. Diabetes Typ 1

Kinder Diabetes: Familien oft überfordert

In Deutschland leben etwa 30.000 Kinder und Jugendliche mit Diabetes Typ 1. Viele Familien sind mit der Zuckerkrankheit ihrer Kinder überfordert.
Diabetes bei Kindern ist eine Herausforderung für die Eltern

Diabetes bei Kindern ist eine Herausforderung für die Eltern

Diabetes ist in Deutschland die häufigste Stoffwechselerkrankung bei Kindern und Jugendlichen. Etwa 15.000 Kinder und Jugendliche im Alter bis zu 14 Jahren haben Diabetes Typ 1, schliesst man die Jugendlichen zwischen 15 und 20 mit ein, leben in Deutschland sogar 30.000 junge Diabetiker. Aber auch Diabetes Typ 2 kann junge Menschen betreffen. Experten schätzen, dass allein in Deutschland 5.000 Kinder und Jugendliche vom Diabetes Typ 2, umgangssprachlich "Alterszucker", betroffen sind.

Viele Familien überfordert die Krankheit, bei der sie mehrmals täglich den Blutzuckerspiegel ihres Kindes kontrollieren und jede Mahlzeit berechnen müssen. Insbesondere, wenn jüngere Kinder betroffen sind, ist die Therapie ist so zeitintensiv, dass manche Mütter sogar ihren Job aufgeben.

Jüngere Kinder verstehen nicht, warum sie Insulinspritzen bekommen

"Mütter und Väter der ganz kleinen Patienten fordert die Diagnose Diabetes am meisten", sagt der Kinderdiabetologe Professor Dr. med. Reinhard Holl aus Ulm. "Denn sehr junge Kinder verstehen den Sinn der täglichen Therapie noch nicht, weshalb sie sich oft mit aller Kraft den täglichen Insulinspritzen und dem Blutzuckermessen widersetzen. Zudem müssen Eltern darauf achten, wie viel sich ihr Kind bewegt und die Kohlenhydratmenge jeder Mahlzeit berechnen."Der Zeitaufwand sei enorm.

Diabetes beim Kind auch eine finanzielle Herausforderung

Die Fachgesellschaft diabetesDE hat in einer Befragung herausgefunden, dass manche Mütter der jüngeren Kinder nach der Diagnose sogar ihren Beruf aufgeben. 47 Prozent der betroffenen Familien klagten über negative finanzielle Folgen. "Einige dieser Eltern sind so überfordert, dass ihre eigene seelische Gesundheit bedroht ist", ergänzt Professor Dr. med. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe und Chefarzt am Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover. Auch Lehrer oder Erzieher seien oft verunsichert. Ihnen fehle das Wissen, ob und in welchem Masse sie die Verantwortung für ein Kind mit Diabetes übernehmen können und dürfen.

Unter www.diabetesde.org/kinder gibt DiabetesDe nützliche Tipps für Eltern und Lehrer von Diabetiker-Kindern.

Foto: Pfizer

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Diabetes , Kinder

Anzeige
 

Weitere Nachrichten zum Thema Diabetes

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
Keine Altersgruppe wächst so schnell wie die der Hochbetagten. Viele, die auf die 100-Jahre-Marke zusteuern, verfügen über eigene Ideen und Strategien für ein gutes Altern. Die Wissenschaft, kritisiert jetzt eine der wenigen Altersforscherinnen, habe dies bisher aber so gut wie übersehen.
Autismus ist eine neurologische Entwicklungsstörung. Betroffene haben unter anderem Schwierigkeiten mit der sozialen Interaktion und neigen zu stereotypen Verhaltensmustern. Nun hat eine Studie gezeigt, dass der Einsatz von Neurofeedback dazu beitragen kann, die Symptome zu lindern.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Evangelisches Geriatriezentrum Berlin gGmbH, Reinickendorfer Straße 61, 13347 Berlin

Anzeige
 

. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof, Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin, Konferenzraum1
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.