sagen: Allein durch konsequente körperliche Aktivität ließen sich 15 Prozent dieser Krebsfälle vermeiden. Tipps gibt es bei der Deutschen Krebshilfe: mit Fitness-Check, Trainingsplänen, Motivationshilfen und Kontakten zu wohnortnahen Sportvereinen.
Vier Leute (m/w) über 50 beim Walking im Grünen

Wer regelmäßig körperlich aktiv ist, steigert Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit – und senkt das Krebsrisiko.

Körperliche Bewegung schützt das Herz, stärkt das Immunsystem, fördert die Gehirnleistung, reguliert den Blutzuckerspiegel und hält das Körpergewicht in Schach. Und: Sie senkt sogar das Krebsrisiko. Wissenschaftler gehen davon aus, dass in Europa 14 Prozent aller Krebsfälle bei Männern und 16 Prozent bei Frauen durch ausreichende körperliche Aktivität vermieden werden könnten.

„Körperlich aktive Menschen erkranken nachweislich seltener an Tumoren des Dickdarms, der Brust und der Gebärmutterschleimhaut“, heißt es bei der Deutschen Krebshilfe. Nach deren Erkenntnissen sinkt beispielsweise das Dickdarm- und Brustkrebsrisiko bei täglicher Bewegung von mindestens 30 Minuten sogar um 20 bis 30 Prozent. Bei weiteren Krebsarten wird ein Zusammenhang zwischen Bewegung und Nicht-Erkrankung angenommen. Wissenschaftler schreiben körperlicher Aktivität diese heilsame Wirkung zu, weil sie den Stoffwechsel anregt, chronische Entzündungsprozesse hemmt, das Immunsystem stärkt und Prozesse im Körper unterstützt, durch die er Schäden am Erbgut reparieren kann.

Sport tut Körper und Seele gut – und reduziert das Krebsrisiko

„Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, sein Leben – auch in der kalten Jahreszeit – bewegungsreich zu gestalten, beispielsweise mit Wandern und Schwimmen. Aber auch andere Alltagsaktivitäten, bei denen Sie täglich etwas ins Schwitzen kommen, tun Körper und Seele gut und reduzieren das Krebsrisiko", so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe.

 

Beispiele für Sport als Präventionsmaßnahme im Alltag:

Moderate Bewegung:

  • flottes Gehen
  • moderates Fahrradfahren
  • moderates Tanzen

Intensive Bewegung:

  • Langstreckenschwimmen
  • schnelles Walken, Joggen oder Sprinten
  • sportliches Tennisspielen

Um Bewegung auf Dauer im eigenen Alltag zu etablieren, empfiehlt die Deutsche Krebshilfe, sich konkrete und realistische Ziele zu setzen: „Insbesondere beim Sport gilt: Langsam anfangen und sich nicht überfordern. Mitstreiter mit ähnlichen Vorsätzen helfen dabei, Rückschläge zu überwinden und an den gefassten Plänen festzuhalten.“ Wer seinen Alltag bewegungsreicher gestalten möchte, erhält hilfreiche Informationen im Rahmen der Kampagne „Bewegung gegen Krebs" der Deutschen Krebshilfe, des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und der Deutschen Sporthochschule Köln. Einen Fitness-Check, Trainingspläne, Motivationshilfen sowie Adressen zu wohnortnahen Sportvereinen bietet die Website der Krebshilfe unter dem Stichwort „Bewegung gegen Krebs".

Sport vermindert Rückfallrisiko bei Krebspatienten

Körperliche Aktivität hilft dabei nicht nur, das Krebsrisiko zu senken. Bei bereits Erkrankten helfen Bewegung und Sport helfen auch in der Phase der Krebstherapie oder im Anschluss an die Behandlung. „Sich regelmäßig bewegen steigert die körperliche Leistungsfähigkeit von Krebspatienten, stärkt ihr Immunsystem und reduziert das Fatigue-Syndrom“, so die Deutsche Krebshilfe. Bei vielen Patienten verringert sportliche Betätigung signifikant die Therapie-Nebenwirkungen.“ Studien wiesen zudem darauf hin, dass körperliche Aktivität die Tumorabwehr von Krebspatienten anregt und somit das Rückfall-Risiko reduzieren kann.

Bewegungsmangel als Risikofaktor für Krebserkrankungen:

  • Übergewicht (bioaktive Fettzellen)
  • Diabetes Typ 2 (dauerhaft erhöhter Insulinspiegel)
  • freie Radikale (Stoffwechsel-Abfallprodukte)
  • gestörter Hormonhaushalt (Fettgewebshormon Leptin, weibliches Sexualhormon Östrogen)
  • chronische Entzündungen (durch bioaktives Bauchfett)
  • geschwächtes Immunsystem

Bei diesen Krebsarten kann Bewegung das Erkrankungsrisiko senken:

  • Dickdarmkrebs
  • Brustkrebs (vor allem nach den Wechseljahren)
  • Gebärmutterschleimhautkrebs
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs
  • Lungenkrebs

Infomaterial der Deutschen Krebshilfe:

Ratgeber zur Prävention: „Schritt für Schritt. Mehr Bewegung weniger Krebsrisiko“
Ratgeber für Krebskranke: „Bewegung und Sport bei Krebs“

Foto: AdobeStock/asdf

Autor:
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Übergewicht , Darmkrebs , Brustkrebs , Gebärmutterhalskrebs , Bauchspeicheldrüsenkrebs , Lungenkrebs
 

Weitere Nachrichten zum Thema Krebsprävention

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.
Mitte Mai erwarten Virologen eine Coronapatientenwelle und damit die erste Belastungsprobe für das deutsche Gesundheitssystem. Nach Aufrufen von Politik und Universitäten haben Tausende Medizinstudenten ihre Bereitschaft signalisiert, in die Bresche zu springen. Aber wo? In Deutschland gibt es fast 2.000 Krankenhäuser. Auf einer Internet-Plattform können Freiwillige und Einrichtungen jetzt zueinanderfinden.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin Mehrzweckraum, EG
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Work-Life-Balance, geregelte Arbeitszeiten – in altersgemischten Stationsteams prallen Welten aufeinander. Wie sich der Generationenkonflikt im Krankenhaus lösen lässt, weiß Professor Wolfgang Kölfen, Chefarzt und Kommunikationsberater aus Mönchengladbach.
Die Universitätsmedizin Essen ist Smart Hospital und aktiv am Aufbau des virtuellen Krankenhauses in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Über die Chancen der digitalen Transformation und die Hürden auf diesem Weg hat Gesundheitsstadt Berlin mit der Digital Change Managerin der Universitätsmedizin Dr. Anke Diehl gesprochen.