Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Kognitive Fähigkeiten: Länger fit durch körperliches und geistiges Training

Donnerstag, 19. April 2018 – Autor:
Immer wieder wird diskutiert, ob und wie man sich aktiv vor einer Demenz schützen kann. Nun haben Forscher gezeigt, dass gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und Denkaufgaben dem geistigen Abbau entgegenwirken können.
Demenz, kognitive Fähigkeiten, Alter, geistiges Training

Denkaufgaben können die kognitiven Fähigkeiten schützen – Foto: ©aletia2011 - stock.adobe.com

Die aktuelle Studie des Dialog- und Transferzentrums Demenz (DZD) ist die erste große Interventionserhebung, die einen multidimensionalen Ansatz zur Vorbeugung gegen den kognitiven Abbau im Alter verfolgt, insbesondere in der Frühphase einer Demenzerkrankung wie beispielsweise Alzheimer. Das Ergebnis der FINGER-Studie (Finnish Geriatric Intervention Study to Prevent Cognitive Impairment and Disability): Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und geistiges Training können dem geistigen Abbau entgegenwirken.

Geistiges und körperliches Training sinnvoll

Für die Analyse wurden die kognitiven Funktionen von 1.260 Probanden im Alter zwischen 60 und 77 Jahren zu Beginn der Studie sowie nach zwölf und 24 Monaten mit ausführlichen neuropsychologischen Tests untersucht. Zudem wurde die Ernährung im Hinblick auf ihre Ausgewogenheit und dem damit verbundenen Effekt auf die Gesundheit untersucht, sowie ein- bis dreimal pro Woche körperliches Training verabreicht.

Die Probanden erhielten außerdem ein regelmäßiges kognitives Training – bestehend aus Gruppen- und Einzelsitzungen am Computer, durchgeführt und betreut von Psychologen. Dabei wurden die Versuchspersonen im Verlauf der Erhebung mit gleich alten Kontrollpersonen verglichen. Während die letztere Gruppe mehrere gesundheitliche Beratungen erhielt und regelmäßig Herz-Kreislauf-Checks absolvierte, erhielten die Teilnehmer der ersten Gruppe eine weit intensivere Betreuung. Dazu gehörte unter anderem auch körperliches Training und Denksport. Die Studie konnte zeigen, dass die Testpersonen, die intensiver gecoacht wurden und mehr Training absolvierten, nach zwei Jahren gegenüber den Kontrollpersonen ihre kognitiven Fähigkeiten um 25 Prozent verbesserten. Allerdings profitierten insgesamt beide Gruppen von den Interventionen.

 

Mehr Aufmerksamkeit für Präventionsmaßnahmen

Verbindet man nun beispielsweise diese Ergebnisse mit den Befunden einer sehr langen symptomfreien Vorphase der Demenz, so ergeben sich nach Auffassung der Forscher darauf grundlegende Fragen an die Versorgung. Es könnte zum Beispiel sinnvoll sein, Risikopatienten frühzeitig zu identifizieren, um präventive Maßnahmen einzuleiten. Doch hier stellt sich die Frage, ob dafür genügend und auch ausreichend qualifiziertes medizinisches und pflegerisches Potenzial zur Verfügung steht. Die vorliegende Studie zeigt jedenfalls, dass rechtzeitig eingeleitete präventive Maßnahmen einer Demenz entgegenwirken oder sie zumindest hinauszögern können.

Foto: © aletia2011 - Fotolia.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Demenz , Alzheimer , Alter , Langes Leben , Prävention
 

Weitere Nachrichten zum Thema Demenzrisiko

05.02.2018

Wissenschaftliche Studien haben es bestätigt: Zwischen Schwerhörigkeit und der Entwicklung einer Demenz gibt es einen Zusammenhang. Wer unter einem Nachlassen des Hörvermögens leidet, sollte deshalb über ein Hörgerät nachdenken.

02.04.2016

Eine Studie hat bestätigt, dass Diabetes das Risiko für kognitiven Abbau und die Entwicklung einer Demenz im Alter erhöht. Den Ergebnissen zufolge ist Diabetes im Vergleich zu Bluthochdruck und Übergewicht sogar ein weitaus wichtigerer Faktor für kognitive Beeinträchtigungen.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Ist die Infektion abgeklungen, ist Covid-19 für viele Patienten keineswegs vorbei – es geht nur anders weiter. Die AOK hat ein neues Beratungsportal geschaltet: damit Long-Covid-Patienten diese neue Krankheit besser verstehen und leichter mit ihr umgehen können.

 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin