. Qualitätssicherungskonferenz des Gemeinsamen Bundesausschusses

Krankenhausplanung soll Qualitätsmaßstäben folgen

Qualität steht im Zentrum der Gesundheitspolitik der schwarz-roten Bundesregierung. Das macht die Qualitätssicherungskonferenz des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) in Berlin nun erneut deutlich.
Qualitätsinstitut soll Qualitätssicherung voranbringen

Politisches Ziel: Qualität als Maßstab der Krankenhausplanung

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) ruft nicht nur das per Gesetz bereits beschlossene neue Qualitätsinstitut mit dem Namen Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen als Schwester des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) ins Leben. Bei der Qualitätssicherungskonferenz des GBA kündigte er zudem an, dass Qualität künftig auch die zentrale Leitplanke für die Krankenhausplanung sein soll. „Qualität muss das entscheidende Kriterium der Krankenhausplanung sein. Darüber besteht auch in der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Krankenhausreform große Einigkeit“, so Gröhe. Deutschland dürfe sich nicht darauf ausruhen, dass es eine hochwertige medizinische Versorgung habe.

Neues Qualitätsinstitut IQTIG startet 2016

„Wir haben uns in dieser Wahlperiode unter dem Stichwort ‚Qualitätssicherung’ deshalb einiges vorgenommen“, so Gröhe weiter. Damit es möglich werde die Versorgung noch stärker qualitätsorientiert auszurichten, hält der Gesundheitsminister es für nötig, dass verlässliche Kriterien definiert werden, an denen sich die Qualität von Diagnostik und Therapie festmachen und vergleichen lasse. „Diese Kriterien wissenschaftlich zu erarbeiten ist Aufgabe des neuen Qualitätsinstituts, das derzeit aufgebaut wird“, so Gröhe weiter.

Das Institut soll den GBA ab 2016 unterstützen, wenn es darum geht, mehr Transparenz über die Qualität in der stationären und ambulanten Versorgung herzustellen, einen fairen Qualitätswettbewerb zu ermöglichen und eine nachhaltige Qualitätsentwicklung zu fördern. Dr. Regina Klakow-Franck, als unparteiisches GBA-Mitglied zuständig für das Thema Qualitätssicherung, verwies darauf, dass Qualitätssicherung in Deutschland schon jetzt auf hohem Niveau stattfindet. „Wir lassen jetzt schon regelhaft prüfen, ob Qualitätsindikatoren datensparsam auf Basis von Routinedaten gebildet werden können, die ohnehin bei den gesetzlichen Krankenkassen vorliegen“, so Klakow-Franck. Auch Patientenbefragungen seien bereits in Arbeit. Sie kündigte an, dass das AQUA-Institut in Kürze die ersten Befragungsinstrumente zur Qualität von perkutanen Koronarinterventionen und zu arthroskopischen Eingriffen am Kniegelenk vorstellen wird. Diese Instrumente sollen die Qualität der Indikationsstellung aus Patientensicht beleuchten.

 

Krankenhausplanung: mehr Qualitätsaspekte

„Eine der größten aus dem Koalitionsvertrag resultierenden Herausforderungen wird für uns sein, unser Qualitätsindikatoren-Set so weiter zu entwickeln, dass damit einerseits die Wahlentscheidungsmöglichkeiten für die Versicherten verbessert, andererseits die Entscheidungen zur Krankenhausplanung der Länder unterstützt werden können“, räumte Klakow-Franck ein.

Was es bringt, wenn in die Krankenhausplanung mehr Qualitätsaspekte eingebaut werden, untersuchte Professor Matthias Schrappe von der Universität Köln. Sein Fazit: Eine qualitätsorientierte Versorgungsplanung und Pay-for-Performance könnten die strukturelle Weiterentwicklung des Gesundheitswesens zwar hervorragend unterstützen, die negativen Anreize dominierender Vergütungssysteme jedoch keineswegs konterkarieren.

Foto: bluedesign - Fotolia.com

Autor: Angela Mißlbeck
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
 

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