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20.11.2015

Kinder und Jugendliche sollten Vitamin D einnehmen

Kinder und Jugendliche sollten nicht nur in den Wintermonaten zusätzlich Vitamin D einnehmen. Das empfiehlt ein Aufsatz in der Monatsschrift Kinderheilkunde. Die ausreichende Versorgung sei hierzulande nicht gewährleistet, dabei habe das Vitamin Einfluss auf die Knochen sowie weitere Körperfunktionen und Krankheitsrisiken.
Die Haut braucht Sonnenlicht, um Vitamin D zu bilden

Vitamin D wird vor allem durch Sonnenlicht gebildet

Die Vitamin-D-Versorgung ist gerade in der Wachtumsphase wichtig. Über den ungenügenden Vitamin-Status bei Kindern und Jugendlichen sind sich die Fachgesellschaften einig, nicht aber, ab welchen Werten genau ein Mangel oder eine Überversorgung vorliegt. Für alle Bevölkerungsgruppen wurde die empfohlene Tagesmenge Vitamin D jedenfalls unlängst erhöht.

Die Vitamin-D-Aufnahme über Lebensmittel beträgt weniger als 10 Prozent der empfohlenen Menge. Zugleich kann in Deutschland in den sonnenlichtarmen Wintermonaten kaum oder kein Vitamin D in der Haut gebildet werden. Dafür ist nämlich die UV-B-Strahlung nötig. Eine bessere Versorgung im Kindes- und Jugendalter sei daher ohne zusätzliche Gabe kaum zu erreichen.

Kinder und Jugendliche sollten Vitamin D einnehmen

Die tägliche Vitamin-D-Zufuhr über Lebensmittel – hier kommen vor allem fettreicher Seefisch wie Hering oder Lachs in Frage - beträgt etwa 50–100 I.E. Die derzeit diskutierte nötige Vitamin D-Gesamtzufuhrmenge wird von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) aber mit etwa 800 I.E. am Tag angegeben. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) empfiehlt bei unzureichender Sonnenlichtexposition 600 I.E am Tag.

Die fehlenden 500–700 I.E. müssen also über andere Quellen zur Verfügung gestellt werden. Die körpereigene Synthese in der Haut indes sei keine zuverlässige Möglichkeit, heißt es in dem Artikel weiter. Sie kann selbst im Sommer durch den Gebrauch von Sonnenschutzmitteln, das Meiden der Mittagssonne oder zu seltene Aufenthalte im Freien eingeschränkt sein.

 

Vitamin D für Kinder und Jugendliche empfehlen und erstatten

Fazit der Autoren: Erforderlich seien praxisgerechte Empfehlungen sowie eine weitere Sensibilisierung von Gesundheitsbehörden und Fachgremien, um die allgemein als Risiko eingestufte schlechte Vitamin-D-Versorgung zu verbessern. Der gezielten Einsatz von Supplementen sollte in die Empfehlungen aufgenommen werden. Dabei sollten die Kosten wie bei den Säuglingen (Rachitis-Prophylaxe) auch im Kindes- und Jugendalter übernommen werden.

Die Versorgungslage mit Vitamin D lässt sich anhand des 25(OH)D-Spiegels überpüfen. Vitamin D, in der Haut gebildet oder über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel eingenommen, ist ein zunächst inaktives Prohormon, das in der Leber in 25-Hydroxy-Vitamin-D, also 25(OH)D, umgewandelt und dann wieder ins Blut abgegeben wird.

Foto: Jenko Ataman

Autor: red
 

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