. AOK-Krankenhausreport

Krankenhausgesellschaft erwartet Entschuldigung von der AOK

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat die AOK am Freitag aufgefordert, sich zu entschuldigen. Die Kasse hatte in ihrem aktuellen Krankenhausreport behauptet, in deutschen Krankenhäusern kämen pro Jahr rund 19.000 Menschen aufgrund von Behandlungsfehlern zu Tode. Die DKG bestreitet das.
Krankenausgesellschaft erwartet Entschuldigung von der AOK

DKG-Präsident Alfred Dänzer: Veraltete Schätzungen wurden einfach fortgeschätzt.

Es sind scharfe Worte, die der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Alfred Dänzer an den AOK-Bundesverband richtet. „Ich fordere den AOK-Bundesverband auf, sich für die Behauptung im aktuellen Krankenhausreport, in deutschen Krankenhäusern würden 18.800 Menschen durch vermeidbare Behandlungsfehler zu Schaden kommen, zu entschuldigen", so Dänzer wörtlich. Die DKG habe zwischenzeitlich alle verfügbaren Daten über Schadenshäufigkeiten bei Krankenhausbehandlungen geprüft und sei zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen. „Die im Report behauptete Zahl von Toten kann nur eine wissentliche Falschangabe sein“, erklärte Dänzer.

Krankenhausgesellschaft spricht von Falschbehauptungen

Dänzer beruft sich auf Daten, wonach von allen bearbeiteten Anträgen zu mutmaßlichen Behandlungsfehlern bei den Schlichtungsstellen der Ärztekammern 82 auf Todesfälle entfielen. Weiter könnten aus Schadendatenbanken von Haftpflichtversicherern allenfalls rund 1.200 Schadensansprüche mit Todesfallhintergrund hochgerechnet werden. Im Report vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen würden über Todesfälle überhaupt keine Angaben gemacht. Insgesamt weise der MDK nur auf 8.600 Fälle vermutete Behandlungsfehler für den Krankenhausbereich hin. Der AOK Krankenhausreport beziffert dagegen rund 188.000 Behandlungsfehler.

Diese Fakten seien im Krankenhausreport nicht berücksichtigt, kritisierte Dänzer. Dagegen seien Schätzungen aus den Jahren 1996 bis 2006 "fortgeschätzt" worden, obwohl alle Experten wüssten, dass in den letzten Jahren fundamentale Weiterentwicklungen bei der Installierung von Vorkehrungen und Instrumenten zur Verbesserung der Patientensicherheit und der Qualität der Krankenhausleistungen erfolgt seien. Die von der AOK angegebene Höhe der Todesfälle infolge von Behandlungsfehlern in Krankenhäuser erweise sich vor dem Hintergrund der Faktenanalysen als absolut unseriös, so der DKG-Präsident.

Die AOK hat zu den Vorwürfen bislang nicht öffentlich Stellung genommen.

Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
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