Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Kinderhospize sind wichtig für ein friedliches Sterben

Montag, 10. Februar 2014 – Autor:
In Deutschland leben rund 23.000 Kinder mit einer unheilbaren Erkrankung. Hospizdienste ermöglichen ihnen ein friedliches Sterben. Daran erinnert der heutige Tag der Kinderhospizarbeit.
Tag der Kinderhospizarbeit

Kinderhospize: Für Kleinkinder ist der Tod noch schwer zu fassen

Der 10. Februar steht seit 2006 ganz im Zeichen der Kinderhospize und soll auf die wichtige Arbeit der der ambulanten und stationären Kinderhospize aufmerksam machen. Schließlich begleiten Kinderhospize jedes Jahr Hunderte Kinder beim Sterben. Für die Familien sind Kinderhospize eine wichtige Unterstützung und Entlastung. „Unheilbar kranke Kinder sind ein Thema, das in der Ecke steht, für das es Mut und Kraft braucht, um mit zu machen, das uns täglich daran erinnert, das wir alle vergänglich sind“, sagt Sabine Kraft, Geschäftsführerin des Bundesverbands Kinderhospiz anlässlich des Tags der Kinderhospizarbeit.

5.000 Kinder und Jugendliche sterben jedes Jahr

Der Bundesverband schätzt, dass in Deutschland rund 23.000 mit einer so genannten lebensverkürzenden Krankheit leben. Jährlich sterben etwa 5.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an einer solchen Erkrankung, davon über 500 an Krebs. Zu den unheilbaren Krankheiten bei Kindern gehören angeborene kardiovaskuläre, neuromuskuläre Störungen, genetische Krankheiten und Krebs. Krebs tritt bei Kindern vor allem als Leukämie, Hirntumor oder Neuroblastomen auf.

„Eine schwere Krankheit in der Familie bedeutet eine große Belastung, die an die physischen und psychischen Grenzen gehen kann – vor allem wenn ein Kind betroffen ist“, sagt Wolfgang Baier von Kinder- und Jugendärzte im Netz. „Schwer kranke Kinder sind besonders auf eine vertrauensvolle und tragfähige Beziehung zu ihren Eltern angewiesen.“ In vielen Fällen kann in der letzten Lebensphase eine Begleitung durch einen Kinderhospizdienst sinnvoll sein. In Deutschland gibt es mehr als 50 ambulante und neun stationäre Kinderhospizdienste, die sich um das seelische und körperliche Wohlergehen des Kindes in der verbleibenden Lebenszeit sorgen. Zum anderen tragen die Hospizdienste auch zur Entlastung und Unterstützung von Eltern und Geschwister bei. „Das Personal ist besonders im Umgang mit sterbenden Kindern und ihren Familien geschult, so dass auch Angehörige „Erholungsphasen“ erhalten“, sagt Baier. Für die erkrankten Kinder sei es oft hilfreich, Kontakt zu anderen Betroffenen zu bekommen.

 

Hospizdienste: Kassen zahlen Zuschüsse 

Laut Kinder- und Jugendärzte im Netz wurde in Deutschland 1998 das erste Kinderhospiz in Olpe gegründet. Seit Januar 2002 zahlen Krankenkassen und Pflegekassen Zuschüsse. Auskunft darüber können Eltern bei den Hospizen selbst oder bei den zuständigen Krankenkassen erhalten. Überwiegend sind Kinderhospize aber auf Spenden angewiesen.

Foto: © S.Kobold - Fotolia.com

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin , Pflege
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Kinder , Krebs , Leukämie , Hirntumor
 

Weitere Nachrichten zum Thema Erkrankungen bei Kindern

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten

Ist die Infektion abgeklungen, ist Covid-19 für viele Patienten keineswegs vorbei – es geht nur anders weiter. Die AOK hat ein neues Beratungsportal geschaltet: damit Long-Covid-Patienten diese neue Krankheit besser verstehen und leichter mit ihr umgehen können.

 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin