. Fieber

Körpertemperatur: Welche Werte sind normal?

Eine bestimmte Körpertemperatur ist wichtig, damit der Organismus funktioniert und alle Stoffwechselprozesse geregelt ablaufen können. Schwankungen der Temperatur sind dabei normal. Ab bestimmten zu niedrigen oder zu hohen Werten kann es jedoch gesundheitlich bedenklich werden.
Körpertemperatur, Fieber

Kinder bekommen schneller Fieber als Erwachsene

Die sogenannte Körperkerntemperatur bleibt nie genau gleich. Leichte Schwankungen sind daher normal und werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Auch individuell kann die Körpertemperatur variieren. Bei Werten zwischen 36,3 und 37,4 Grad Celsius spricht man von einer normalen Temperatur. Werte darunter oder darüber können hingegen auf Krankheitsprozesse hindeuten und auch selbst zu einem gesundheitlichen Problem werden.

Hypothalamus regelt Körpertemperatur

Geregelt wird die Körperinnentemperatur vom Hypothalamus. Dieser Teil des Gehirns überprüft ständig die aktuelle Temperatur und vergleicht sie mit der „gesunden“ Temperatur von etwa 37 Grad Celsius. Ist die Körperinnentemperatur zu niedrig, sorgt der Hypothalamus dafür, dass der Körper Wärme bildet und diese hält. Ist die Temperatur zu hoch, wird Wärme abgegeben bzw. Schweiß produziert, der die Haut abkühlt.

 

Leichte Schwankungen der Körpertemperatur normal

Schwankungen der Körpertemperatur sind normal und hängen von äußeren und inneren Faktoren ab. So steigt sie, wenn man Sport treibt, und ist nachts niedriger als tagsüber.

Folgende Faktoren können die Körpertemperatur des Menschen beeinflussen:

  • Tageszeit: Nachmittags ist die Temperatur am höchsten und kann bis zu einem Grad über dem morgendlichen Wert liegen. Danach fällt sie wieder ab.
  • Emotionen: Gefühle beeinflussen die Körpertemperatur. So wird sie beispielsweise bei Stress in der Regel erhöht.
  • Körperliche Aktivität: Bei Sport oder anderer schwerer physischer Belastung kann die Temperatur auf bis zu 40 Grad Celsius steigen.
  • Krankheiten können zu einer höheren, aber auch zu einer niedrigeren Körpertemperatur führen.
  • Hormonelle Schwankungen bei Frauen: Ein bis zwei Tage nach dem Eisprung steigt die Körpertemperatur bei Frauen um etwa 0,5 Grad Celsius an.

Kleine Kinder haben höhere Temperatur

Bei Säuglingen und kleinen Kindern ist die Körpertemperatur grundsätzlich etwas höher als bei Erwachsenen. Das liegt unter anderem daran, dass ihre Körperoberfläche im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht größer und ihr Stoffwechsel aktiver ist. Auch funktioniert bei ihnen die Temperaturregelung noch nicht so gut, zudem schwitzen sie weniger. Aus diesem Grund reagieren sie auch schneller auf Veränderungen mit Fieber.

Ab 38 Grad Celsius spricht man von Fieber

Fieber ist eigentlich eine sinnvolle Reaktion des Körpers. Es entsteht, wenn das Gehirn die Körpertemperatur höher als normal einstellt – in der Regel, um Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien zu bekämpfen. Von Fieber spricht man, wenn die Temperatur im Körperinneren auf mindestens 38 Grade Celsius steigt.  

Für die Körpertemperatur bei Menschen gelten folgende Richtwerte:

  • 33,0 bis 34,9 °C – Unterkühlung
  • 35,0 bis 36,2 °C – Untertemperatur
  • 36,3 bis 37,4 °C – Normaltemperatur
  • 37,5 bis 37,9 °C – Leicht erhöhte Temperatur
  • 38,0 bis 38,5 °C – Leichtes Fieber
  • 38,6 bis 39,0 °C – Mäßiges Fieber
  • 39,1 bis 39,9 °C – Hohes Fieber
  • 40,0 bis 40,9 °C – Sehr hohes Fieber
  • 41,0 °C und höher – Extremes Fieber

Körperkerntemperatur ist entscheidend

In der Wissenschaft wird zwischen der Körperkerntemperatur und der Oberflächentemperatur unterschieden. Mit der Körperkerntemperatur ist die Temperatur in den lebenswichtigen inneren Organen gemeint. Die Oberflächentemperatur, auch Schalenwert genannt, bezeichnet die Werte auf der Haut. Sie ist aufgrund der Außentemperaturen wesentlich größeren Schwankungen ausgesetzt als die Körperkerntemperatur und in der Regel niedriger als diese.

Foto: © ladysuzi - stock.adobe.com

Autor:
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten
 

Weitere Nachrichten zum Thema Fieber

| Das Kind wirkt matt und krank und hat eine heiße Stirn. Die Eltern möchten wissen, ob es Fieber hat. Doch mit welcher Methode zum Fiebermessen lässt sich die Temperatur am sichersten bestimmen? Das haben kanadische Forscher in einer Meta-Studie untersucht.
| Forscher berichten von einer rätselhaften Abkühlung der durchschnittlichen Körpertemperatur des Menschen. Demnach ist diese in den letzten 160 Jahren um 0,6 Grad gesunken. Der Standardwert von 37 Grad ist demnach vermutlich gar nicht mehr gültig.
| Niesen, Husten, Gliederschmerzen: Bei den unspezifischen Symptomen, die wir von Erkältungen, Infekten oder eine Grippe her kennen, denken viele jetzt gleich an eine Infektion mit dem Coronavirus – obwohl das in den allermeisten Fällen unbegründet ist. Nach den bisherigen Erkenntnissen ist ein Symptom bei Corona aber besonders typisch: Fieber.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Schenken macht Spaß – die meisten Menschen kennen das. Forscher konnten das sogar im MRT bestätigen und die hirnphysiologischen Grundlagen für den Zusammenhang zwischen Großzügigkeit und Glücksgefühl zeigen.
Schwangerschaftsdiabetes verläuft oft ohne nennenswerte Symptome. Die Diagnose erfolgt daher meist viel zu spät. Experten fordern ein effektiveres Screening, um die Schwangerschaftskomplikation rechtzeitig aufzudecken.
 
 
. Kliniken
. Interviews
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.