. Arthrose

Kortison-Spritzen in Hüfte oder Knie könnten Gelenk schaden

Ein Studie der Boston University School of Medicine zeigt, dass Kortison-Spritzen in Hüfte oder Knie dem Gelenk schaden könnten. Sie rufen besonders bei Risikopatienten Komplikationen hervor.
kniegelenk, knieschmerzen, gelenkschmerzen, kniearthrose

Die häufig bei Knie-Arthrose eingesetzten Kortison-Spritzen sind nicht ganz ungefährlich

Ein Studie der Boston University School of Medicine (BUSM) zeigt, dass Kortison-Spritzen in Hüfte oder Knie dem Gelenk schaden könnten. Sie rufen besonders bei Risikopatienten Komplikationen hervor.

Zu den unbeabsichtigten Folgen der intraartikulären Kortikosteroid-Injektionen zählen eine beschleunigte Arthritis und die zunehmende Zerstörung des Gelenkes, berichten die Wissenschaftler.

Kortikosteroid-Injektionen gegen Arthrose-Schmerzen

Arthrose der Hüfte und des Knies gehört zu den häufigsten Gelenkerkrankungen. Eine weltweit tausendemale pro Tag durchgeführte Behandlung von Arthrose und anderen Gelenkschmerzen sind intraartikuläre Kortikosteroid-Injektionen.

Ärzte injiziereng entzündungshemmende Kortikosteroide in das Gelenk, um die mit Arthrose verbundenen Schmerzen und Schwellungen zu behandeln. Das Verfahren wird allgemein als sicher angesehen. In den Einverständniserklärungen für Patienten werden hauptsächlich die selten auftretetenden Nebenwirkungen des nadelbasierten Verfahrens wie Blutungen oder Infektionen erwähnt.

 

Acht Prozent der Patienten hatten Komplikationen

Für ihre Untersuchung überprüften die Forscher bereits vorliegende Befunde von Patienten, denen Kortikoide in die Gelenke injiziert wurden, und stellten fest, dass acht Prozent von ihnen Komplikationen hatten, zehn Prozent in den Hüften und vier Prozent in den Knien.

"Wir sehen jetzt, dass diese Injektionen für die Gelenke sehr schädlich sein können, mit schwerwiegenden Komplikationen wie Osteonekrose, subchondraler Insuffizienz und schnell fortschreitender Osteoarthritis", sagte Dr. Ali Guermazi, Chef der Radiologie am VA Boston Healthcare System und Professor der Radiologie bei BUSM.

Kortison-Spritzen in Hüfte oder Knie können Gelenk schaden

Subchondrale Insuffizienzfrakturen sind Belastungsfrakturen, die unter dem Knorpel auftreten, Osteonekrose bedeutet das Absterben des Knochengewebes. Diese Erkrankungen beschleunigen die Zerstörung des Gelenks und damit die Notwendigkeit eines totalen Hüft- und Kniegelenkersatzes.

Kortison-Spritzen in Hüfte oder Knie könnten folglich dem Gelenk schaden. Patienten sollten daher vor der Einwilligung zu diesem Eingriff auch über diese möglichen schädlichen Nebenwirkungen aufgeklärt werden, was bislang nicht der Fall ist.

Bildgebende Befunde stärker beachten

Die Forscher empfehlen eine sorgfältige Untersuchung von Patienten ohne oder mit nur leichter Arthrose, die zur Behandlung von Gelenkschmerzen zur Injektion überwiesen werden, insbesondere wenn die Schmerzen im Verhältnis zu den bildgebenden Befunden unverhältnismäßig sind. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass bei diesen Patienten das Risiko besteht, nach Injektionen einen schnell fortschreitenden Gelenkspaltverlust oder eine zerstörerische Arthrose zu entwickeln.

Ärzte könnten eine geplante Injektion auch überdenken, wenn die Schmerzen eines Patienten zugenommen haben, sich das aber nicht durch das Röntgenbild erklären lässt. Womöglich wirkt sich eine Grunderkrankung auf die Gesundheit der Gelenke aus. Vor allem müssen jüngere Patienten, die sich am Anfang des Krankheitsverlaufes befinden, über die möglichen Folgen einer Kortikosteroid-Injektion informiert werden, bevor sie diese erhalten. Die aktuelle Studie erschien in der Fachzeitschrift Radiology.

Foto: sebra/adobe.com

 

Weitere Nachrichten zum Thema Knie-Arthrose

| Kohlwickel sind ein bekanntes Hausmittel bei Gelenkschmerzen. Forscher der Universität Duisburg-Essen testeten ihre Wirksamkeit bei Knie-Arthrose. Die Kohlblätter beeinflussten Schmerz und Beweglichkeit.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
 
. Weitere Nachrichten
Der Countdown läuft: Am1. Januar 2020 muss das Bundesteilhabegesetz in großen Teilen umgesetzt sein. Wo steht Berlin und wo gibt es noch offene Baustellen? Gesundheitsstadt Berlin hat darüber mit Repräsentanten des Landes Berlin, Kassenvertretern und Leistungserbringern diskutiert. Eine Bestandsaufnahme.
Wenn sich winterliche Temperaturen durchsetzen, leiden viele Menschen vermehrt unter wetterbedingten Beschwerden. Besonders häufig sind dabei Kopfschmerzen, die durch Kälte und Wind hervorgerufen werden. Ausreichender Kopfschutz, aber auch Abhärtung und eine gesunde Lebensweise können helfen.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin

Französische Friedrichstadtkirche (Französischer Dom) | Gendarmenmarkt 5 | 10117 Berlin (Mitte)
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Campus Charité Mitte, Charité Comprehensive Cancer Center, Invalidenstraße 80, 10115 Berlin, Barrierefreier Zugang über Virchowweg 23 auf dem Campusgelände Ebene 3 | Konferenzraum (Raum 03 001)
 
. Interviews
Senioren fühlen sich heute jünger als früher – und sind es Studien zufolge auch. Doch woran liegt das und was bedeutet Alter heute überhaupt? Über diese und andere Fragen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Alternspsychologen Prof. Dr. Hans-Werner Wahl gesprochen.