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07.09.2021

Kognitiver Rückgang erhöht bei Seniorinnen das Fraktur-Risiko

Kognitiver Rückgang kann bei Seniorinnen auf ein erhöhtes Risiko für Osteoporose und Frakturen hindeuten. Das zeigt eine australische Studie.
Mit einem kognitiven Schwund erhöht sich das Risiko für Knochenbrüche

Forscher unter der Leitung des Garvan Institute of Medical Research in Darlinghurst haben einen Zusammenhang zwischen dem kognitiven Verfall und Osteoporose (Knochenschwund) entdeckt. Kognitiver Rückgang erhöht danach das zukünftige Fraktur-Risiko bei Seniorinnen.

Weltweit sind 200 Millionen Menschen von Osteoporose und mehr als 35 Millionen von Demenz betroffen - Zahlen, die sich in den nächsten zwei Jahrzehnten aufgrund der weltweit steigenden Lebenserwartung voraussichtlich verdoppeln werden.

Verlust der Unabhängigkeit, erhöhtes Sterberisiko

Das ist vor allem auch deswegen relevant, weil beide Erkrankungen zu "einer erhöhten Behinderung, einem Verlust der Unabhängigkeit und einem erhöhten Sterberisiko" führen,  so die Erstautorin der Studie, Dr. Dana Bliuc. "Es gibt Hinweise darauf, dass ältere Menschen mit Demenz ein höheres Risiko für Hüftfrakturen haben, aber ob der Rückgang der Knochen und der kognitiven Gesundheit zusammenhängen, wurde nicht untersucht."

Das Team verwendete Daten der Canadian Multicentre Osteoporose Study, die die Skelettgesundheit der Teilnehmer dokumentierte. Die Forscher untersuchten die kognitiven Werte und Knochen-Messungen von 1.741 Frauen und 620 Männern im Alter ab 65 Jahren, die zu Beginn der Studie keine Symptome eines kognitiven Verfalls zeigten. Sie wurden 16 Jahre lang weiterbeobachtet.

 

Kognitiver Rückgang erhöht bei Seniorinnen das Fraktur-Risiko

Ein kognitiver Rückgang in den ersten fünf Jahren war bei Frauen mit einem 1,7-fachen Anstieg des Frakturrisikos in den folgenden 10 Jahren verbunden. Dies war unabhängig vom Ausmaß des Knochenschwunds. Kognitiver Rückgang erhöht bei Seniorinnen also das Fraktur-Risiko. Der Zusammenhang zwischen kognitivem Abbau und Knochenabbau war bei Männern schwächer und statistisch nicht relevant.

"Knochenschwund und kognitiver Verfall sind wichtige Probleme der öffentlichen Gesundheit, aber beides sind ‚stumme Krankheiten‘, die lange Zeit unentdeckt und unbehandelt bleiben können, oft bis die Erkrankungen ernsthaft fortgeschritten sind", sagt Prof. Jacqueline Center, Leitautorin der im Journal of Bone and Mineral Research veröffentlichten Studie.

Beides sollte künftig zusammen überwacht werden

Fazit: Die Studie deute darauf hin, dass bei Frauen die Kognition zusammen mit der Knochengesundheit überwacht werden sollte. Ein Rückgang bei einem könnte einen Rückgang des anderen bedeuten. Kausale Zusammenhänge konnten die Forscher nicht identifizieren. Allerdings sind Frauen nach der Menopause von Östrogenmangel betroffen, der sowohl mit Knochenverlust als auch mit kognitivem Rückgang in Verbindung gebracht wird.

Foto: Adobe Stock/Racle Fotodesign

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