Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Kortison hilft nicht beim Hörsturz

Dienstag, 14. Juli 2015 – Autor:
Wie es zu einem Hörsturz kommt, ist nach wie vor noch ungeklärt. Einer These zufolge könnten Entzündungen eine Rolle spielen. Daher werden Patienten oft mit Kortison behandelt. Helfen tut das nicht, zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Experten des IGeL-Monitors.
Hörsturz

Der Hörsturz ist für die Medizin rätselhaft – Foto: DoraZett - Fotolia

Der Hörsturz ist für die Medizin rätselhaft: Bei der Frage, warum jedes Jahr tausende Menschen in Deutschland plötzlich auf einem Ohr schlecht hören, manchen dabei schwindelig wird, andere ein Pfeifen hören oder ein Druckgefühl verspüren, tappt die Wissenschaft im Dunkeln. Weitgehend unerforscht ist ebenso, was beim Hörsturz genau passiert.

Eine Annahme besagt, dass Entzündungen beteiligt sind. Um den Heilungsprozess in Gang zu setzen oder zu beschleunigen, könnten daher entzündungshemmende Arzneimittel hilfreich sein. Dazu zählen die Glukokortikoide mit ihrem bekanntesten Vertreter Kortison. Die Glukokortikoide können als Tabletten oder Infusionen verabreicht oder durch das Trommelfell in das Mittelohr gespritzt werden.

Hörsturz: Kortison-Gabe ohne Effekt

Die Gabe von Glukokortikoiden bei einem Hörsturz gehört zu den Individuellen Gesundheitsleistungen, kurz IGeL, die Kassenpatienten selbst zahlen müssen. Der Medizinische Dienst (MDS) der gesetzlichen Krankenversicherer, der für den GKV-Spitzenverband einzelne IgeL-Leistungen bewertet, analysierte nun zwei aktuelle Übersichtsarbeiten zu dieser Therapie. Ergebnis: Laut der vorliegenden Studien hat die  Behandlung keinen Effekt.

Die Glukokortikoid-Therapie dauert nur wenige Tage, daher sind Nebenwirkungen kaum zu erwarten, ausschließen kann man sie aber nicht. Daher bewertet der IGeL-Monitor „Glukokortikoide beim Hörsturz“ insgesamt als „tendenziell negativ“ (www.igel-monitor.de). Bei den meisten Patienten bessern sich die Beschwerden übrigens von allein.

Foto: DoraZett

 
Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Hören

Häufig werden Hörstörungen im Alter nicht oder erst spät erkannt und behandelt. Doch wenn sie unbehandelt bleiben, können sie dazu führen, dass Menschen im Alter vereinsamen, Unfälle erleiden oder ihre geistigen Fähigkeiten nachlassen. Hörgeräte können vorbeugen.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
An Covid-19 sterben – viele halten das für eine Angelegenheit der Generation 60plus. Eine Studie aber zeigt: Risikofaktoren wie Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck erhöhen für Jüngere das Sterblichkeitsrisiko in einer Dimension, als seien sie alt.


„Im Höhenflug“ sein oder „ganz geknickt“: Die Seelenlage kann sich über die Körperhaltung artikulieren. Umgekehrt kann aber auch die Körperhaltung eine Rückwirkung auf die Selbstwahrnehmung und das Verhalten besitzen. Das zeigt eine deutsch-amerikanische Studie.
 
Interviews
Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin