. Versichertenkarte

Kassen geben elektronische Gesundheitskarte aus

Im Oktober 2011 hatten die gesetzlichen Krankenkassen mit der Ausgabe von elektronischen Gesundheitskarten (eGK) begonnen. Etwa zehn Prozent der Versicherten sollen inzwischen ihre neue Versichertenkarte erhalten haben. Einen medizinischen Nutzen hat die Karte bislang allerdings nicht - das soll sich langfristig ändern.
Neu an der eGK ist bislang nur das Foto (Foto: AOK Mediendienst)

Neu an der eGK ist bislang nur das Foto (Foto: AOK Mediendienst)

Wie die AOK Nordost mitteilte, habe die Gesundheitskasse das gesetzlich vorgegebene Ziel von zehn Prozent erreicht und 180 000 elektronische Gesundheitskarten - zunächst an ihre Berliner Versicherten  - ausgegeben. Im ersten Quartal 2012 werden nun sukzessive weitere Versicherte in Berlin und Brandenburg angeschrieben und um ein Passfoto gebeten. Bis spätestens 2013 sollen alle 1,8 Millionen Versicherten ihre neue Karte nutzen können.

Neu an der elektronischen Gesundheitskarte ist zunächst nur das Foto, das vor missbräuchlicher Inanspruchnahme schützen soll. Ausserdem erhält die Karte den Namen, die Adresse und das Geburtsdatum des Versicherten. "Für die Versicherten ändert sich erstmal gar nichts", sagte der zuständige Experte des Krankenkassen-Spitzenverbands, Rainer Höfer.

Der heute bereits integrierte Mikroprozessor ist für kommende Anwendungen vorbereitet. Geplant sind Anwendungen wie die Speicherung von Notfalldaten, Medikamentenunverträglichkeiten, Organspendehinweisen oder Vorerkrankungen. Welche Zusatzinformationen zukünftig auf der Karte gespeichert werden und wer diese abrufen kann, soll der Versicherte entscheiden. "Die Karte soll unnötige Doppeluntersuchungen vermeiden, eine grössere Übersicht über den Verlauf von Behandlungen bei Ärzten und Kliniken ermöglichen und Geld sparen", erklärte Höfer.

Parallel zur Ausgabe der eGK werden Ärzte, Zahnärzte und Krankenhäuser mit entsprechenden Kartenlesegeräten ausgestattet. Da jedoch noch nicht alle Leistungserbringer das nötige Lesegerät im Einsatz haben, empfiehlt die AOK, zusätzlich zur eGK auch die bisherige Krankenversichertenkarte zum Arztbesuch mitzunehmen.

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krankenkassen , Gesundheitskarte , Qualitätssicherung
 

Weitere Nachrichten zum Thema EHealth

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Verzweifelte Eltern, Kinder, die zunehmend rastloses Verhalten zeigen, eine deutliche Zunahme häuslicher Gewalt: All das sind Folgen der Schulschließungen aufgrund der Corona-Pandemie. Kinder- und Jugendärzte fordern nun, die Schulen so schnell wie möglich wieder umfassend zu öffnen.
Die Corona-Pandemie hat die USA besonders hart getroffen. Über die Situation in New York, die Vorhersage von COVID-19 Krankheitsverläufen mittels modernster IT sowie Künstlicher Intelligenz am New Yorker Krankenhausverbund Mount Sinai sowie die gesellschaftspolitischen Folgen der Pandemie für das amerikanische Gesundheitssystem hat Gesundheitsstadt Berlin mit Prof. Dr. Erwin Böttinger, Professor für Digital Health am Hasso Plattner Institut in Potsdam, einen Podcast durchgeführt.
 
 
. Interviews
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.
Work-Life-Balance, geregelte Arbeitszeiten – in altersgemischten Stationsteams prallen Welten aufeinander. Wie sich der Generationenkonflikt im Krankenhaus lösen lässt, weiß Professor Wolfgang Kölfen, Chefarzt und Kommunikationsberater aus Mönchengladbach.