. Gesteigerte Schweissproduktion

Krankhaftes Schwitzen ist behandelbar

Hyperhidrose nennen Mediziner das krankhafte Schwitzen. Rund sieben Millionen Menschen in Deutschland leiden daran. Was viele nicht wissen: Hyperhidrose ist eine Erkrankung und gut behandelbar.
Krankhaftes Schwitzen ist behandelbar

Helios Kliniken

Unser Nervensystem reagiert sofort, wenn der Körper überhitzt. Bei grosser Anstrengung oder sommerlichen Temperaturen beginnen wir zu schwitzen: Rund einen halben Liter Flüssigkeit pro Tag verlieren wir dadurch. Hyperhidrose-Patienten aber liegen mit fast zwei Litern weit über dem Durchschnitt, denn in ihrem Nervensystem läuft etwas falsch. Egal, ob Sommer oder Winter, T-Shirt oder Rollkragen - sie schwitzten ständig ohne erkennbaren Grund, müssen mehrmals am Tag die Kleidung wechseln. Den meisten Betroffenen ist das peinlich und sie ziehen sich aus Scham zurück. "Viele Patienten fühlen sich hilflos, weil sie das Schwitzen nicht als Krankheit wahrnehmen, die behandelbar ist", erklärt Prof. Dr. med. Chalid Assaf, Chefarzt der Dermatologie am HELIOS Klinikum Krefeld.

Therapien gegen Hyperhidrose: Botox, Schwachstrom, Schweissdrüsensaugkürettage

Dabei stehen den Patienten je nach Art und Stärke der Symptome verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Bei leichten Fällen können schon tägliches Duschen, luftige Baumwollkleidung ohne Kunstfasern und schweisshemmende Spezial-Deos Abhilfe schaffen. Wenn das nichts nützt, ist die Schwachstromtherapie, die sogenannte Iontophorese, eine schonende Alternative. Winzige ionisierte Arzneistoffe gelangen über sanfte Stromimpulse in die Haut und unterbrechen die Schweissproduktion. "Über 70 Prozent der Patienten sprechen auf die Therapie an. Sie ist jedoch sehr zeitintensiv und nur an Händen und Füssen anwendbar", sagt der Dermatologe.

Bei Betroffenen mit verstärktem Achselschweiss kann auch eine Botox-Therapie Linderung bringen. Dabei wird der aus der Schönheitschirurgie bekannte Stoff unter die Haut gespritzt und blockiert dort die Schweissdrüsen. Eine Lösung auf Dauer sei das jedoch nur bedingt, meint Assaf: "Die Injektionen sind teuer, werden nicht von allen Krankenkassen bezahlt und müssen alle paar Monate wiederholt werden."

Auch für die sogenannte "Schweissdrüsensaugkürettage" müssen die Patienten selbst aufkommen. Hierbei werden die Schweissdrüsen operativ entfernt. Der Vorteil: Der Patient ist das Problem auf Dauer los.

 

Doch egal für welchen Weg sich Betroffene entscheiden, der Gang zum Arzt sei Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung, meint der Dermatologe. Denn starkes Schwitzen sei nicht nur eine eigenständige Krankheit, sondern könne auch Symptom für eine andere etwa für Diabetes oder Tuberkulose sein.  Besonders bei nächtlichen Schweissausbrüchen sollte unbedingt ein Arzt hinzugezogen werden.

Weitere Nachrichten zum Thema Hautgesundheit

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Die Hälfte der pflegenden Angehörigen hat Gewalt durch den Pflegebedürftigen erlebt, 40 Prozent haben selbst Gewalt ausgeübt. Das Thema ernstzunehmen fordert das Zentrum für Qualität in der Pflege.
Vom späten Nachmittag bis frühen Abend erleben etwa 20 Prozent der Patienten, die an einer Alzheimerdemenz leiden, eine Zunahme ihrer Symptome wie Aggressivität, Verwirrung, Angst oder Orientierungslosigkeit. Forscher haben nun die Ursachen für diesen Zusammenhang genauer untersucht.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Interviews
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.