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Kinder mit Schuppenflechte häufig übergewichtig

Kinder, die von Schuppenflechte betroffen sind, leiden häufig nicht nur unter der lästigen Hauterkrankung. Häufig entwickeln sie zusätzlich noch ein gefährliches Übergewicht.
Schuppenflechte

Schuppenflechte und Übergewicht stehen häufig in einem Zusammenhang

Schuppenflechte (Psoriasis) ist an sich schon unangenehm und stellt besonders für Kinder und Jugendliche eine große physische und psychische Belastung dar. Wie eine amerikanische Studie nun ergeben hat, haben betroffene Kinder aber häufig noch mit einem weiteren Übel zu kämpfen. Die Untersuchung, die in den Archives of Dermatology veröffentlicht wurde, zeigt, dass Schuppenflechte im Kindes- oder Jugendalter oft von starkem Übergewicht begleitet ist.

Für die Studie wurden 409 junge Patienten mit Schuppenflechte aus Amerika, Europa und Asien einer Kontrollgruppe von Gleichaltrigen ohne entzündliche Hauterkrankung gegenübergestellt. Dabei zeigte sich, dass die Kinder mit Schuppenflechte viermal so häufig adipös (BMI über der 95. Perzentile) waren wie die gesunden Kinder. Die Studie zeigte auch eine Assoziation zwischen dem Gewicht und dem Schweregrad der Schuppenflechte auf. Wenn mehr als 10 Prozent der Hautoberfläche befallen waren, stellten die Studienautoren fünfmal häufiger eine Adipositas fest. Bei den US-Patienten war der Zusammenhang noch deutlicher. Kinder und Jugendliche mit einer schweren Psoriasis waren 7,6-mal häufiger übergewichtig.

Kausalitätsverhältnis zwischen Schuppenflechte und Übergewicht unklar

Nach Ansicht von Studienleiterin Amy Paller von der Feinberg School of Medicine in Chicago kann dies kein Zufall sein. Allerdings lässt sich durch die Untersuchung nicht erklären, ob Übergewicht Schuppenflechte begünstigt oder ob umgekehrt die Hauterkrankung dazu führt, dass die Kinder und Jugendlichen ihre Frustration durch eine Essstörung kompensieren. Es sei allerdings bekannt, so Paller, dass die Entstehung der Schuppenflechte durch die gleichen Zytokine angetrieben wird, die auch zur Insulinresistenz, zu Übergewicht und zum metabolischen Syndrom führen.

Für die gesundheitlichen Auswirkungen der Adipositas ist die Frage nach der Kausalitätsbeziehung allerdings unwesentlich. Angesichts des starken Übergewichts ist für die Betroffenen das Risiko erhöht, im späteren Leben Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln. Hinzu kommt, dass bei den jungen Patienten die Verteilung des Fettgewebes ungünstig ist. Die meisten entwickeln eine zentrale Adipositas, bei der sich besonders im Bauchraum viel Fettgewebe ansammelt. Diese Fettverteilung gilt als besonders risikoreich für die spätere Entwicklung eines metabolischen Syndroms.

Auch die Entwicklung einer zentralen Adipositas stand in der Studie von Paller in einer Assoziation zum Schweregrad der Schuppenflechte. Die Wissenschaftlerin hält deshalb eine Gewichtsreduktion mit Änderung des Lebensstils bei den betroffenen Patienten für unbedingt notwendig. Seit den 70er Jahren hat sich Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Schuppenflechte verdoppelt. In den USA beginnt die Erkrankung heute bei fast jedem dritten Patienten vor dem Erwachsenenalter.

Foto: Farina3000/fotolia.com

 
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