. Allergien

Keine Ausnahmen für Pferdehaarallergiker

Auch Curly-Pferde können gefährliche allergische Reaktionen bei Menschen mit Pferdehaarallergie hervorrufen. Zu diesem Schluss kommt die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) und bezieht sich dabei auf jüngste Medienberichte, denen zu Folge die Rasse Curly gesundheitlich unbedenklich für Pferdehaarallergiker sei.
Keine Ausnahmen für Pferdehaarallergiker

Foto: © Kurt Bouda / PIXELIO

"Wir warnen hiermit ausdrücklich alle Personen, die eine ärztlich gesicherte Pferdehaarallergie haben, vor dem Umgang mit Pferden jedweder Rasse", betonte ein Sprecher der ECARF.

In den letzten Monaten gab es Hinweise in den Medien, dass die Benutzung von Pferden der Rasse Curly für Patienten mit allergischer Rhinitis oder allergischem Asthma bronchiale bei Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen gesundheitlich ungefährlich sei.

Für Pferdehaarallergiker sind Curly Pferde auch gefährlich

Dazu nimmt die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) wie folgt Stellung:
"Recherchen in den Medien ergaben, dass in dem Labor einer deutschen Universität eine Untersuchung an nur zwei Seren von Pferdehaarallergikern durchgeführt wurde, bei denen im Immunoblot-Verfahren eine etwas geringere Reaktion mit Curly-Pferde-Epithelextrakt als mit Tennessee-Walker-Pferdeepithelextrakt auftrat. Die betroffenen Wissenschaftler selber folgerten daraus keine Erklärung für eine fehlende Gefährdung Pferdehaar-sensibilisierter Patienten. Auch wurden die Ergebnisse dieser Beobachtung an zwei Seren bewusst nicht publiziert, werden aber von anderer Seite als "wissenschaftlicher Beleg für die hypoallergene Wirkung von Curly-Pferden" benannt. Diese Aussage ist wissenschaftlich nicht fundiert.

Die Ergebnisse dieser Beobachtung an zwei Seren wurden nicht publiziert, werden aber als "wissenschaftlicher Beleg für die hypoallergene Wirkung von Curly-Pferden" benannt.
Richtig ist, dass Pferdehaar- und Pferdeepithel-Allergene zu den aggressivsten inhalativen Allergenen gehören, die einen allergischen Schnupfen, Augenbindehautentzündung und Asthma bronchiale auslösen können. Die Stärke der asthmatischen Reaktionen geht bis zu lebensbedrohlichen Atemnotanfällen.

Allergie macht vor keinen Pferderassen halt

Eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) kann bisher nur in Einzelfällen durchgeführt werden und erfordert höchste Sorgfalt. Es gibt bisher keine uns bekannte wissenschaftlich belegte und publizierte Untersuchung, die belegt, dass der Kontakt von Personen mit einer Pferdehaarallergie mit Pferden irgendeiner Rasse gesichert nicht zu allergischen Reaktionen führt. Dass einzelne Personen das Gefühl haben, beim Kontakt mit einem Pferd keine Krankheitserscheinungen zu bekommen, bedeutet nicht, dass diese Rasse generell für Pferdehaarallergiker zum Umgang geeignet ist."
Beispiele von wissenschaftlich nicht fundierten Aussagen in den Medien finden Sie auf der Homepage der Stiftung: www.ecarf.org

Die Europäische Stiftung für Allergieforschung ist eine gemeinnützige Stiftung und hat ihren Sitz an der Charité - Universitätsmedizin Berlin.

Weitere Nachrichten zum Thema Allergien

| Wenn Kinder allergisch auf Eier, Milch oder Erdnüsse reagieren, sind größtenteils die Gene schuld. In der weltweit größten Studie zu genetischen Ursachen von Nahrungsmittelallergien konnten Berliner Wissenschaftler nun fünf Genorte identifizieren, die auch bei Autoimmunerkrankungen eine Rolle spielen.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Viele Fitnessstudios in Deutschland werben mit EMS, einer Trainingsmethode, bei dem die Muskeln während der Übungen zusätzlich mit elektrischem Strom stimuliert werden. Nun warnen Neurophysiologen vor möglichen Muskel- und Nierenschäden durch die Methode.
Cannabis als Schmerzmittel ist nur Ausnahmefällen erlaubt. Doch durch das neue Cannabis-Gesetz wird womöglich ein Bedarf kreiert, den es gar nicht gibt. Das jedenfalls kritisiert ein Schmerzmediziner.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Für Menschen mit Behinderung sind Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe nach wie vor nicht selbstverständlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Ulla Schmidt, MdB und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, darüber gesprochen, was getan werden muss, um die Situation von Betroffenen zu verbessern.