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Kortisontherapie: Welches sind die häufigsten Nebenwirkungen bei Kindern?

Donnerstag, 4. Februar 2016 – Autor:
Kortison wird Kindern häufig nur über wenige Tage verschrieben, dennoch bleibt die Anwendung oft nicht ohne Nebenwirkungen. Zu den häufigsten unerwünschten Folgen gehören Erbrechen, Verhaltensänderungen und Schlafstörungen.
Kortison-Nebenwirkungen

Bei Kindern wird Kortison meist als Kurzzeittherapie angewendet – Foto: Luckyboost - Fotolia

Kortison ist heute aus der Medizin nicht mehr wegzudenken. Vor allem bei chronisch entzündlichen Erkrankungen stellt es oft eine große Hilfe dar und kann in einigen Fällen sogar Leben retten. Auch bei Kindern kommt das entzündungshemmende Medikament zum Einsatz, dann allerdings oft nur als Kurzzeittherapie über maximal 14 Tage. Doch auch dann treten Nebenwirkungen auf. Über das Nebenwirkungsrisiko einer Kurzzeittherapie, insbesondere bei Kindern, ist bisher nur wenig bekannt. Britische Forscher haben daher nun in einem Review nach Studien gesucht, in denen Kinder im Alter zwischen 28 Tagen und 18 Jahren über höchstens 14 Tage mit Kortikosteroiden behandelt worden waren. Die häufigsten und schwerwiegendsten Nebenwirkungen haben sie aufgelistet.

Infektionen sind selten, können aber schwerwiegend sein

Das Team um Fahad Aljebab vom Royal Derby Hospital Center in Derby fand 38 Studien mit insgesamt rund 3.200 Probanden, die sie für ihre Analyse heranziehen konnten. Zwar waren schwere Nebenwirkungen eher selten, doch bei immerhin 44 Kindern musste die Kortisontherapie nebenwirkungsbedingt abgebrochen werden. Am häufigsten, nämlich bei rund vier bis fünf Prozent der Fälle, traten Erbrechen, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen auf. Die wohl schwerwiegendsten Nebenwirkungen der kurzzeitigen Kortikosteroidtherapie waren Infektionen als Folge der immunsuppressiven Wirkung. Sie traten bei knapp einem Prozent der Kinder auf. Drei Kinder hatten sich während der Kortisontherapie mit Varicella zoster infiziert, eines der Kinder verstarb sogar, die anderen mussten intensivmedizinisch behandelt werden.

Eine potenziell lebensbedrohliche Nebenwirkung einer Kortisontherapie kann auch die Unterdrückung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-(HPA)-Achse, die zu einer Nebennieren-Krise oder zu Wachstumsstörungen führen kann. Zwar war in einer Studie bei 43 von 53 Kindern tatsächlich eine Unterdrückung der HPA-Achse nachweisbar, doch bei allen Kindern erholten sich die Werte innerhalb von zehn bis zwölf Tagen nach Absetzen der Medikamente wieder. Weitere, relativ häufige Nebenwirkungen waren erhöhter Blutdruck und Gewichtszunahme.

 

Kortison wichtiger Bestandteil der modernen Medizin

Trotz der möglichen Nebenwirkungen kann in vielen Fällen auf eine Kortisontherapie nicht verzichtet werden. Auf häufigsten kommen die Medikamente bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder Ekzemen zum Einsatz, dann meist in Form von Salben, Cremes oder Gelen. Auch bei Asthma und Allergien können Kortisonpräparate nützlich sein, dann häufig in Form von Inhaliersprays. Kortison kann unter anderem die chronisch-entzündlichen Reaktionen in den Bronchien unterdrücken, wodurch zum Beispiel die Schleimproduktion reduziert wird. Auch bei rheumatischen Erkrankungen kann Kortison Entzündungen reduzieren.

Foto: © Luckyboost - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
 

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