Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
19.04.2018

Kognitive Fähigkeiten: Länger fit durch körperliches und geistiges Training

Immer wieder wird diskutiert, ob und wie man sich aktiv vor einer Demenz schützen kann. Nun haben Forscher gezeigt, dass gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und Denkaufgaben dem geistigen Abbau entgegenwirken können.
Demenz, kognitive Fähigkeiten, Alter, geistiges Training

Denkaufgaben können die kognitiven Fähigkeiten schützen

Die aktuelle Studie des Dialog- und Transferzentrums Demenz (DZD) ist die erste große Interventionserhebung, die einen multidimensionalen Ansatz zur Vorbeugung gegen den kognitiven Abbau im Alter verfolgt, insbesondere in der Frühphase einer Demenzerkrankung wie beispielsweise Alzheimer. Das Ergebnis der FINGER-Studie (Finnish Geriatric Intervention Study to Prevent Cognitive Impairment and Disability): Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und geistiges Training können dem geistigen Abbau entgegenwirken.

Geistiges und körperliches Training sinnvoll

Für die Analyse wurden die kognitiven Funktionen von 1.260 Probanden im Alter zwischen 60 und 77 Jahren zu Beginn der Studie sowie nach zwölf und 24 Monaten mit ausführlichen neuropsychologischen Tests untersucht. Zudem wurde die Ernährung im Hinblick auf ihre Ausgewogenheit und dem damit verbundenen Effekt auf die Gesundheit untersucht, sowie ein- bis dreimal pro Woche körperliches Training verabreicht.

Die Probanden erhielten außerdem ein regelmäßiges kognitives Training – bestehend aus Gruppen- und Einzelsitzungen am Computer, durchgeführt und betreut von Psychologen. Dabei wurden die Versuchspersonen im Verlauf der Erhebung mit gleich alten Kontrollpersonen verglichen. Während die letztere Gruppe mehrere gesundheitliche Beratungen erhielt und regelmäßig Herz-Kreislauf-Checks absolvierte, erhielten die Teilnehmer der ersten Gruppe eine weit intensivere Betreuung. Dazu gehörte unter anderem auch körperliches Training und Denksport. Die Studie konnte zeigen, dass die Testpersonen, die intensiver gecoacht wurden und mehr Training absolvierten, nach zwei Jahren gegenüber den Kontrollpersonen ihre kognitiven Fähigkeiten um 25 Prozent verbesserten. Allerdings profitierten insgesamt beide Gruppen von den Interventionen.

 

Mehr Aufmerksamkeit für Präventionsmaßnahmen

Verbindet man nun beispielsweise diese Ergebnisse mit den Befunden einer sehr langen symptomfreien Vorphase der Demenz, so ergeben sich nach Auffassung der Forscher darauf grundlegende Fragen an die Versorgung. Es könnte zum Beispiel sinnvoll sein, Risikopatienten frühzeitig zu identifizieren, um präventive Maßnahmen einzuleiten. Doch hier stellt sich die Frage, ob dafür genügend und auch ausreichend qualifiziertes medizinisches und pflegerisches Potenzial zur Verfügung steht. Die vorliegende Studie zeigt jedenfalls, dass rechtzeitig eingeleitete präventive Maßnahmen einer Demenz entgegenwirken oder sie zumindest hinauszögern können.

Foto: © aletia2011 - Fotolia.com

Autor: red
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Demenz , Alzheimer , Alter , Langes Leben , Prävention
 

Weitere Nachrichten zum Thema Demenzrisiko

05.02.2018

Wissenschaftliche Studien haben es bestätigt: Zwischen Schwerhörigkeit und der Entwicklung einer Demenz gibt es einen Zusammenhang. Wer unter einem Nachlassen des Hörvermögens leidet, sollte deshalb über ein Hörgerät nachdenken.

02.04.2016

Eine Studie hat bestätigt, dass Diabetes das Risiko für kognitiven Abbau und die Entwicklung einer Demenz im Alter erhöht. Den Ergebnissen zufolge ist Diabetes im Vergleich zu Bluthochdruck und Übergewicht sogar ein weitaus wichtigerer Faktor für kognitive Beeinträchtigungen.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Sie wiegen so viel wie unser Gehirn und viel mehr als unser Herz – und sind genauso lebenswichtig: die Darmbakterien. Sie verdauen unser Essen, entsorgen Giftstoffe und schützen uns als Teil des Immunsystems vor Krankheitserregern. Mit seiner Ernährung hat es der Mensch selbst in der Hand, ob er dieses unsichtbare „Organ“ schwächt – oder stärkt.

Für Babys ist liebevolle Berührung existenziell: um sich geborgen zu fühlen, physisch und psychisch zu gedeihen und später normale Beziehungen eingehen zu können. Zwischenmenschliche Berührung wirkt auf sie wie ein sanftes Arzneimittel: Sie verlangsamt den Herzschlag, baut Stress ab und führt im Körper zu Entspannung.

 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin