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13.06.2021

Kontaktallergie bei Kindern: Was Eltern tun können

Kinderhaut ist besonders empfindlich. Kommt es zu sichtbaren Rötungen oder kratzt sich das Kind, kann die Ursache dafür eine Kontaktallergie sein.
Allergietest auf der Haut bei einem Kind.

Ein Epikutan-Test kann helfen, Ursachen für Allergien aufzuspüren. Dabei werden unterschiedliche Allergene auf die Haut aufgebracht. Das aufgemalte Raster macht es möglich, Reaktionen einem bestimmten Allergen zuzuordnen.

Hautprobleme bei kleinen Kindern sind keine Seltenheit. Denn ihre Haut ist weich und empfindlich. Hautausschläge bei Babys und Kindern können sich als einfache Rötungen zeigen, als Hubbel, Bläschen oder Pusteln. Schon häufiges Waschen, trockene Raumluft oder Textilien auf der Haut können zu Reizungen führen. Als Hauptursachen für Ausschläge mit Krankheitswert nennen Mediziner Infektionskrankheiten, die durch Viren und Bakterien ausgelöst sind, Reaktionen auf Pilzerkrankungen oder Parasiten, und Allergien auf Auslöser im Körperinneren (Lebensmittel) oder von außen (Kontaktallergien), zu denen es bei der Berührung von Materialien kommt.

Alltagsdinge lösen Kontaktallergien aus

Viele Alltagsdinge können Stoffe enthalten, auf die entsprechend veranlagte Kinder mit einer Kontaktallergie reagieren. Kommt die Haut mit einem solchen Stoff in Berührung, entwickelt sie ein Ekzem, also eine Entzündungsreaktion. „Kontaktallergien treten bei Kindern häufiger auf als vermutet", sagt Margitta Worm, Leiterin der Allergologie und Immunologie der Hautklinik der Charité Berlin, im Apothekenmagazin „Baby und Familie".

 

Allergien: Auslöser finden kann Detektivarbeit sein

Was eine Diagnose teils schwierig macht: Im Gegensatz zu anderen Allergien, bei denen Betroffene rasch reagieren, treten die Beschwerden bei einer Kontaktallergie in der Regel erst nach zwei bis drei Tagen auf. „Dann ist es nicht einfach, noch einen Bezug herzustellen, woran es gelegen haben könnte", sagt die Berliner Fachärztin, die auch Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie ist. „Den Auslöser der Allergie zu finden, kann also echte Detektivarbeit bedeuten.“

Allergieauslöser: Reißverschlüsse, Duftstoffe, Badelatschen

Zu den häufigsten Auslösern zählt laut „Baby und Familie“ das Metall Nickel, das beispielsweise in Schmuckstücken, Uhren, Knöpfen, Reißverschlüssen oder Münzen enthalten ist. Nickel gilt als häufigster Auslöser für Kontaktallergien. In Schätzungen bewegt sich die Zahl der Betroffenen in Deutschland in einem Korridor zwischen 1,9 bis 4,5 Millionen Menschen. Etwa 10 Prozent aller Kinder sind gegenüber Nickel sensibilisiert. Außerdem ist ein erhöhter Nickelgehalt in der Atemluft und im Trinkwasser ein Risikofaktor für eine Sensibilisierung gegen Nickel bei Kindern.

Auch Duft- oder Konservierungsstoffe, die etwa Kosmetika wie Seifen und Kinderparfüms beigemischt sind, können allergen wirken. Als kritisch gelten auch Farbstoffe wie Phenylendiamin (die zum Beispiel in abwaschbaren Kinder-Tattoos vorkommen) oder Gummistoffe (wie zum Beispiel in Badelatschen).

Feuchte Umschläge mit Salzwasser oder Schwarztee

Bei Verdacht auf ein Kontaktekzem gilt zunächst: den auslösenden Stoff beziehungsweise das Allergen sofort meiden. Zudem rät die Berliner Allergologin Worm, im Akutfall das Ekzem mit feuchten Umschlägen zu behandeln. Diese könnten auch in Kochsalzlösung oder gekochtem, abgekühlten Schwarztee getränkt werden. Letzterer wirkt gegen Entzündungen.

Kontaktallergie: Klarheit bringt der „Epikutan-Test“

Auf jeden Fall sollten Eltern Hautirritationen bei ihrem Kind ernst nehmen und am besten eine dermatologische Praxis aufsuchen. Klarheit, auf welche Stoff das Kind reagiert, bringt ein sogenannter Epikutan-Test. Dabei werden für ein bis zwei Tage Pflaster mit möglichen Allergenen auf den Rücken des Kindes geklebt. „Nach drei Tagen schauen wir, ob und welcher der getesteten Stoffe zu einer Hautreaktion geführt hat", sagt Fachärztin Margitta Worm. Findet man den Kontaktstoff heraus und macht um ihn längere Zeit einen großen Bogen, ist es möglich, dass sich die Überempfindlichkeit in eine sogenannte klinisch stumme Allergie verwandelt – sprich: Dass das Immunsystem dann, wenn alles gut geht, kaum noch auf den Stoff reagiert.

Foto: AdobeStock/Gorilla

Autor: zdr
Hauptkategorie: Medizin
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