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13.01.2014

Kopfschmerzen und MS: Wissenschaftler vermuten Zusammenhang

Kopfschmerzen und Multiple Sklerose (MS) wurden bislang nicht in einen Zusammenhang gebracht. Forscher aus Rostock haben jetzt herausgefunden, dass vor allem jüngere MS-Patientinnen an Kopfschmerzen leiden. Der Befund könnte vor allem für eine frühe Diagnose bedeutsam sein.
Kopfschmerzen und MS: Wissenschaftler weisen Zusammenhang nach

Kopfschmerzen bei Multipler Sklerose haben offenbar mit Migräne nichts zu tun

Gerade bei Multipler Sklerose ist eine frühzeitige Diagnose wichtig, da sich die entzündliche Nervenerkrankung anfangs noch relativ gut behandeln lässt. Umso wichtiger scheint der Fund, den Wissenschaftler der Universität Rostock jetzt gemacht haben: Von 200 untersuchten MS-Patienten litten 70 Prozent an Kopfschmerzen. Dabei handle es sich nicht um klassische Migräneschmerzen, sondern um Schmerzen, die mit dem Krankheitsbild der Multiplen Sklerose zusammenhingen, erläutert der Rostocker Kopfschmerzforscher Professor Dr. Peter Kropp vom Institut für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie an der Universitätsmedizin Rostock.

Kopfschmerzen bei 70 % der MS-Patienten festgestellt

Der Nachweis eines Zusammenhangs zwischen Kopfschmerzen und Multiple Sklerose ist neu. Die Erkenntnis könnte aber möglicherweise eine wichtige Rolle bei der Diagnose und Therapie von Multiple Sklerose spielen. „Diese Erkenntnis ist insofern wegweisend, als bislang Kopfschmerz und Multiple Sklerose nicht im Zusammenhang betrachtet wurden“, sagt Dr. Uwe Zettl von der Klinik und Poliklinik für Neurologie an der Universitätsmedizin Rostock. Der Neurologe ist überzeugt, dass der nun festgestellte Zusammenhang die Diagnosemöglichkeiten für MS verbessere. „Bislang wurden MS-Patienten mit Kopfschmerz zunächst mit anderen Differentialdiagnosen in Zusammenhang gebracht, was die Therapie der eigentlichen Krankheit verzögerte“, so der Neurologe. Dabei seien eine frühzeitige Diagnose und der Einsatz eines individuellen Immuntherapeutikums die wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung der Multiplen Sklerose

 

Multiple Sklerose verläuft sehr unterschiedlich

Multiple Sklerose ist bislang unheilbar. Es handelt sich dabei um eine chronisch verlaufende Entzündung des Nervensystems, die langfristig zu massiven Beeinträchtigungen führen kann. Der Krankheitsverlauf und das Beschwerdebild sind individuell jedoch sehr unterschiedlich. Man nennt die Multiple Sklerose daher auch die Krankheit mit 1.000 Gesichtern. Die Störungen reichen von Seh- oder Gehstörung bis hin zur Bewegungsunfähigkeit. In Deutschland leiden nach Hochrechnungen mindestens 130.000 Menschen an Multipler Sklerose. Frauen erkranken etwa doppelt so häufig an MS wie Männer.

Foto: Bayer Healthcare

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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