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Krebs: Fortschritt bei Wiederherstellung der Fruchtbarkeit

Es gibt positive Nachrichten für Mädchen und Frauen, denen durch eine Krebstherapie die Unfruchtbarkeit droht: Kürzlich ist die erste Lebendgeburt nach der Retransplantation von kryokonserviertem präpubertärem Ovarialgewebe gelungen.

Auch nach einer Krebstherapie ist es möglich, Kinder zu bekommen

Chemo- und Strahlentherapie haben zwar die Überlebensraten bei Krebs erhöht, doch als Nebenwirkung tritt nicht selten eine Einschränkung oder das völlige Ausbleiben der Fruchtbarkeit auf. Damit Patienten auch nach einer Krebstherapie noch Kinder bekommen können, werden verschiedene Optionen angeboten. Neben der Spermienkryokonservierung und dem Einfrieren von Eizellen ist unter anderem auch die Konservierung von Ovarialgewebe möglich.

Bisher hat es in Deutschland auch schon einige Lebendgeburten nach der Retransplantation von Ovarialgewebe gegeben, allerdings waren die Spenderinnen zum Zeitpunkt der Entnahme bereits erwachsen gewesen. Nun hat zum ersten Mal eine Frau nach der Retransplantation von präpubertärem Gewebe ein gesundes Kind entbunden. Belgische Mediziner haben kürzlich in der Fachzeitschrift Human Reproduction über den Fall berichtet.

Hoffnung für krebskranke Mädchen und Frauen

Die junge Frau hatte sich im Alter von 13 Jahren einer Knochenmarkstransplantation unterzogen, weil sie an einer schweren Sichelzellanämie erkrankt war. Auf Anraten der Ärzte hatte sie sich vorher Ovarialgewebe entnehmen lassen. Zerteilt in 62 Fragmente wurde das Gewebe vorsorglich eingefroren – obwohl unklar war, ob sich das entnommene Gewebe nach einer Retransplantation normal entwickeln würde. Mit 15 Jahren begann die Patientin mit einer Hormonersatztherapie, danach wurde ihr das kryokonservierte Gewebe reimplantiert. Tatsächlich bekam das Mädchen danach seine Menstruation. Im Alter von 27 Jahren konnte sie einen gesunden Jungen zur Welt bringen.

Die Möglichkeit, bereits so früh mit fertilitätserhaltenden Maßnahmen zu beginnen, ist besonders für krebskranke Mädchen wichtig. „Wenn bei ihnen Erkrankungen diagnostiziert werden, die eine Therapie erforderlich machen, bei der die Ovarialfunktion zerstört wird, ist die Kryokonservierung von Ovarialgewebe die einzige Möglichkeit, um ihre Fertilität bewahren“, so Dr. Isabelle Demeestere, Leiterin des belgischen Forschungsteams.

 

Kosten sind Patientensache

Noch gilt die Kryokonservierung von Ovarialgewebe als experimentelle Methode, und es liegen noch nicht viele Langzeiterfahrungen vor. Zudem ist sie sehr kostenintensiv und muss von den Betroffenen privat bezahlt werden. Auch muss sichergestellt werden, dass das Gewebe keine malignen Zellen enthält. Ein großer Vorteil ist, dass die Entnahme des Ovarialgewebes kurzfristig erfolgen kann, so dass sie den Beginn der Krebstherapie nicht wesentlich verzögert.

Beim Einfrieren unbefruchteter oder befruchteter Eizellen, der Standardmethode zur Erhaltung der Fruchtbarkeit, muss die Therapie meist um einige Woche verschoben werden, da zunächst eine kontrollierte ovarielle Stimulation durchgeführt werden muss. Die gewonnen Eizellen können dann mit Spermien befruchtet und so eingefroren werden. Steht jedoch kein Partner zur Verfügung, können die Eizellen per In-Vitro-Fertilisation mit Fremdsperma befruchtet werden. Für viele Frauen ist diese Option jedoch nicht akzeptabel und in Deutschland zudem für Unverheiratete verboten. Daher hat sich das Einfrieren unbefruchteter Eizellen als Therapieoption etabliert.

Foto: © motorradcbr - Fotolia.com

Autor: red
 

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