. Sport fürs Herz

Koronare Herzkrankheit: Bewegung wichtiger als Diät

Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK) wird geraten, auf ihr Gewicht zu achten, sich gesund zu ernähren und Sport zu treiben. Immer mehr Studien zeigen nun, dass sportliche Aktivität dabei den größten Einfluss auf Prognose und Sterberisiko hat.
Bewegung, Sport, KHK, Koronare Herzkrankehit

Bewegung schützt das Herz - auch bei koronarer Herzkrankheit

Herzerkrankungen wie die koronare Herzkrankheit (KHK) sind in Deutschland immer noch eine der häufigsten Todesursachen: Sie sind für rund 40 Prozent der Todesfälle verantwortlich. Neben mangelnder Bewegung gelten Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, Stress, Übergewicht und Fettstoffwechselstörungen als wichtigste Ursachen für eine koronare Herzkrankheit, die oft einem Herzinfarkt vorausgeht. Wurde früher jedoch vor allem der Ernährung und dem Gewicht große Aufmerksamkeit geschenkt, wird mittlerweile immer deutlicher, dass Bewegung noch wichtiger für die Prävention von Folgeerkrankungen ist. Dies bestätigt auch eine aktuelle Studie.

Gewichtsabnahme hatte wenig Einfluss auf Sterberisiko

Forscher um Dr. Trine Moholdt von der Universität Trondheim haben für ihre Analyse mehr als 3000 Patienten mit KHK untersucht – und zwar daraufhin, wie sich Gewichtsveränderungen und Bewegung auf die Herzerkrankungen auswirkten. Die Probanden waren seit 1985 über einen Zeitraum von 30 Jahren beobachtet wurden. Wie sich zeigte, wirkte sich eine Gewichtsabnahme bei zu Beginn normalgewichtigen Probanden sogar negativ auf das Sterberisiko aus. Bei übergewichtigen oder adipösen KHK-Patienten waren hingegen keine signifikanten Zusammenhänge zwischen der Gewichtsentwicklung und der Mortalität. festzustellen.

Ganz anderes bei der körperlichen Aktivität: Wer sich fünfmal pro Woche für 30 Minuten mäßig, aber durchaus schweißtreibend bewegte oder wer sich dreimal die Woche für 20 Minuten richtig auspowerte, konnte sein Sterberisiko in dieser Studie um 36 Prozent gegenüber Probanden, die völlig inaktiv blieben, reduzieren. Auch wer sich nicht ganz so oft wie empfohlen bewegte, konnte sein Mortalitätsrisiko senken, allerdings nur um rund 20 Prozent. Den größten Nutzen hatten diejenigen, die sich im Verlauf der Studie von Inaktivität oder nur geringer Aktivität zu einer aktiven bzw. hochaktiven Lebensweise steigerten. Gesamt- und kardiovaskuläre Mortalität nahmen dabei eine nahezu parallele Entwicklung.

 

Ausdauersportarten bei KHK am besten geeignet

Die Deutsche Herzstiftung rät auf ihrer Website bei koronarer Herzkrankheit vor allem zu Ausdauersportarten wie z. B. Joggen, Radfahren, Schwimmen, Rudern, Wandern oder Skilanglauf. Anders als die Autoren der beschriebenen Studie empfiehlt sie allerdings, es mit der Intensität nicht zu übertreiben, um eine Überlastung des Herzens zu vermeiden. So sollte bei Ausdauersportarten am Ende der Trainingseinheit kein Endspurt erfolgen, erklärt die Stiftung. Sie rät KHK-Patienten, sich mindestens dreimal pro Woche für mindestens 30 Minuten körperlich zu betätigen, am besten sogar täglich.

Foto: © Vadym - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Herz-Kreislauf-System , Herzinsuffizienz , Herzrhythmusstörungen , Sport
 

Weitere Nachrichten zum Thema Herzerkrankungen

| Die Deutsche Herzstiftung und die Deutsche Stiftung für Herzforschung warnen vor einer Unterversorgung von Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern (EMAH). Eine bundesweite Kampagne soll EMAH sensibilisieren, ihre spezielle lebenswichtige Nachsorge nicht zu vergessen.
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.