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Kopfschmerzpatienten kümmern sich zu wenig um Prophylaxe

Freitag, 2. Juni 2017 – Autor: Anne Volkmann
Das Wissen um die eigene Kopfschmerzerkrankung ist ein entscheidender Baustein, um diese gezielt behandeln zu können. Doch viele Patienten wissen wenig über die Möglichkeiten von Behandlung und Prophylaxe. Das hat eine Umfrage der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMGK) ergeben.
Aktiontag gegen den Schmerz

Migräne und Co. schränken die Lebensqualität erheblich ein – Foto: deagreez - Fotolia

Millionen Menschen in Deutschland leiden immer wieder unter Kopfschmerzen – bei vielen sind die Beschwerden sogar chronisch geworden. Dennoch ist das Wissen um die Erkrankung bei vielen Betroffenen gering, wie Daten einer repräsentativen Umfrage der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMGK) ergeben haben. Anlässlich des „Aktionstages gegen den Schmerz“ am 6. Juni 2017 stellt die DMGK erste Daten aus der Befragung vor. Zudem können auf der Website der Gesellschaft wichtige Informationen zum Umgang mit Kopfschmerzen heruntergeladen werden.

Maßnahmen zur Vorbeugung werden zu wenig genutzt

Der Umfrage zufolge ist für viele Betroffene immer noch der Arzt die wichtigste Informationsquelle zum Thema Kopfschmerzen (35 Prozent), noch deutlich vor dem Internet (14 Prozent) und Zeitschriften oder Büchern (12,1 Prozent). Die DMGK betont daher auch die Bedeutung der Ärzte bei der Behandlung und widerspricht deutlich der Einschätzung, dass man wegen Kopfschmerzen nicht zum Arzt gehen müsse. Gerade deswegen setzt sich die DMKG dafür ein, die Fortbildung von Ärzten zur Beratung und Behandlung von Kopfschmerzpatienten durch zertifizierte Fortbildungen und Zentren bundesweit zu verbessern.

Große Lücken zeigten die Befragten beim Wissen um die Möglichkeiten der Prophylaxe. Hier gibt es nach Angaben der DMGK noch großen Verbesserungsbedarf. Nur 22 Prozent der Befragten, die jeden Monat zwischen 4 und 14 Tagen an Kopfschmerzen litten – was eine eindeutige Indikation für eine Prophylaxe darstellt –, nehmen Medikamente zur Vorbeugung ein. Zudem wissen zwei Drittel aller Kopfschmerzpatienten nicht, dass verhaltenstherapeutische Methoden bei der vorbeugenden Behandlung von Kopfschmerzen nützlich sind, obwohl diese nachweislich gute Wirkung zeigen. Auch treiben nur etwa ein Drittel der Betroffenen regelmäßig Sport.

 

Sport und Entspannung helfen gegen Kopfschmerzen

Die DMGK betont die Bedeutung von verhaltenstherapeutischen Verfahren, Ausdauersport und Entspannungstraining neben der medikamentösen Prophylaxe zur Vorbeugung von Kopfschmerzen. Um das Wissen um Kopfschmerzerkrankungen zu vergrößern, sind auf der Website der DMKG Informationen zum Thema abrufbar. So stehen unter anderem das Faltblatt „Kopfschmerzen verstehen: Migräne, Spannungs-, Medikamentenkopfschmerz“ sowie ein Kopfschmerzkalender in zehn verschiedenen Sprachen zum Download zur Verfügung.

Am bundesweiten „Aktionstag gegen den Schmerz“ machen die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. und ihre Partnerorganisationen auf die lückenhafte Versorgung von vielen Millionen Menschen aufmerksam, die an chronischen Schmerzen leiden. Bundesweit finden in über 230 Praxen und Kliniken, aber auch in Apotheken oder Pflegeeinrichtungen Aktionen und Informationsveranstaltungen rund um das Thema Schmerz statt. Auch Mitglieder der DMKG beteiligen sich an dem Aktionstag.

Foto: © deagreez - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
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