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Kokosöl ist nicht gesünder als andere Pflanzenöle

Kokosöl wird derzeit viel beworben und ist vom Biomarkt bis zum Discounter überall erhältlich. Doch ist es gesünder als andere Pflanzenöle? Nein, meinen Forscher, die das anhand einer Meta-Analyse überprüften.
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Kokosöl enthält zu 90 Prozent gesättigte Fettsäuren

Kokosöl wird derzeit viel beworben und ist vom Biomarkt bis zum Discounter überall erhältlich. Doch ist es gesünder als andere Pflanzenöle? Nein, meinen Forscher, die das anhand einer Meta-Analyse überprüften.

Danach führt der Konsum von Kokosnussöl zu einem höheren LDL-Wert als andere Öle. Im Gegensatz zu landläufigen Meinungen hat Kokosöl auch keinen Einfluss auf Entzündungswerte, den Blutzuckerwert und das Körpergewicht.

Vergleich mit nicht-tropischen Pflanzenölen

Die Forscher um Rob Van Dam von der National University of Singapore werteten für die Meta-Analys 16 internationale Studien aus, in denen die Auswirkungen eines mindestens zweiwöchigen Kokosölkonsums auf gesundheitliche Indizees beobachtet wurde. Dabei gab es Vergleiche zum Konsum nicht-tropischer Pflanzenöle und Palmöl.

Alle Studien beschäftigten sich mit den Blutfettwerten, acht Studien mit dem Körpergewicht, fünf mit dem Körperfettanteil, vier mit dem Taillenumfang, vier mit dem Nüchternblutzucker und fünf mit dem Entzündungsmarker C-reaktives Protein.

 

Zu 90 Prozent gesättigte Fettsäuren

Im Vergleich zu nicht-tropischen Pflanzenölen wie Olivenöl, Rapsöl oder Distelöl erhöhte Kokosöl das Gesamtcholesterin, das LDL-Cholesterin und das HDL-Cholesterin signifikant. Das erhöht das Risisko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Keine Auswirkungen hatte Kokosöl auf die Triglyceride, das Körperfett, die Blutzuckerwerte und das C-reaktive Protein.

Ernährungsempfehlungen raten dazu, gesättigte Fettsäuren durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu ersetzen. Kokosöl jedoch besteht zu etwa 90 Prozent aus gesättigten Fettsäuren und weist damit einen höheren Anteil an gesättigtem Fett auf als Butter oder Schmalz.

Kokosöl ist nicht gesünder als andere Pflanzenöle

In Kokosöl ist außerdem viel Laurinsäure enthalten. Während sie chemisch als mittelkettige Fettsäure eingestuft wird, die aufgrund ihrer schnellen Resorption und ihres schnellen Stoffwechsels als gesünder gilt, verhält sie sich eher wie eine langkettige Fettsäure, erklärte van Dam. Darüber hinaus besteht etwa ein Viertel des Kokosfetts aus den langkettigen gesättigten Fettsäuren Myristinsäure und Palmitinsäure. Kokosöl ist also keineswegs gesünder als andere Pflanzenöle.

Die Meta-Studie erschien im Fachmagazin Circulation. Fazit in einem begleitenden Leitartikel: In der kulinarischen Praxis sollte Kokosöl nicht als normales Speiseöl verwendet werden, es kann aber sparsam für Geschmack oder Textur eingesetzt werden.

Foto: Photo SG/adobe.com

Hauptkategorie: Umwelt und Ernährung
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