. Arzneimitteltherapiesicherheit

Krank durch Medikationsfehler: BfArM erforscht Zusammenhänge

Fehler bei der Medikamenteneinnahme enden nicht selten im Krankenhaus. Die genauen Hintergründe will jetzt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in einer Studie untersuchen. Daten aus Notaufnahmen dreier Universitätskliniken sollen dazu dienen, die Arzneimitteltherapie zu verbessern.
Krank durch Medikationsfehler: BfArM erforscht Zusammenhänge

Welche Medikationsfehler führen wie viele Menschen ins Krankenhaus? Antworten will das BfArM in einer neuen Studie finden

Schätzungen zufolge führen unerwünschte Arzneimittelwirkungen durch vermeidbare Medikationsfehler in Deutschland zu rund 500.000 Krankenhausnotaufnahmen pro Jahr. Doch genaue Daten zur Häufigkeit und den konkreten Ursachen von Medikationsfehlern liegen bislang nicht vor. Ein neues Forschungsprojekt am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) soll jetzt Licht ins Dunkel bringen. Über jeweils ein Jahr lang werden in drei Kliniken sämtliche Notfalleinweisungen von Patientinnen und Patienten daraufhin untersucht, ob sie durch Fehler bei der Verschreibung oder Anwendung von Arzneimitteln verursacht wurden. Damit wollen die Forscher am BfArM neue Erkenntnisse über das Ausmaß und die Gründe von Medikationsfehlern gewinnen, um verbesserte Strategien zu deren Vermeidung entwickeln zu können. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Gesundheit mit 580.000 Euro gefördert und an den zentralen Notaufnahmen der Universitätskliniken Bonn, Fürth und Ulm durchgeführt.

Medikationsfehler: 90.000 Krankenhausnotaufnahmen werden geprüft

„Medikationsfehler führen in der Praxis immer wieder zu erheblichen Gesundheitsschäden, obwohl sie häufig vermeidbar wären“, erklärte BfArM-Präsident „Hier können wir mit unserer Forschung im Sinne der Patientinnen und Patienten gezielt zu einer weiteren Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit beitragen.“

Ungefähr 90.000 Krankenhausnotaufnahmen werden die Forscher im kommenden Jahr erfassen und analysieren, ob ein vermeidbarer Medikationsfehler vorliegt oder eine unerwünschte Arzneimittelwirkung, die nicht durch Medikationsfehler verursacht wurde. Das BfArM schätzt dass etwa zehn Prozent, also rund 9.000 Fälle auf unerwünschte Arzneimittelwirkungen zurückgehen. Hier soll untersucht werden, wie viele dieser Fälle Medikationsfehler darstellen und durch vorbeugende Maßnahmen zukünftig vermeidbar wären.

Projekt des BfArM ist Teil des Aktionsplans zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit in Deutschland

Das neue Forschungsprojekt wird in enger Kooperation mit der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft durchgeführt, die zeitgleich ein Projekt zur zentralen Erfassung und Bewertung von Medikationsfehlern startet. Hierbei kommen auch Daten aus dem Spontanmeldesystem zum Einsatz, also Verdachtsmeldungen, die Ärzte und Patienten dem BfArM melden. Beide Projekte sind Teil des Aktionsplans 2013-2015 des Bundesministeriums für Gesundheit zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit in Deutschland.

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