. Sofortprogramm für Kranken- und Altenpflege des Bundesgesundheitsministeriums

Kolat fordert ein bundesweites Ausbildungsprogramm für Pflegeberufe

Das am Mittwoch vorgestellte Sofortprogramm für die Kranken- und Altenpflege geht der Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kolat nicht weit genug. Sie vermisst vor allem ein Ausbildungsprogramm für Pflegeberufe.
Ausbildungs - Sofortprogramm für Kranken- und Altenpflege von Kolat gefordert

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD)

Kolat (SPD) begrüßte die Initiative der Bundesregierung, durch ein Sofortprogramm für eine bessere Personalausstattung und bessere Arbeitsbedingungen in der Kranken- und Altenpflege zu sorgen. Der Fachkräftemangel führe bereits heute zu spürbaren Engpässen. „Wir benötigen mehr Personal in den Krankenhäusern und Pflegeheimen. Auch in der ambulanten Pflege erfahren zunehmend mehr Pflegebedürftige eine Absage“, so die Berliner Senatorin.

Kolat weist aber auch darauf hin, dass die zusätzlichen Pflegekräfte zunächst ausgebildet werden müssen. „Ohne ein Ausbauprogramm von Ausbildungskapazitäten werden die Pläne für mehr Pflegekräfte ins Leere laufen“, warnte sie. Weil die Fachkräfte, die heute ausgebildet werden, erst in drei Jahren zur Verfügung stehen, forderte sie von der Bundesregierung „dringend jetzt ein Investitionsprogramm für den Ausbau von Ausbildungsplätzen“.

Kolat: „Sofortprogramm für Kranken- und Altenpflege nur mit Ausbildungsprogramm“

Aus Kolats Sicht müssen alle Krankenhäuser und Pflegeheime ihre Ausbildungsplätze jetzt mindestens verdoppeln, wenn nicht gar verdreifachen, um ihren eigenen Fachkräftebedarf abzudecken. „Das Hoffen, dass die Fachkräfte von irgendwo herkommen, ist unverantwortlich“, so die Berliner Gesundheitssenatorin weiter. Sie forderte Bund, Länder, Kassen, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen auf, einen Pakt für den Ausbau von Ausbildungsplätzen und für bessere Ausbildungsbedingen zu schließen. Dabei verwies sie darauf, dass in Berlin derzeit ein lokaler Pakt für die Pflege vorbereitet werde.

Das von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch (23.5.) vorgestellte Sofortprogramm für eine bessere Personalausstattung und bessere Arbeitsbedingungen in der Kranken- und Altenpflege soll zum 1. Januar 2019 in Kraft treten. Es umfasst eine Reihe von Maßnahmen, um die Personalsituation in Krankenhäusern zu verbessern. Allen voran sollen die Kosten für zusätzliche Pflegestellen, für Tarifsteigerungen in der Krankenpflege und für Ausbildungsvergütungen vollständig erstattet werden. Angepeilt ist, dass die Krankenhausvergütung ab 2020 auf eine Kombination von Fallpauschalen und einer Pflegepersonalkostenvergütung umgestellt wird.

 

13.000 mehr Pflegekräfte in Pflegeheimen vorgesehen

Zur Verbesserung der Personalsituation in Pflegeheimen und Pflegediensten sind weitere konkrete Maßnahmen vorgesehen:

  • 13.000 neue Pflegestellen sollen in den Heimen geschaffen werden. Die Kosten sollen über Zulagen mit der Kranken- und Pflegeversicherung abgerechnet werden.
  • Pflege-Azubis in der Altenpflege sollen im ersten Lehrjahr nicht mehr angerechnet werden.
  • Die Pflegeversicherung soll einmalig bis zu 12.000 Euro pro Einrichtung für die Anschaffung moderner (Kommunikations-)Technik zur Digitalen Entlastung von Pflegekräften zur Verfügung stellen.
  • Die verpflichtende Einbindung von Ärzten in die Heimversorgung soll Pflegekräfte entlasten.

Die Attraktivität der Pflegeberufe will das Sofortprogramm steigern, indem es die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und das betriebliche Gesundheitsmanagement in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen verbessert. Außerdem ist vorgesehen, dass pflegende Angehörige künftig leichter eine stationäre Reha-Maßnahme erhalten können.

Foto: ddp images Clemens Bilan

Autor: Angela Mißlbeck
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Pflege
 

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