. Demografische Entwicklung in Brandenburg

Krankenhausstrukturen werden dem Bedarf angepasst

In Brandenburg werden einige Krankenhäuser umgebaut. Die neuen Krankenhausstrukturen sollen dem geänderten Versorgungsbedarf der Bevölkerung aufgrund der demografischen Entwicklung Rechnung tragen.
Krankenhausstrukturen Klinikbetten Versorgung

Krankenhausalltag heute und morgen - der Bedarf ändert sich.

Drastische Bevölkerungsrückgänge und rapide steigendes Durchschnittsalter – das sind die zwei großen demografischen Herausforderungen für die ländlichen Regionen in Brandenburg. Während die berlinnahen Gebiete von Zuzügen und Verjüngung profitieren, sind Gegenden wie die Lausitz, die Prignitz, das Oderland oder die Uckermark von Abwanderung und Alterung betroffen. Diese Entwicklung hat immense Auswirkungen auf den medizinischen Versorgungsbedarf.

Dem Wandel im Versorgungsbedarf sollen die Brandenburger Krankenhäuser nun mit einem Strukturwandel Rechnung tragen. Dazu haben zum Jahresbeginn 2018 drei Kliniken im Flächenland Förderzusagen über insgesamt rund 30 Millionen Euro erhalten. Die Hälfte der Mittel kommt aus dem bundesweiten Strukturfonds, der eigens dafür eingerichtet wurde, dass Krankenhausstrukturen bedarfsgerecht umgebaut werden.

Wirtschaftlicher Druck auf Krankenhausstrukturen wächst

Ohne diesen Umbau der Krankenhausstrukturen könnten die drei Kliniken in Brandenburg, die nun Fördermittel erhalten, künftig kaum mehr wirtschaftlich arbeiten. Ihnen würde die Schließung drohen. „Der wirtschaftliche Druck, der technische Fortschritt in der Medizin und die demographische Entwicklung haben unmittelbar Auswirkung auf die Gesundheitsversorgung“, so die Brandenburgische Gesundheitsstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt.

Alternativen sind unter anderem Konzentrationen, Kooperationen und der Abbau teurer stationärer Versorgungsstrukturen zugunsten ambulanter oder sektorenübergreifender Angebote. Dafür will die Landesregierung von Brandenburg den Strukturfonds des Bundes nutzen. „Wir schaffen damit bedarfsgerechte medizinische Angebote und sichern die Lebensqualität der Menschen auch in den ländlichen Regionen Brandenburgs“, so Hartwig-Tiedt.

Umbau der Krankenhausstrukturen soll sich am Bedarf orientieren

Als Beispiel für den Umbau betrachtet die Staatssekretärin das Krankenhaus Märkisch Oderland. „Das Krankenhaus Märkisch-Oderland ist ein gutes Beispiel dafür, dass in Brandenburg nicht die Schließung von stationären Einrichtungen im Fokus steht, sondern die Umwidmung und Verzahnung von ambulanter– und stationärer Versorgung sowie die Konzentration von stationären Leistungsangeboten. Das Bund- Länder-Programm zum Strukturfonds bietet dafür zusätzliche Chancen zur Zukunftssicherung der Krankenhäuser.“

Mit Fördermitteln von rund 9,8 Millionen Euro sollen die Fachgebiete Orthopädie und Innere Medizin an den beiden Standorten im Berlin nahen Straußberg und im Berlin fernen Wriezen neugeordnet werden. Klinikgeschäftsführerin Angela Krug hält diesen Umbau der Krankenhausstrukturen für dringend nötig: „Die geförderte Umbau-Maßnahme ist von großer Bedeutung für die gesundheitliche Versorgung hier im Landkreis Märkisch-Oderland, da sie ermöglicht, die Strukturen unserer Krankenhäuser den in den letzten Jahren stark veränderten Anforderungen anzupassen und eine wohnortnahe Versorgung der Menschen auch im ländlichen Raum zu sichern.“

Außer an das Krankenhaus Märkisch-Oderland fließen Fördermittel aus dem Strukturfonds in Brandenburg auch an das Sana Krankenhaus Templin und an das Krankenhaus Prenzlau.

Foto: Ehst – fotolia.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krankenhäuser , Krankenhausfinanzierung , Gesundheitspolitik , Demografie , Demografischer Wandel

Weitere Nachrichten zum Thema Krankenhausstrukturen

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Seit einiger Zeit mehren sich die Hinweise, dass das sogenannte „Kuschelhormon“ Oxytocin Angststörungen reduzieren kann. Dies haben nun Forscher der Universität Regensburg bestätigt. Demnach kann Oxytocin soziale Phobien wirksam lindern.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Interviews
Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) bedeutet für viele Patienten meist einen weitgehenden Verlust ihres bisherigen Lebens. Dennoch gibt es bisher kaum wirksame Therapien und zu wenig Forschung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.
Die Hausärzte im Seeheilbad Büsum waren damals alles Männer im oder kurz vorm Rentenalter, ihre Einzelpraxen wollte niemand übernehmen. Um einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung zu verhindern, rang sich die Gemeinde dazu durch, selbst als Trägerin der örtlichen Arztpraxis aufzutreten – als erste bundesweit. In dem kommunalen Eigenbetrieb arbeiten heute fast nur junge Ärztinnen. Wie das ging und welche weiteren Modelle es gibt gegen den Ärztemangel auf dem Land, erzählt Initiator Harald Stender drei Jahre nach Gründung des Pioniermodells.