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Klimawandel – Darum ist Aufforstung so wichtig

Der Weltklimarat will die Erderwärmung bis 2050 auf 1,5 Grad begrenzen. Forscher sagen, dass das theoretisch möglich sei. Allerdings müsste dafür vor allem eine Maßnahme massiv verstärkt werden: die Aufforstung.
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Bäume anzupflanzen ist nach Meinung einiger Forscher die wichtigste Maßnahme gegen den Klimawandel

Reduktion der Treibhausgase, weniger Fleischverzehr, bessere Landnutzung – das alles sind wichtige Maßnahmen, um den Klimawandel zu bekämpfen. Doch nichts sei so effektiv wie Aufforstung. Das sagen Schweizer Forscher. Mehr Bäume auf der Erde könnten nach ihrer Ansicht der Erderwärmung stärker entgegenwirken als bislang gedacht. So könnte ihrer Meinung nach das 1,5-Grad-Ziel des Weltklimarats bei der Erderwärmung noch erreicht werden. Die Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich hatten im vergangenen Jahr im Fachmagazin "Science" eine entsprechende Studie veröffentlicht.

Abholzung stoppen, in Aufforstung investieren

Wälder halten den Planeten kühl. Sie fangen Kohlendioxid aus der Atmosphäre, um es in Stämmen, Wurzeln und im Boden zu speichern. "Unsere Landsysteme, die Wälder und Böden, haben eine Senkenfunktion", erklärt der Klimaforscher Alexander Popp. Werden sie richtig gemanagt, speichern sie das Treibhausgas oder können sogar mehr aufnehmen. Ähnlich ist es bei Feuchtgebieten und Mooren, die ebenfalls große Kohlenstoffspeicher sind.

Doch weltweit schwinden die Waldflächen. Diese Entwicklung muss gestoppt und massiv in die Aufforstung investiert werden, um den Klimawandel zu stoppen – darin sind sich Wissenschaftler einig.

 

Bäume könnten zwei Drittel der CO2-Emissionen aufnehmen

Nach Angaben der ETH-Forscher sind derzeit mit 2,8 Milliarden Hektar Wald bedeckt. Sie halten die Neubepflanzung von 900 zusätzlichen Millionen Hektar für möglich. Das entspräche fast der Fläche der USA oder einer Fläche etwa 25 Mal so groß wie Deutschland. Die Wissenschaftler hatten Städte und landwirtschaftliche Flächen bei ihrer Berechnung bewusst ausgespart. Es gehe vor allem um ehemals intakte, aber heute zerstörte Ökosysteme.

Bäume zu pflanzen habe das Potenzial, zwei Drittel der bislang von Menschen verursachten klimaschädlichen CO2-Emissionen aufzunehmen. Die neuen Wälder könnten 205 Milliarden Tonnen Kohlenstoff speichern, wenn sie herangewachsen sind. Das sind etwa zwei Drittel der 300 Milliarden Tonnen Kohlenstoff, die seit der industriellen Revolution durch den Menschen in die Atmosphäre gelangten. "Wir müssten aber schnell handeln, denn es wird Jahrzehnte dauern, bis die Wälder reifen und ihr Potenzial als natürliche CO2-Speicher ausschöpfen", so die Forscher. Die zur Aufforstung geeignete Fläche werde durch den Klimawandel jedes Jahr kleiner.

Forscher korrigieren bisherige Berechnungen

Viele Wissenschaftler gingen in ihren Berechnungen davon aus, dass die Baumbedeckung durch den Klimawandel steige, heißt es in der Studie. Das stimme zwar für die nördlichen Wälder, etwa in Sibirien. Die Berechnungen seien aber falsch, denn die Baumdichte liege dort durchschnittlich nur bei 30 bis 40 Prozent. Gleichzeitig gingen tropische Wälder mit einer Baumdichte von 90 bis 100 Prozent verloren.

Grundsätzlich betonen die Autoren: "Die Aufforstung kann trotz allen Potenzials nur eine von vielen Maßnahmen für den Klimaschutz sein. Eine rasche Abkehr vom fossilen Wirtschaftsmodell ist notwendig und kann mit Hilfe eines Sektor-übergreifenden CO2-Preises am besten erreicht werden."

Foto: © kishivan - Fotolia.com

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Hauptkategorie: Umwelt und Ernährung
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