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Kokosöl: gesund oder ungesund?

Über den gesundheitlichen Wert von Kokosöl herrscht Uneinigkeit. Während es für die einen ein neues "Superfood" ist, halten es die anderen aufgrund seiner vielen gesättigten Fettsäuren für gesundheitsschädlich. Belastbare Studien zur Wirkung von Kokosöl gibt es wenige.
Ist Kokosöl gesund?

Zur Frage, wie gesund Kokosöl ist, gibt es sehr unterschiedliche Ansichten

Kokosöl ist heutzutage aus Supermärkten und Drogerien nicht mehr wegzudenken. Seine gestiegene Popularität verdankt es nicht zuletzt der wachsenden Nachfrage nach veganen Produkten. In der Küche kann es dazu verwendet werden, Saucen abzubinden, Currygerichten eine exotische Note zu verleihen, und sogar für Desserts und Kuchen ist es aufgrund seines süßlich-milden Geschmacks geeignet. Mittlerweile interessieren sich auch viele gesundheitsbewusste Menschen für das Öl: In Blogs und auf Gesundheitsseiten wird Kokosöl schon als neues "Superfood" angepriesen, das gegen alle erdenklichen Krankheiten wirken und sogar beim Abnehmen helfen soll.

Zu hoher Anteil an gesättigten Fettsäuren?

Doch was ist dran am Hype um Kokosöl? Bei der Betrachtung seiner Inhaltsstoffe ist es zunächst schwer, sich eine gesundheitsfördernde Wirkung vorzustellen. Denn Kokosöl enthält reichlich gesättigte Fettsäuren – also genau jene Fette, die im Verdacht stehen, den Cholesterinspiegel zu erhöhen, das Blut zu verklumpen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erhöhen. Erst kürzlich haben Wissenschaftler der American Heart Association im Fachmagazin Circulation vor der hohen Menge gesättigter Fettsäuren im Kokosöl gewarnt.

Die Zusammensetzung der Fettsäuren macht Kokosöl den tierischen Fetten sehr ähnlich. Auch seine Konsistenz ähnelt beispielsweise der von Butter: Bei Raumtemperatur ist das Öl fest, und es schmilzt ab einer Temperatur von etwa 26 Grad Celsius. Allerdings hat Kokosöl nach Angaben der Forscher der American Heart Association sogar noch mehr gesättigte Fettsäuren als tierische Fette, die bisher als besonders gesundheitsschädlich galten.

Kokosöl enthält große Mengen an Laurinsäure

Warum wird also dennoch behauptet, Kokosöl sei gesund? Ein entscheidender Grund dafür liegt in dem hohen Anteil an Laurinsäure. Sie gehört zu den mittelkettigen Fettsäuren (medium chain triglycerides = MCT). Dabei handelt es sich zwar um gesättigte Fettsäuren, die jedoch andere Eigenschaften aufweisen als die langkettigen Fettsäuren. Bisher sind die Auswirkungen der mittelkettigen Fettsäuren aber längst nicht so stark erforscht wie beispielsweise die der ungesättigten Fette, wie sie in allgemein als „gesund“ anerkannten Ölen wie Rapsöl oder Leinöl vorkommen. Dennoch gibt es Hinweise darauf, dass die im Kokosöl enthaltende Laurinsäure die Konzentration des gefäßschützenden HDL-Cholesterins im Blut erhöht.

Auch auf Entzündungen soll sich die Fettsäure positiv auswirken können. So haben chinesische Forscher den Einfluss der Ernährung auf Arthrose untersucht und in Experimenten an Ratten festgestellt, dass sich eine Diät mit einem hohen Anteil an Laurinsäure als besonders günstig für deren Gelenkfunktion erwies.

Schadstoffe in Kokosprodukten

Bevor jedoch eindeutige Empfehlungen zum Kokosöl ausgegeben werden können, sind noch weitere Forschungen nötigt. Unklar bleibt auch, ob sich das Öl der Kokosnuss – wie auf verschiedenen Gesundheitsseiten angepriesen – zum Abnehmen eignet. Zwar hat Kokosöl genauso viele Kalorien wie die meisten andere Fette, doch den mittelkettigen Fettsäuren wird nachgesagt, dass der Körper sie besonders schnell abbaut und dass sie den Energieverbrauch erhöhen. Wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) jedoch betont, haben die bisherigen Studien, die dazu veröffentlicht wurden, methodische Schwächen. Die DGE empfiehlt Kokosöl daher nicht zum Abnehmen.

Problematisch könnte auch noch etwas ganz anderes sein, denn erst kürzlich hat die Zeitschrift Öko-Test davor gewarnt, dass Kokosprodukte oft mit Schadstoffen belastet sind. In einer Untersuchung war jedes zweite Produkt betroffen. Von den getesteten Ölen wiesen drei sogar stark erhöhte Gehalte an Mineralölrückständen; diese können sich im Körper anreichern und zu Organschäden führen. Auch Kokosmilch und Kokosraspeln waren betroffen.

Foto: © svehlik - Fotolia.com

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Hauptkategorie: Medizin
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