. Gesundheitsförderung / Prävention

Krankenkassen verstärken Prävention in Betrieben

Die Krankenkassen haben im vergangenen Jahr rund zwölf Prozent mehr in Prävention und Gesundheitsförderung investiert als 2012. Das geht aus dem aktuellen Präventionsbericht von GKV-Spitzenverband und Medizinischem Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS) hervor.
Gesundheitsförderung im Großbetrieb erreicht viele Altersgruppen

Gesundheitsförderung der Krankenkassen ist vielfältig

Insgesamt gaben die Krankenkasse 267 Millionen Euro für Primärprävention und Gesundheitsförderung aus. Das entspricht im Durchschnitt 3,82 Euro pro Versichertem. Gesetzlich vorgeschrieben ist derzeit ein Richtwert von 3,01 Euro. Mit dem Präventionsgesetz soll ein Mindestbetrag von sieben Euro festgelegt werden.

Der GKV-Spitzenverband weist darauf hin, dass die gesetzliche Krankenversicherung derzeit etwa die Hälfte der Gesamtausgaben im Bereich der Prävention finanziert. „Die gesetzlichen Kassen nehmen die Aufgabe, ihre Versicherten bei einer gesundheitsfördernden Lebensweise zu unterstützen, sehr ernst und investieren schon heute viel in entsprechende Angebote. Allerdings können die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung nicht alles abdecken, was notwendig ist, um insgesamt gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen in Deutschland zu schaffen“, so Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes. Prävention sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, in die alle verantwortlichen Akteure eingebunden werden müssten, so Kiefer weiter.

Betriebliche Gesundheitsförderung wächst

Deutlich ausgebaut wurde die Gesundheitsförderung in Betrieben. Die Kassen haben 2013 rund 10.000 Betriebe mit Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) unterstützt. Das sind 21 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Maßnahmen haben den Angaben zufolge rund 1,1 Millionen Arbeitnehmer erreicht. Sie kosteten die Krankenkassen insgesamt 54 Millionen Euro. Das entspricht einer Steigerung von 18 Prozent im Vergleich zu 2012.

„Die betriebliche Gesundheitsförderung wird – nicht zuletzt bedingt durch den demografischen Wandel – immer bedeutsamer. Es geht darum, die Arbeitnehmer mit Präventionsmaßnahmen zu unterstützen, damit sie länger gesund und motiviert arbeiten können“, sagt Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des MDS. Fast die Hälfte aller Maßnahmen in den Betrieben befasste sich mit der Förderung individueller Kompetenzen zur Stressbewältigung am Arbeitsplatz. In vielen Betrieben gab es zudem Angebote zur gesundheitsgerechten Mitarbeiterführung.

 

Ein Drittel aller Kitas in Prävention einbezogen

In Wohngebieten, Kindertagesstätten, Schulen und anderen „Settings“ haben die Krankenkassen rund 2,6 Millionen Menschen mit Präventionsmaßnahmen erreicht. Dafür investierten sie 30 Millionen Euro. Mehr als die Hälfte aller Maßnahmen fand in Kindergärten oder Kitas statt. Insgesamt haben die Krankenkassen so nach Angaben des Spitzenverbandes knapp ein Drittel aller Kitas mit Maßnahmen zur Gesundheitsförderung unterstützt.

Der größte Teil der GKV-Mittel für Prävention fließt mit 183 Millionen Euro weiterhin in die individuellen Präventionsangebote. Dazu zählen zum Beispiel Kurse zur Bewegungsförderung, Stressbewältigung, Ernährung und Raucherentwöhnung. Die Teilnehmerzahlen bei diesen Angeboten stiegen 2013 den Angaben zufolge um zehn Prozent auf 1,5 Millionen, die Ausgaben um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings war die Inanspruchnahme dieser Kurse aufgrund veränderter Zuschussregelungen 2012 um 20 Prozent zurückgegangen.

Foto: Kzenon - Fotolia

Autor: Angela Mißlbeck
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Prävention , Betriebliches Gesundheitsmanagement , Krankenkassen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Prävention

 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Vitamin D stärkt nicht die Knochen: Es erhöht bei älteren Erwachsenen weder die Knochendichte noch schützt es vor Knochenbrüchen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Meta-Studie.
Tiere und Pflanzen leben und ruhen entlang dem Lauf der Sonne. Der Mensch hat Elektrizität und macht auch die Nacht zum Tag – dabei widerstrebt das auch seiner Natur. Arbeiten im Schicht- oder Nachtdienst irritiert die innere Regie des Körpers, stört den Schlaf und erhöht das Risiko für eine Vielzahl von Erkrankungen.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.