Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
04.12.2016

Klassische Musik schützt das Herz

Klassische Musik kann unser Herz-Kreislauf-System positiv beeinflussen. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie von der Ruhr-Universität Bochum. Besonders Musikstücke von Mozart und Strauss scheinen positive Effekte zu haben.
Musik und Herzgesundheit

Musik kann die Herzfrequenz senken

Musik kann entspannen – diese Erfahrung hat sicher jeder schon gemacht. Doch kann sie auch zu nachweisbaren positiven Veränderungen im Körper führen? Das wollte eine Wissenschaftlerin der Ruhr-Universität Bochum in ihrer Dissertation herausfinden. Dabei stellte sie fest, dass besonders Musik von Mozart und Strauss dazu beitragen kann, die Herzfrequenz zu senken. Die Ergebnisse der Studie wurden im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht. 

Klassische Musik senkt Herzfrequenz

An der Studie nahmen 120 Probanden teil. Die Hälfte der Teilnehmer wurde in drei verschiedene Gruppen unterteilt, die alle jeweils für 25 Minuten der Musik von verschiedenen Komponisten oder Interpreten lauschten. Während eine Gruppe Musik von Mozart hörte, wurde die zweite mit Stücken von Strauss „beschallt“. Die Teilnehmer der dritten Gruppe hörten Musik der schwedischen Popgruppe ABBA. Die übrigen Teilnehmer dienten als Kontrollgruppe und verbrachte die Zeit im Stillen.

Vor und nach der Einwirkung der Musik wurden bei den Probanden Blutdruck, Herzfrequenz und Cortisol-Konzentration gemessen. Dabei zeigte sich, dass klassische Musik von Mozart und Strauss den Blutdruck und die Herzfrequenz gegenüber den Nichthörern senken konnte. Beim Hören der Musik von ABBA war der Effekt hingegen kaum nachweisbar. Allerdings führten nach Angaben der Forscher alle Musikgenres zu einer deutlich geringeren Konzentration von Cortisol im Blut.

 

Warum ABBA einen geringeren therapeutischen Effekt hat

Nach Auffassung der Forscherin spricht Musik Emotionen an, die positiv auf das Herz-Kreislaufsystem wirken können. Vor allem harmonische, eingängige Melodien ohne große Lautstärke- und Rhythmusschwankungen zeigen dabei gute Effekte. Gesang spreche hingegen auch noch andere Hirnregionen an als reine Instrumentalklänge, was eventuell den therapeutischen Effekt reduzieren könnte. Das könnte auch eine Erklärung dafür sein, dass sich bei der Musik von ABBA weniger positive Effekte zeigten. Möglichweise könnte die Studie dazu beitragen, in Zukunft Musik als Teil der Therapie für Herzpatienten einzusetzen.

Foto: © Syda Productions - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Herzgesundheit

13.12.2017

Dass körperliche Inaktivität, hoher Alkoholkonsum, Rauchen und Bluthochdruck Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen sind, ist bekannt - wie ungleich diese innerhalb Deutschlands verteilt sind, jedoch weniger. Eine Studie zeigt, dass Menschen aus dem Ostteil des Landes ein ungünstigeres Risikoprofil aufweisen.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zellen. Im Profi-Sport wird den Zellbausteinen seit ein paar Jahren besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Durch spezielle Trainingsmaßnahmen und Nahrungsergänzungsmittel lässt sich die körperliche Leistungsfähigkeit offenbar enorm steigern.

Mitarbeiter im Gesundheitswesen kämpfen an vorderster Front: Viele kamen während der Pandemie an die Grenzen dessen, was Menschen aushalten können. Eine Studie der Universität Bonn zeigt: Besonders in einer Berufsgruppe haben Ängste und Depressionen behandlungsbedürftige Dimensionen erreicht.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin