. Malariabekämpfung

Krätze-Medikament Ivermectin tötet Moskitos

Ivermectin könnte dazu beitragen, Malaria einzudämmen. Forscher fanden heraus, dass das auch als Krätze-Medikament eingesetzte Medikament die Moskitos tötet, die den Malaria-Erreger übertragen.
stechmücke, moskito, malaria

Ein Medikament, das auch gegen Krätze hilft, wirkt gegen Moskitos - und damit auch gegen Malaria

Forscher der Liverpool School of Tropical Medicine suchten nach einem neuen Medikament gegen Malaria. Es zeigte sich, dass das auch als Krätze-Mittel eingesetzte Ivermectin die Moskitos tötet, die den Malaria-Erreger übertragen. Das testete sie gemeinsam mit dem Kenya Medical Research Institute und dem US-amerikanischen Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention.

Ivermectin gehört zur Klasse der Endetozide, die gegen innere und äußere Parasiten wirken. Es wird seit einigen Jahren auch gegen andere tropische Erkrankungen verwendet. Die randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie wurde an einem Krankenhaus in Kenia durchgeführt. Aus 741 Erwachsenen im Alter von 18 bis 50 Jahren, die an Malaria litten, wurden drei Gruppen ausgewählt. 

Krätze-Medikament Ivermectin  tötet Moskitos

Die Teilnehmer erhielten 3 Tage lang Ivermectin in zwei bis viermal höheren Dosen als üblich: In einer Dosis von 300 ug/kg pro Tag,oder in einer Dosis von 600 ug /kg pro Tag. Die Kontrollgruppe erhielt ein Placebo. Die drei Gruppen erhielten außerdem drei Tage lang das gängige Antimalaria-Mittel Dihydroartemisinin-Piperaquin.

Bis zum Endpunkt blieben 141 Patienten dabei. Ihr Blut wurde bis nach der Behandlung regelmäßig entnommen und an im Labor gezüchtete Stechmücken verfüttert. Verglichen mit Plazebo war Ivermectin mit einer deutlich erhöhten Moskito-Sterblichkeit verbunden. Moskitos, die 7 Tage nach der Behandlung Blut von Ivermectin-Patienten getrunken hatten, starben in den darauffolgenden Tagen zu über 90 Prozent. Die Moskito-Mortalität blieb 28 Tage nach der Behandlung deutlich erhöht -  bei beiden Ivermectin-Dosen. Das Krätze-Medikament wirkt also tödlich auf Moskitos.

Ivermectin als neuer Ansatz um Malaria zu bekämpfen

Fünf (11 Prozent) von 45 Patienten, die Ivermectin 600 μg/kg pro Tag erhielten, zwei (4 Prozent) von 48 Patienten, die Ivermectin 300 μg/kg pro Tag erhielten, und keiner von 46 Patienten, die Placebo erhielten, wiesen unerwünschte Nebenwirkungen auf. Die blieben in der Mehrzahl mäßig bis mild.

Fazit der Forscher: Ivermectin in beiden Dosierungen wurde gut vertragen und reduzierte das Überleben der Moskitos bis mindestens 28 Tage nach der Behandlung. Ivermectin 300 μg/kg pro Tag für 3 Tage bot dabei eine gute Balance zwischen Wirksamkeit und Verträglichkeit. Damit zeige sich dieses Medikament als potenzieller neuer Ansatz in der Malaria-Elimination. Studien-Autor Dr. Menno Smit erklärte, dies sei eine völlig neue Art von Behandlung,  sowohl die Moskitos als auch die Malaria-Erreger zu töten.

Vorläufige Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Lancet Infectious Diseases veröffentlicht. Sie wurde auch bereits der WHO vorgestellt. Nun soll das Potenzial des Medikamentes weiter erforscht werden.

Foto: bennytrapp/fotolia.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Malaria

Weitere Nachrichten zum Thema Tropenkrankheiten

| Das Denguefieber ist schon länger keine reine Tropenkrankheit mehr. Auch für Europa erhöht sich das Risiko für Ausbrüche von Dengue, aber auch von Chikungunya-, Zika- oder Gelbfieber. Mücken mit dem Denguefieber-Virus wurden nun auf Fuerteventura entdeckt.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Interviews
Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) bedeutet für viele Patienten meist einen weitgehenden Verlust ihres bisherigen Lebens. Dennoch gibt es bisher kaum wirksame Therapien und zu wenig Forschung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.
Die Hausärzte im Seeheilbad Büsum waren damals alles Männer im oder kurz vorm Rentenalter, ihre Einzelpraxen wollte niemand übernehmen. Um einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung zu verhindern, rang sich die Gemeinde dazu durch, selbst als Trägerin der örtlichen Arztpraxis aufzutreten – als erste bundesweit. In dem kommunalen Eigenbetrieb arbeiten heute fast nur junge Ärztinnen. Wie das ging und welche weiteren Modelle es gibt gegen den Ärztemangel auf dem Land, erzählt Initiator Harald Stender drei Jahre nach Gründung des Pioniermodells.