. Science Jahresbilanz

Krebs-Immuntherapie als Top-Entdeckung 2013 gekürt

Das Fachmagazin „Science“ hat soeben die zehn wichtigsten wissenschaftlichen Entdeckungen des Jahres 2013 gekürt. Platz 1 belegt die Immuntherapie gegen Krebs. Wissenschaftliche Flops gab es aber auch.
Krebs-Immuntherapie als Top-Entdeckung 2013 gekürt

Immuntherapie gegen Krebs: Ein Durchbruch in der Krebsmedizin

Jedes Jahr zieht das Fachmagazin „Science“ eine Art Jahresbilanz und stellt die wissenschaftlichen Tops und Flops vor. Auf Platz 1 unter den Top-Ten befindet sich die Immuntherapie gegen Krebs. Bei diesem Ansatz wird die Immunabwehr des Patienten mit so genannten zielgericheteten Medikamenten mobilisiert, so dass die bösartigen Zellen vernichtet werden. Manche Medikamente verändern die Killerzellen von Krebspatienten so, dass sie danach auf bestimmte Oberflächenmoleküle entarteter Zellen geeicht sind und diese gezielt suchen und zerstören. Andere Substanzen blockieren den Tarn-Mechanismus der Krebszellen, damit diese die Abwehrzellen nicht weiter in die Irre führen. Chemische Substanzen oder Strahlung kommen dabei nicht zum Einsatz.

Bei der Krebs-Immuntherapie steht nicht der Tumor im Vordergrund, sondern das Immunsystem

Auch wenn an der Immuntherapie schon Jahrzehnte geforscht wird und sie bislang nur wenigen Patienten hilft: Die Redakteure von Science halten den Ansatz für einen Durchbruch in der Krebstherapie. Gleich mehrere Studien aus 2013 hätten belegt, dass  die Aufrüstung der Immunabwehr Erfolge bringe und Leben rette, so das Fachblatt. Viele Krebsspezialisten seien überzeugt, dass wir hier die Geburt eines wichtigen neuen Paradigmas der Krebsbehandlung sehen, meinte Tim Appenzeller, Leiter des News-Bereichs von Science.

Unter den Top-Ten befinden sich auch gezüchtete Mini-Organe. Forscher hatten in Laboren kleine Lebern, Nieren und Gehirne gezüchtet – zu Forschungszwecken. Die Mini-Hirne wurden zum Beispiel in Wien entwickelt. Auch die Herstellung eines menschlichen Klon-Embryos zur Gewinnung von Stammzellen wurde von Science als top bewertet. 2013 hatten US-Forscher ein menschliches Embryo nach dem Muster des Klonschafs Dolly geschaffen. Weiter schafften es Enthüllungen um Mikroben im menschlichen Körper und die so genannte "CRISPR"-Struktur – ein DNA-Abschnitt, den Forscher dazu nutzten menschliche Zellen zu manipulieren,- in die Top-Entdeckungen des Jahres 2013.

 

Die Top-Flops der Wissenschaft

Flops gab es aber auch in 2013. Laut Science war das der „Shutdown“ in den USA. Aufgrund der Überschuldung musste die US-Regierung im Oktober staatliche Gelder sperren. Forschungseinrichtungen mussten vorübergehend schließen und Projekte stagnierten. Ebenfalls Negativschlagzeilen machte eine gefälschte Studie des Science-Journalisten John Bohannon. Dies hatte in 2013 eine kontroverse Debatte über Fälschungen in der Wissenschaft und mangelnde Kontrollsysteme ausgelöst.

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krebs , Immunsystem
 

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs

 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
 
. Weitere Nachrichten
56 Prozent der niedergelassenen Ärzte in Deutschland befürchten Probleme bei der Suche nach einem Nachfolger für die eigene Praxis. Nur ein Viertel ist sich sicher, die Praxis zum Ruhestand erfolgreich verkaufen zu können. Brisant daran: Für jeden zweiten selbstständigen Arzt ist ein Verkaufserlös elementarer Teil der Altersvorsorge.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.