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Kopfschmerzen: Welche Arten gibt es und wie werden sie behandelt?

Kopfschmerzen haben viele Gesichter. Um die richtige Behandlung zu finden, ist es notwendig, zunächst die Form des Kopfschmerzes herauszufinden. Am häufigsten kommen Migräne und Spannungskopfschmerzen vor. Doch es existieren viele weitere Arten.
Kopfschmerzen, Kopfschmerzarten

Es gibt viele verschiedene Arten von Kopfschmerzen - quälend sind sie fast alle

Erste Anlaufstelle bei Kopfschmerzen ist meistens der Hausarzt. Seine Aufgabe ist es, die richtige Diagnose und Behandlung zu finden bzw. zu entscheiden, ob ein Facharzt aufgesucht werden sollte. Auch ob sich hinter den Beschwerden eine andere, möglicherweise schwerwiegende Erkrankung verbirgt, muss der Arzt herausfinden.

Für Kopfschmerzen sind mehr als 200 Ursachen bekannt, wie die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) mitteilt. In der ärztlichen Praxis spielen vor allem die Migräne, der Spannungskopfschmerz sowie der durch Schmerzmittelübergebrauch induzierte Kopfschmerz eine Rolle.

Spannungskopfschmerz besonders häufig

Besonders verbreitet ist der Spannungskopfschmerz. Die Patienten beschreiben ihn häufig als milden bis mittelschweren Schmerz mit dumpf-drückendem Charakter, der den ganzen Kopf betrifft. Manchmal wird er wie das Gefühl eines „zu engen Hutes“ beschrieben. Lärm- oder Lichtempfindlichkeit wie bei der Migräne fehlen in der Regel oder sind nur gering ausgeprägt, ebenso Übelkeit und Erbrechen.

Zu akuten Behandlung bei Spannungskopfschmerzen werden Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder Ibuprofen empfohlen. Auch können Entspannungsübungen, leichte Bewegung und eine Lockerung der Nackenmuskeln die Schmerzen lindern bzw. präventiv wirken. Tritt ein Spannungskopfschmerz häufig auf, ist das Risiko für eine Chronifizierung hoch.

 

Migräne: Wenn das Pochen unerträglich wird

Bei Migräne tritt der Kopfschmerz meist einseitig aus. Betroffene beschreiben die Schmerzen als pochend oder pulsierend sowie in der Regel als mittelschwer bis schwer. Fast immer werden die Kopfschmerzen bei Migräne von Übelkeit und/oder Erbrechen sowie Licht- und Geräuschüberempfindlichkeit begleitet. Rund 20 Prozent der Patienten haben auch eine sogenannte Aura, die sich meist in Form von Sehstörungen mit Flimmer- oder Flackersehen oder Sensibilitätsstörungen bemerkbar macht. Charakteristisch ist, dass sich die Beschwerden bei normalen körperlichen Aktivitäten wie Treppensteigen verstärken.

Prophylaxe bei Migräne sinnvoll

In der Akuttherapie von Migräneattacken kommen meist nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder aber Triptane zum Einsatz. Treten mehr als drei Attacke pro Monat auf oder können die Anfälle mit der üblichen Medikation nicht beherrscht werden, ist eine Prophylaxe sinnvoll. Dabei sind die Betablocker Metoprolol und Propranolol, der Kalziumantagonist Flunarizin, die Antikonvulsiva Topiramat und Valproinsäure sowie das trizyklische Antidepressivums Amitriptylin in ihrer Wirksamkeit am besten belegt.

Bei einer chronischen Migräne mit mehr als 15 Kopfschmerztagen pro Monat kann auch ein Versuch mit Botulinumtoxin zur Prophylaxe versucht werden. Zudem sind mittlerweile mehrere Antikörper gegen CGRP oder den CGRP-Rezeptor als Migräneprophylaxe zugelassen. Daneben hilft regelmäßiger Ausdauersport, den Attacken vorzubeugen. Auch Entspannungsverfahren und Stressmanagement haben sich als wirksam erwiesen.

Besonders quälend: Clusterkopfschmerz

Clusterkopfschmerzen zählen zu den schwersten Kopfschmerzerkrankungen. Zudem dauert es oft lange, bis die Betroffenen die richtige Diagnose und Behandlung erhalten. Unbehandelt führen chronische Clusterkopfschmerzen aufgrund ihrer Schwere oft zu sozialem Rückzug, Persönlichkeitsänderung und Depressionen bis hin zu Suizidgedanken.

Beim Clusterkopfschmerz klagen die Betroffenen über einen streng einseitigen extremen Schmerz mit einem Schmerzmaximum hinter dem Auge. Die Attacken dauern zwischen 15 und 180 Minuten an und treten episodisch gehäuft auf – daher spricht man von einem Cluster (Haufen). Die Schmerzen werden durch mindestens eines der folgenden Symptome begleitet, die auf der gleichen Seite auftreten wie der Kopfschmerz: Augenrötung, Augentränen, verstopfte oder laufende Nase, vermehrtes Schwitzen im Bereich des Gesichts, Verengung der Pupille, Hängen des Augenlids, körperliche Unruhe und Bewegungsdrang.

Die Clusterkopfschmerzattacke wird durch Inhalation von reinem Sauerstoff oder durch die Gabe eines schnell wirksamen Triptans als Spritze unter die Haut oder als Nasenspray behandelt. Die Prophylaxe erfolgt mit Verapamil, Lithium oder Topiramat, vorübergehend können auch Kortison und lang wirksame Triptane verordnet werden.

Kopfschmerzen können auch durch Schmerzmittel ausgelöst werden

Wer über einen längeren Zeitraum häufig Schmerz- und Migränemittel einnimmt, kann vorbestehende Kopfschmerzen damit verstärken und in einen chronischen Kopfschmerz aufgrund von Schmerzmittelübergebrauch verwandeln. Von einem schmerzmittelinduzierten Kopfschmerz spricht man, wenn Patienten über mindestens drei Monate an 15 oder mehr Tagen im Monat unter Kopfschmerzen leiden und an mehr als 14 Tagen monatlich ein Schmerzmittel oder an mehr als neun Tagen Migränemittel wie Triptane oder Mutterkornalkaloide einnehmen. Beim schmerzmittelinduzierten Kopfschmerz sind eine Beratung des Patienten, prophylaktische Maßnahmen und unter Umständen eine ärztlich begleitete Medikamentenpause anzustreben.

Neben den genannten Kopfschmerzarten gibt es noch viele andere, zum Teil auch seltene oder exotisch anmutende Formen des Kopfschmerzes wie beispielsweise den primären Sexualkopfschmerz, das SUNCT-Syndrom oder den Hustenkopfschmerz. In allen Fällen sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursachen zu festzustellen und eine geeignete Therapie einzuleiten.

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