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Klimawandel betrifft arme Menschen besonders

Mittwoch, 14. August 2019 – Autor: anvo
Arme und chronisch kranke Menschen leiden unter dem Klimawandel besonders. Das soll stärker thematisiert werden und betroffene Bevölkerungsgruppen sollen besser geschützt werden, wie das Umweltbundesamt nun erklärt.
Klimandel, Armut, Hitzewellen, Umweltgerechtigkeit

Der Klimawandel setzt vor allem sozial benachteiligten Menschen zu – Foto: ©mbruxelle - stock.adobe.com

Untersuchungen zeigen, dass vor allem sozial schwache Menschen von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. So können sie sich aufgrund von Wohn- und Arbeitssituationen häufig schlechter vor Hitzewellen schützen. Auch sind in sozial benachteiligten Stadtteilen meist weniger Grünflächen zu finden, und auch andere Umweltfaktoren wie Lärm und Abgase sind in den Städten ungleich verteilt. In der Debatte über die Folgen des Klimawandels sollte daher mehr Augenmerk auf besonders betroffene Bevölkerungsgruppen gelegt werden. Das fordert jetzt Christiane Bunge, eine Mitarbeiterin des Umweltbundesamtes (UBA).

Ärmere und chronisch kranke Menschen stärker betroffen

Hitzewellen mach­ten in den Städten vor allem Menschen zu schaffen, die schon mehrfach belastet seien, so Bunge. „Zu den gesundheitlich gefährdeten Gruppen gehören ältere Menschen und hier vor allem ärmere, alleinlebende und chronisch kranke Personen.“ Zudem zeigen Untersuchungen, dass Menschen mit niedrigerem Einkommen eher an viel befahrenen Straßen wohnen und dadurch verstärkt Gesundheitsrisiken wie Lärm und Abgasen ausgesetzt sind.

Sozial benachteiligte Menschen leiden also jetzt schon verstärkt unter schädlichen Umweltfaktoren. Und durch den Klimawandel werde diese Problematik weiter zunehmen, so das Umweltbundesamt. Diese Zusammenhänge werden unter dem Begriff Umweltgerechtigkeit gefasst.

Auch dass es in bestimmten Stadtteilen weniger Grünflächen gibt, ist ein großes Problem. Denn Studien belegen, dass Grünflächen gut für die körperliche und mentale Gesundheit sind. „Bundesweit zeigt sich ganz klar, dass die Lebenserwartung mit dem Einkommen steigt“, erklärt Bunge. Das könne man zwar nicht allein auf die Umweltbelastungen zurückführen. „Aber sie haben einen Anteil daran“, so die UBA-Mitarbeiterin.

 

Mehr Schattenplätze und kühlere Räume

Mit verschiedenen Maßnahmen könnte in Städten die Wärmebelastung reduziert werden, so das Umweltbundesamt. Bunge nennt in diesem Zusammenhang Schattenplätze, kühle Räume, mehr Bänke und Trinkbrunnen sowie Dach- und Fassadenbegrünung, Rollläden oder Sonnensegel. Die Umweltpolitik müsse einen „sehr viel genaueren Blick“ darauf werfen, wer die von den Folgen der Klimaveränderungen betroffenen Bevölkerungsgruppen seien - um so Förderprogramme gezielter und effizienter umzusetzen. „Wir wünschen uns, dass das Thema Umweltgerechtigkeit einen stärkeren Eingang findet in die 'großen' Umweltthemen in Deutschland, auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene", so Bunge.

Am 20. September will das Klimakabinett der Bundesregierung über ein Maßnahmenpaket entscheiden, damit Deutschland nationale und international verpflichtende Klimaziele einhalten kann. Dabei geht es auch um eine mögliche Bepreisung des CO2-Ausstoßes. Wie genau diese aussehen soll, ist zwischen den Regierungsparteien jedoch noch umstritten.  

Foto: © mbruxelle - Fotolia.com

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