. Hörvermögen

Kopfhörer können zu Hörschäden führen

Kopfhörer können zu dauerhaften Hörschäden führen. Insbesondere Modelle, die in das Ohr eingesetzt werden, sogenannte In-Ear-Kopfhörer, schaden dem Hörvermögen – und das schon bei geringer Lautstärke, wie US-Forscher nun festgestellt haben.
Kopfhörer können auch bei geringer Lautstärke das Hörvermögen beeinträchtigen

Kopfhörer können auch bei geringer Lautstärke zu Hörschäden führen

Dass zu laute Musik dem Gehör schaden und zu einem dauerhaften Hörverlust führen kann, ist bekannt. Doch unter bestimmten Bedingungen ist nicht einmal eine besonders hohe Lautstärke erforderlich, um dem Hörvermögen dauerhaft zu schaden. Wie ein Wissenschaftlerteam von der Harvard Medical School Eaton Peabody Laboratory in den USA nun festgestellt hat, können sogenannte In-Ear-Kopfhörer schon bei niedriger Lautstärke zu Hörschäden führen. Experten raten daher zu Modellen, die auf dem Ohr aufliegen.

In-Ear-Kopfhörer zerstören Cochlea-Nervenfasern

Lange haben sich Wissenschaftler fast ausschließlich auf den Verlust von Haarzellen als Indikator für einen Hörverlust konzentriert. Doch Hörschäden können auch auf andere Weise entstehen. In der aktuellen Studie konnten die Forscher zeigen, dass durch In-Ear-Kopfhörer große Teile der Cochlea-Nervenfasern zerstört werden können. In der Cochlea, einem Teil des Innenohrs, werden normalerweise die physischen Bewegungen der Haarzellen in elektronische Impulse umgewandelt und an das Gehirn weitergeleitet.

Kopfhörer, die im Ohr sitzen, senden starke schädliche Wellen direkt in die Cochlea – und das selbst bei niedriger Lautstärke. Die Forscher konnten zeigen, dass dadurch 90 Prozent der Cochlea-Nervenfasern zerstört werden können. „Die Nervenfasern werden sich nie wieder verbinden“, so Charles Liberman, Direktor des Eaton Peabody Lab.

Kopfhörer sollten auf dem Ohr aufliegen

„Die Nervenfasern können nicht mehr auf Geräusche reagieren, und innerhalb weniger Monate oder Jahre wird der Rest des Neurons verschwinden“, so der Experte weiter. Zwar wird die Fähigkeit der Tonerkennung in einer ruhigen Umgebung nicht beeinträchtigt, doch sobald Hintergrundgeräusche auftreten, sinkt das Hörvermögen drastisch.

Da es bisher keine Therapie für Cochlea-Nervenschäden gibt, raten die Forscher, unbedingt Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. So sollte man nur Kopfhörer verwenden, die nicht in das Ohr eingesetzt werden, sondern auf der Hörmuschel aufliegen. Auf diese Weise gelangt der Schall nur abgeschwächt in das Innenohr und kann keinen so großen Schaden anrichten. Zudem sollte man die sogenannte 60/60 Regel befolgen: nicht mehr als 60 Prozent der möglichen Lautstärke für nicht mehr als 60 Minuten.

Foto: © rodjulian - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin

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