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Krankenhaus Rating Report 2016 fordert „Pakt für die ländliche Versorgung”

Am Donnerstag wurde der Krankenhaus Rating Report 2016 auf dem Hauptstadtkongress in Berlin vorgestellt. Danach ist die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser unverändert. Sorgen machen sich die Autoren vor allem um die Versorgung auf dem Land.
Krankenhaus Rating Report 2016 sieht Versorgung auf dem Land in Gefahr. Ein „Pakt für die ländliche Versorgung“ soll es richten

Krankenhaus Rating Report 2016 sieht Versorgung auf dem Land in Gefahr. Ein „Pakt für die ländliche Versorgung“ soll es richten

Bereits zum zwölften Mal nimmt der Krankenhaus Rating Report die wirtschaftliche Lage der deutschen Krankenhäuser in den Blick. Der Report 2016 wurde am Donnerstag auf dem Hauptstadtkongress in Berlin vorgestellt. Eingeflossen in die Analyse sind 517 Jahresabschlüsse aus dem Jahr 2013, die insgesamt 871 Krankenhäuser mit einem am Umsatz gemessenen Marktanteil von 69 Prozent umfassen. Zudem flossen 333 Jahresabschlüsse aus dem Jahr 2014 in die Auswertung ein. Danach ist die Insolvenzwahrscheinlichkeit deutscher Krankenhäuser im Jahr 2014 weitgehend unverändert geblieben. Elf Prozent befanden sich im „roten Bereich“ mit erhöhter Insolvenzgefahr.

Bessere Ertragslage, aber ...

Insgesamt hat sich jedoch die Ertragslage verbessert, die Umsatzrendite stieg von 1,3 auf 1,8 Prozent. Das leichte Plus spiegelt sich auch bei den Jahresverlusten wieder. Auf Konzernebene schrieben 23 Prozent der Krankenhäuser einen Jahresverlust, 2013 waren es noch 30 Prozent. Aufgrund der verbesserten Ertragslage waren laut Report zudem 54 Prozent der Kliniken im Jahr 2014 voll investitionsfähig.

Alles rosig ist es in Deutschlands Krankenhauslandschaft aber keinesfalls. Der Investitionsstau ist inzwischen auf 28 Milliarden Euro angewachsen, jährlich fehlen den Kliniken fast vier Milliarden von den Ländern, die ihren Investitionspflichten nicht nachkommen. Ginge das so weiter, würde der Anteil der Krankenhäuser mit erhöhter Insolvenzgefahr bis 2020 auf 23 Prozent steigen, mutmaßen die Autoren. Greifen allerdings die Maßnahmen des Krankenhausstrukturgesetzes (KHSG) ab 2016, dürfte der Anteil mit Insolvenzgefahr (auf Konzernebene) bis 2020 dagegen nahezu konstant bei zwölf Prozent bleiben.

 

Kleinen Häusern auf dem Land geht es wirtschaftlich schlechter als dem Schnitt

Sorgenkinder sind dem Report nach vor allem kleinere Krankenhäuser auf dem Land. In einer Sonderanalyse haben die Autoren die Situation von Krankenhäusern mit 50 bis 200 Betten analysiert, die nicht in kreisfreien Städten oder Stadtstaaten liegen und keine Fachkliniken sind. Im Jahr 2014 gab es insgesamt 231 solcher ländlicher Grundversorger mit rund 133 Betten je Einrichtung, vor allem in den Bereichen „Innere Medizin“ und „Chirurgie“. Ihre wirtschaftliche Lage war schlechter als der Durchschnitt.

Die Gefahr, dass diese Kliniken einer Insolvenz zum Opfer fallen, ist demnach ein realistisches Szenario. Die Autoren empfehlen deshalb neben einem bundesweiten „Investitionspakt“  einen „Pakt für die ländliche Versorgung“. Letzteres soll wahrscheinlichen Pleiten von kleineren Häusern durch Schaffung von sektorenübergreifenden Strukturen und mobilen Diensten kompensieren. Diese neuen Gesundheitsangebote sollten die Versorgung insbesondere in schrumpfenden ländlichen Regionen sicherstellen, heißt es im aktuellen Krankenhaus Rating Report.

Der Report 2016 wurde gemeinsam vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), dem Institute for Healthcare Business GmbH (hcb) und der Philips GmbH erstellt.

Foto: © schulzfoto - Fotolia.com

Foto: schulzfoto - Fotolia

Autor: ham
Hauptkategorien: Berlin , Gesundheitspolitik
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